Ich bin Solveig, 28 2/3, lebe in Berlin, will aber nach London. Ich liebe Kunst, das Internet, Pop, meine Freunde und die Liebe. Ja, ich glaube an Happy Endings. Die Unschuld ist mein privates Blog. Ja, genau privat. Ganz seriös ist es drüben beim Blog von Artconnect Berlin, wo ich auch der Bestimmer bin. <3

Freitag, 30. Juli 2010

Generation der Schisser - oder - Die Sehnsucht nach dem Big Bang.

Ja und schon wieder lande ich hier in Leipzig in einem ähnlichen Gespräch mit einer Freundin �über die Angst vor Bindungen, nachdem ich selbst in den letzten Wochen mehrere Risk-Situationen durchlebt und in meinem näheren Umfeld beobacht habe. Zeit fü�r eine kurze Reflektion.

Es erscheint mir so, dass sich ab einem bestimmten Alter ein immer wieder gleiches Kennenlern-Beziehungs-Muster abzeichnet: Man lernt jemanden kennen, eigentlich ganz egal wo, und fü�r einen sich ganz zufällig ergebenden Moment ist alles perfekt: Das Licht, seine Augen, der Moment, die Musik, der Ort, der Kuss oder auch mehr. Sofort erspinnt unser emotionssü�chtiges Hirn: die Situation ist magisch, special, einzigartig, vollkommen und unwiederholbar. Man fü�hlt die Utopie einer echten Liebe f�ür einen Mikro-Moment des spontanen Verliebtseinsgef�ühls, das man so lange vermisst hat. Die dumme und naive Möglichkeit, dass es wieder genau jetzt und mit dieser Person funktionieren könnte. Die Potenz des möglichen Gl�ückes zeigt sich in den Augen des Gegen�über. (Ich kotze fast während ich das hier schreibe, weil ich mich selbst f�ür diese Unkontolliertheit dieses Gefü�hls verachte)

Ganz banal tauscht man zunächst Nummern, will sich wiedersehen, ist dann beim ersten Treffen tatsächlich auch leicht aufgeregt. Man sieht sich und trifft sich immer wieder, kommt sich st�ückchenhaft näher und doch nicht wirklich nah.
Denn man nimmt sich zunächst vor alles locker anzugehen. Baut die kleine bekannte Mauer um sich auf, die nicht allzu viel blicken lässt. Lässt die SMS mehrer Tage im Eingang und weigert sich bis auf weiteres seine Nummer einzuspeichern. Es ist die Taktik des sich langsam kontrolliertem Kennenlernens, weil die Fullspeed-Emotion-Overload-Variante bisher immer zum ebenso Full-Speed-Scheitern verurteilt war.
Und dennoch, so erfahre ich aus Gesprächen, suggeriert man ab Mitte 20 von vornherein dem potenziellen Lebensabschnittsgefährten seine Ernsthaftigkeit, die eigene Nullbockposition zu rein sexuellen Triebaffairen ohne Intellektstimulation, auch Kinder werden gegen Ende 30 manchmal angesprochen und nicht mehr komplett aus Gesprächen ausgeschlossen.

Trotz all diesen guten Vorsätzen und durchdachten Strategien, wie man denn jetzt alles richtig macht, entdeckt man schon nach den ersten gemeinsamen 48 Stunden, die ersten Fehler in der Matrix, der selbstproduzierte Traum löst sich ganz langsam in grausame Realitäten auf, das Pink verpufft zu ätzendem Schweinchenrosa - vielleicht ein falscher Akzent, zu wenig Körperbehaarung, sexuelle Professionalität, die einen ständig auf die Anzahl der bisherigen Geschlechtspartner spekulieren lässt, komische Gesichtsentgleisungen, seltsame Wohnungseinrichtungen usw. Man kommt zu der seltsamen Erkenntnis: "So, eigentlich bist du gar nicht mein Typ." Und weiter sucht man krampfhaft nach Dingen, die das untermauern und die einfach nicht gehen. Man kann dieses kritisieren einfach nicht unterbinden auch wenn man es will und weiß, welche Folgen das erfahrungsgemäß nach sich zieht. Das erste Abtasten wird zum brutalen ab und auschecken des Anderen.
Wie gesagt, man nahm sich anfangs vor alles gelassen anzugehen und stellt plötzlich fest, dass man sich die Situation mit seiner Verkopftheit schon wieder selbst verbaut hat, die Chance verspielt, jemanden wirklich an sich heranzulassen und kennenzulernen, eben mit all seinen Eigenheiten.
Die kurze Euphorie, die der ähnelte, die man mit 15 verspüh�rte, schon nach wenigen Tagen obsolet und die Tatsache dieser mit Lichtgeschwindigkeit einsetztenden transrapiden Ern�üchterung bringt einen immer wieder zur Verzweiflung.

Warum kann man sich nicht einfach wieder so volle Kanne verlieben und fallenlassen? Dem anderen viele unendlich kitschige Sehnsuchts-Mails uns SMS schreiben, s�üchtig nacheinander soviel Zeit wie möglich miteinander verbringen, ja und vor allem knutschen bis einem die Lippen brennen?

Na, ganz einfach, weil man es selbst nicht will, dass das Gegen�über einem sofort die Welt sofort zu F�üßen legt. Es w�ürde einen ebenso synchron zuviel werden, mit der bedingungslosen Aufopferung und Abhängigkeit eines Menschen konfrontiert zu werden. Der kann doch dann nicht ganz sauber sein, denke ich und distanziere mich sofort.
Wir alle haben jetzt mit Mitte-Ende 20 unser eigenes Leben, das Studium abgeschlossen, bestenfalls einen coolen Job, haben uns unsere Selbständigkeit und unser Selbstbewusstsein nach emotionalen Tiefschlägen hart zurü�ckerkämpft, und doch nicht um es dem nächst besten Partner wieder zum Fraß vorzuwerfen und ihm dabei einen guten Appetit zu wünschen. NEIN, das gilt es zu verhindern. Und so behindern wir uns selbst auf der fucking never ending Suche nach einer neuen Beziehung, die dem jugendlichen Big Bang ähnelt.

Viele von uns sind ern�üchtert, abgeklärt, desillusioniert, eben durch eine erfahrene Abhängigkeit mal so richtig auf die Schnauze gefallen. Wir alle haben jetzt Schiss vor der Wiederholung. Eine Scheiß Angst vor dem freien Fall in das Beziehungsfass ohne Boden.Doch wie soll man jetzt verfahren, suchend nach diesem naiven Verliebtheitsgef�hl einer 15-bis 20-Jährigen in einer desillusionierten Mitte bis Ende-Zwanziger-Schissergeneration?
Wie kann man diesen Punkt, der meist schnell eingetretenen Desillusionierung gegen�ber dem zu schnell kritisierten potentiellen Partner �überwinden? Sich vielleicht doch noch näher kennenlernen, ohne die ganze Zeit die Fehler des anderen zu fokussieren? Der romantischen Utopie großen Liebe die ersehnte zweite Chance geben?
Ich will, ich will, ich will.
Denn eigentlich bist du intelligent, siehst gut aus, bist humorvoll und nicht unterw�ürfig. Vielleicht passt du gerade nicht in das Schema, der letzten kurzweiligen Affairen. Vielleicht ist genau der Nicht-Typ, mein Typ, damit es endlich mal wieder funktioniert.
Und doch bleibt die Möglichkeit, dass du einfach nicht der Richtige bist und die Sehnsucht nach dem vergangenen Big-Bang erobert sich ihre Poleposition in meinem Hirnwindungen einer verweifelten Sechsundzwanzigjährigen wieder zur�ück...

Ich sehs dennoch mit Humor und tanze einfach weiter...

Olafur Eliasson "Innen-Stadt-Außen" Martin-Gropius-Bau Berlin





Da ich in nächster Zeit soviel unterwegs bin, war am Mittwoch die letzte Möglichkeit, die schon lange eingeplante Ausstellung von Olafur Eliasson im Martin Gropius Bau zu besuchen. Spontan leisteten mir DT64, Castor und Pollux, sowie Thomas Gesellschaft, die ebenso wie ich völlig geschockt von den Menschenmassen waren, die kurz nach 10 vor dem Gropius Bau auf eine Audienz, so schiehn es, bei Frida Kahlo warteten. Gott sei dank, wollten wir von Anfang an zu unserem Atzen Olafur und konnten deshalb leicht schmunzeln über die stundenlang ausharrenden Museumsbesucher, die sich letztlich doch wieder in einer halben Stunde an den Bildern vorbeischieben und doch wieder nur die schlechten Museumstexte lesen, anstatt sich die Bilder einmal richtig anzusehen.
Nungut, als Hartzer steht man sogar selbst im elitären Gropius Bau auf der Gästeliste und so gingen wir links an den Massen vorbei und zum Sondereingang in die Ausstellung. Viel möchte ich jetzt auch gar nicht dazu schreiben, außer dass die Ausstellung auf eine sehr dezente Weise flashy ist. Verspielt, naturwissenschaftlich, dennoch nicht nüchtern. Phänomenal, im warsten Sinn des Wortes, wenn einen sogar ein aufgehangener Wasserschlau fast eine halbe Stunde in einem Raum fesselt. Undurchsichtig, weil man diese Phänomene schwer entschlüsseln kann, auch weil man minutenlang durch Farbnebel erst schleicht, dann rennt, lacht und Spass hat, ohne diese Sachen weiter zu hinterfragen. Wir beobachten die Kinder, die sofort vor seinen Spiegel und Schattenwänden zu tanzen anfangen, intuitiv tun wir es ihnen gleich, spielen Fanger im Nebel, Staunen mit offenen Mündern. Olafur hat es geschafft, er macht uns wieder zu staunenden Kindern. Das alleraller dickste Danke dafür, dass du uns für einen Momenent aus dem schrecklich langweiligen Erwachsensein befreit hast. :D

Berlin Yoli Frozen Joghurt

Nach einem der delikatesten Mensaessen seit langen aus der berühmt berüchtigten Mensa Nord, wohl das leckerste Dessert seit langem! Direkt um die Ecke und manchmal auch mit Eiswagen direkt davor stehend. Mein Favorit Lemoncake, Zitronenkuchen mit cruncky Elements. Ich sterbe!
Guckts euch hier mal an.

Yoli Frozen Yogurt
Invalidenstrasse 112
10115 Berlin

Öffnungszeiten:
MO – FR 11.00-20.00 Uhr
SA 12.00-18.00 Uhr

Café Puschkin Leipzig, Jelzins Rache und die fünf von Tisch 8

Nachdem ich den ganzen Tag in Leipzig verpennt habe, weil mir die 3 Tage Bar 25 dann doch noch zu sehr in den Knochen steckte, hats uns erst am Abend nochmal in die Südvorstadt verschlagen. Mit einem leichten Hungergefühl im Bauch, landeteten wir im Cafe Puschkin, deren Speisekarte sich echt nicht verstecken muss. Komplett gemischtes Publikum, die Feist Scheibe im Hintergrund dudeln, konnte man sich bei gemütlichem Licht einfach zurücklehnen und den vier verrückten Leipziger Mädels zuhören, mit denen wir verabredet waren. 5 superattraktive Girls, die sich auf Anhieb bestens verstehen, ohne sich erst mal gegenseitig abzuchecken, sondernn sich erstmal 5 selbstkreiirte Sweet-Schnäpse an den Tisch liefern lassen, um ironisch miteinander auf das ausbleibende Männerglück anzustoßen. Das gibts nur im Osten. Da könnt ich meinen Jenenser Arsch drauf verwetten. Ich fühl mich wohl hier und freu mich auf nächste Woche. Jetzt heißt es Sachen packen zum ND!

Donnerstag, 29. Juli 2010

Dienstag, 27. Juli 2010

3 Tage Freude am Tanzen in der Bar 25 Berlin


Merci beaucoup an die Heimatfreunde von Freude am Tanzen, especially Marek Hemmann, Douglas Greed und Feindrehstar! Die Sprechchöre werden mir noch lange in Erinnerung bleiben, ebenso wie die Tatsache, dass man drei Tage lang ohne einen Schluck Alkohol oder jegliche andere Drogen im Sodom und Gomorrha von Berlin überleben kann. Ausgeschlafen und frisch geduscht. :D

Link zum Download des Tracks für alle die den nicht schon läääääääääängst besitzen.


Sonntag, 25. Juli 2010

Sag mir, was du willst.


Hindi Zahra - Stand Up
Hochgeladen von EMI_Music. - Sieh mehr Musikvideos, in HD!

Do what you gotta do, do what you gotta do
Soooooo
...
Standing on your two knees baby
Tell me what do you need
C'mon
Stand up on your two feet baby
That's how it's got to be
Standing on your two knees baby
Tell me what do you need
Ohh..
Stand up on your two feet baby
That's how it's got to be
...
Man I love you and I just want to be your woman
But I'm tired of your trifling act
You play me for a fool
Thinking I, I don't know what to do
I don't know what you do
Hanging out in the clubs
With your fake-ass crew
So tell me...
...
Raise your head
To the sky
You got to be real with yourself
'Cos you know why
You've got to stand up
You've got to stand up
You've got to stand up
...



Samstag, 24. Juli 2010

Tunnel-Drama Loveparade 2010


Es ist unfassbar, dass sowas passiert, obwohl es vorher scheinbar abzusehen war.

Als J-Lo noch authentisch heiß war...


Freitag, 23. Juli 2010

Lovesong to Everyone. Not You.


Lovesong to Everyone von Sophie Hunger by mbum

Ich denke zurück, erinnere mich, wie ich in der Rutsche liegend in den Himmel starrte.
Ich denke an dich.
An den Friedensberg.
Und an Tischtennis.

Donnerstag, 22. Juli 2010

"Ganz nebenbei" - Felix Gonzalez Torres in der Fondation Beyeler





Neben der unfassbar einzigartigen Ausstellung von Jean-Michel Basquiat, auf über der Hälfte der Fläche der Fondation Beyeler hatte man mal "ganz nebenbei" die Werke von Felix Gonzalez Torres in einen kleinen Teil der ständigen Sammlung integriert. Torres, der mit Tracey Emin zu meinen persönlichen Entdeckungen auf der Biennale in Venedig 2007 gehörte, fasziniert mich einfach immer wieder und wird immer interessanter, umso mehr ich von ihm sehe. Ohne jetzt ausschweifen zu wollen, weil ich das demnächst woanders exerziere, möchte ich euch ans Herz legen, die nächstmögliche Ausstellung von ihm zu besuchen und eben nicht nur weil man immer mit einem süßen Nachgeschmack und einer handvoll poetischer Bilder aus seinen Ausstellungen geht. Schaut das Video, dann wisst ihr, was ich meine!


Matthew Barney im Schaulager Basel


Wie breits erwähnt, hat mich Matthew Barney sehr beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Im Kino des Schaulagers war es mir möglich erstmals zwei komplette Filme von ihm zusehen. Einmal Drawing Restraint 9 und Crewmaster 5. Beides ohne Zweifel zwei beeindruckende Filme und das nicht nur und doch auch wegen Björk im Erstgenannten. Nehmt euch einen kurzen Moment Zeit und genießt dieses Intro zu Drawing Restraint 9. Unglaubliche Bilder aus einer anderen, fremden Welt mit Björksoundtrack! Genießt es!

Lörrach - Basel - Lörrach und zurück.

Ach man, um das alles hier aufzuschreiben, was ich in den zwei Wochen hier erlebt habe, bedarft es mal wieder Zeit, die ich nicht habe. Vielleicht lade ich einfach die massenhaft entstandenen Amateurbilder bei Tumbler hoch, denn nicht nur in diesem Fall sagen Bilder mehr als tausend Worte.
Festhalten möchte ich dennoch, dass ich mich hier bestens erholt habe. Obwohl ich immer noch mit nem grippalen Infekt zu kämpfen habe, der nach dem Stress höchstwahrscheinlich völlig normal ist, und der mich immer wieder dazu verdammt hat, die Hälfte der Zeit im Dreiländereck zu verschlafen, habe ich dennoch zwei einzigartige Ausstellungen gesehen, die jetzt meine ersten Projekte von Artroadtrip sein werden. Doch dazu bedarf es noch ein wenig heimischer Bibliotheksrecherche um den Professionalitätsgrad ein wenig zu erhöhen. Matthew Barney hat mir dann auf seine Art und Weise fruchtbare Denkanstöße für eine mögliche Dissertationsrichtung geliefert. Vielleicht ist genau diese Genderproblematik, sowie Sexualität und Identitätskonstruktion einzelner Künstler und den damit zusammenhängenden Wissenschaftsdisziplinen genau die Thematik, welche mich nochmal für drei Jahre an ein Doktorantenprojekt binden könnte. Dies gilt es nun in der nächsten Zeit herauszufinden. Eine erste To-Read-Liste war dank Toni schnell erstellt und ich freu mich darauf meinem Naturell in nächster Zeit voll und ganz nachzugehen. Kunst, Kunst und nochmal Kunst ist meine Passion, das ist mir hier in Basel einmal mehr bewusst geworden. Ebenso will ich nicht ausschließen, für eine Zeit hier zu leben. Die kulturelle Vielfalt gepaart mit diesem ländlichen Heimatwohlfühlcharakter, das Tingeln zwischen drei super unterschiedlichen Ländern, ist für mich so reizvoll, wie die Nähe zu einem meiner besten Freunde, der sich hinreißend um mich gekümmert hat, obwohl wir uns diesmal gar nicht über Kunst gestritten haben, wie es zwischen uns fast Tradition geworden ist. :)
Dennoch vermisse ich seit drei Tagen mein Berlin, seine Kultur, seine sommerliche Atmosphäre, die Musik, die Openairs, mein Billoklappfahrrad, meine Bude und besonders Martin und Maggi, meine Heartbreaker Nummer One. Ich freu mich auf den besten Rest des Sommers mit euch!

Mittwoch, 21. Juli 2010

Christian Kracht: Faserland.

Ausgangspunkt seiner Deutschlandreise auf Sylt:
"Ich zünde mir eine Zigarette an, und während Karin erzählt, beobachte ich, wie ein schwarzer Windhund mit einem Halsband, auf das so winzige goldene Kühe geklebt sind, eine große Kackwurst neben einen Tisch setzt. Der Hund kackt komischerweise halb im Stehen, und ich kann genau erkennen, wie ein Viertel der Wurst an seinem Hintern kleben bleibt."

Und nach einer langen Reise quer durch Deutschland die Erkenntnis ausgerechnet in der Schweiz:
"Jetzt, wenn der Sommer kommt, würden die Bienen summen, und dann würde ich mit den Kindern Ausflüge machen bis an die Baumgrenze, durch die dunklen Wälder streifen und wir würden uns Ameisenhaufen ansehen, und ich könnte so tun, als würde ich alles wissen. Ich könnte ihnen alles erklären, und die Kinder könnten niemals fragen, ob es denn wirklich so sei, weil sonst niemand da oben wäre. Ich hätte immer recht, Alles, was ich erzählen würde, wäre wahr. Dann hätte es auch einen Sinn gehabt, sich alles zu merken.
Ich würde ihnen von Deutschland erzählen, von dem großen Land im Norden, von der großen Maschine, die sich selbst baut, da unten im Flachland. Und von den Menschen würde ich erzählen, von den Auserwählten, die im Inneren der Maschine leben, die gute Autos fahren müssen und gute Drogen nehmen und guten Alkohol trinken und gute Musik hören müssen, während um sie herum alle dasslebe tun, nur eben ein ganz klein wenig schlechter. Und daß die Auserwählten nur durch den Glauben weiterleben können, sie würden es ein bisschen besser tun, ein bisschen härter, ein bisschen stilvoller.
Von den Deutschen würde ich erzählen, von den Nationalsozialisten mit ihren sauber ausrasierten Nacken, von den Raketen-Konstrukteuren, die Füllfederhalter in der Brusttasche ihrer weißen Kittel stecken haben, fein aufgereiht. Ich würde erzählen von den Selektierern an der Rampe, von den Geschäftsleuten mit ihren schlecht sitzenden Anzügen, von den Gewerkschaftern, die immer SPD wählen, als ob wirklich etwas davon abhinge, und von den Autonomen, mit ihren Volxküchen und ihrer Abneigung gegen Trinkgeld.
Ich würde auch erzählen von den Männern, die nach Thailand fliegen, weil sie so gerne mächtig und geliebt wären, und von den Frauen, die nach Jamaica fliegen, weil sie ebenfalls mächtig und geliebt sein wollen. Von den Kellnern würde ich erzählen, von den Studenten, den Taxifahrern, den Nazis, den Rentnern, den Schwulen, den Bausparvertragsabschließern, von den Werbern, den DJs, den Ectasy-Dealern, den Obdachlosen, den Fussballspielern und den Rechtsanwälten.
Das wäre aber alles eigentlich auch etwas, dass der Vergangenheit angehören würde, dieses Erzählen da oben am Bergsee. Vielleicht bräuchte ich das alles nicht zu erzählen, weil es die große Maschine ja nicht mehr geben würde. Sie wäre unwichtig, und da ich sie nicht mehr beachte, würde es sie nicht mehr geben, und die Kinder würden nie wissen, dass es Deutschland jemals gegeben hat, und sie wären frei, auf ihre Art."

Ein besseres Buch hätte ich hier in dieser Zeit in Basel nicht lesen können. Krachts oft kargen Beschreibungen unser "deutschen" Lebenswelt treffen den Nagel stets auf den Kopf und in seltenen Momenten ist er poetisch, wie ein Handke, erkenntnisreich wie Camus. Existenzialismus im Anything Goes des heute. Merci Mr. Christian Kracht auch dafür, dass der Hund nicht auf das Grab von Thomas Mann geschissen hat. Vielleicht ist am Ende doch nicht alles verloren. ;)

Freitag, 16. Juli 2010

Donnerstag, 15. Juli 2010

Zoot Woman und Kunstgeschichte

Überraschenderweise kann man hier in der Schweiz auch Privatsender über Zattoo gucken. Obwohl ich grundsätzlich kein Fan dieser Verdummungsmedien bin, kann ich auf eines nicht verzichten. GZSZ, seit über zehn Jahren, ja ich oute mich, neben Sturm der Liebe, ein der Serien, die mir ab und zu das Gehirn in Pausen zwischen Sloterdijk und Deleuze leerblasen. Und nun, da schaut man seit Wochen mal wieder diese Seife und schon wieder: ein Ohrwurm. Nach dem letzten The Temper Trap: Love Lost, ebenfalls mit grandiosem Video, diesmal ein älteres Kaliber: Zoot Woman mit "We won't Break". Auf jeden Fall hat mich der Beat sofort wieder gepackt und zum ersten Mal hab ich mir auch das kompletti Video reingezogen, welches für eine Magistra Artium durchaus interessant ist. Für Zoot Woman gingen zwei Wiener Studenten einen Schritt weiter, nahmen eine Handvoll Bruegel- und Bosch-Bilder und bastelten diese witzige Animation. Motto: Beim Sound von Zoot Woman können selbst 500 Jahre alte Phantasie-Figuren nicht stillhalten!

Es geht los mit Bruegels “De dulle Greet“. Hier hängt “Die tolle Grete” stark verkleinert an der Wand in der Mitte der oberen Reihe. Das über 1,60m breite Original befindet sich im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen. Die verrückte Grete schwingt sich also aufs Fahrrad und brennt genauso durch wie schon einige andere Figuren vor ihr. Der gebückte, einen Wagen ziehende Alte stammt beispielsweise aus Hieronymus Boschs “Der Gaukler” (Musée municipal de Saint-Germain-en-Laye). Eine andere Gruppe ist unterdessen mit einem bunten VW-Bus unterwegs. Grete radelt durch Bruegels “Sturz des Ikarus” (Musees royaux des Beaux-Arts, Brüssel), in dem der pflügende Bauer im Vordergrund wohl gerade eine Pause macht. Prompt stürzt Grete Ikarus hinterher ins Wasser. Der Bus fährt in der Zwischenzeit durch die Wildnis hinter Boschs “Johannes der Täufer” (Prado, Madrid) und weiter durch das entvölkerte Bosch-Gemälde “Der büßende Heilige Hieronymus” (Königliches Museum, Gent), welches an der Wand rechts unter der Lampe hängt. Wo sind bloß die vielen Leute hin? Per Schiff und Ballon geht es durch Boschs berühmten “Garten der Lüste” (Prado, Madrid), welcher hier in gleich zwei Ausschnitten (oben rechts, unten links) an der Wand zu sehen ist. Und dann das große Finale: “Party like it’s 1542″ heißt es in Anlehnung an den Prince-Klassiker. Im Hintergrund die Stadtlandschaft von Boschs “Epiphanie-Tryptichon” (Prado, Madrid) und in der Mitte ein Babel-Turm aus einer von Bruegels vielen Darstellungen des Themas.

Genaustens analysiert hat das übrigens der Kunst Blog Buch! Merci, dass du mir die Beschreiberarbeit abgenommen hast.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Für Herrn Fuchs von Frau Elster



Feels like...



Boys und Girls, es ist so heiß, wie nie! Es dauert keine halbe Stunde nach dem Aufstehen, bis mir der Schweiß wieder in den Kniekehlen, auf der Stirm und auch die Brüste runterläuft., von den gängigen Schwitzestellen mal ganz abgesehen. Es ist nicht zum Aushalten! Hier in Basel 40 Grad und Monsterstechmücken, die permanent meinen Bodi attackieren. Nun, irgendwie hab ich mir das anders vorgestellt. Seit Tagen trinke ich mindestens fünf Liter am Tag, um nicht abzukippen, weil mir ständig schwindelig ist. Klar, wir alle haben auf den harten Berliner Winter geschimpft und logo, es wäre einfach nur typisch deutsch jetzt wieder der Facebookgruppe "Mir gefällt das Wetter nicht" beizutreten. Aber mal ehrlich, wo soll man denn bei so einem Wetter noch hin? Drinnen, wie draußen ist es unerträglich, die Kühlschränke von Toni und Knut sind viel zu klein, obwohl ich mit meinen neu und biometrisch dokumentierten 1,53 noch die besten Chancen auf Asyl im künstlichen Arktismelieu gehabt hätte. Leer sind beide Kühlschränke allemal. Also vegetiere ich weiter tagelang im Bikini vor mich hin, schreibe bereits eine Woche nach Beendigung meines Studiums fleißigst Bewerbungen für schlechtbezahlte Akademikerpraktika, gehe zwischendurch ausgiebig am Rhein spazieren, mache weiterhin schlechte Photos, besuche Ausstellungen in megaklimatisierten Räumen, erkälte mich dabei, vegetiere wieder zuhause stundenlang mit Halsschmerzen vorm Rechner herum und singe dabei krächzend, aber lächelnd "50 Ways to leave your Lover". Urlaub kann so schön sein... ;)
Was macht ihr gegen die Hitze?

Dienstag, 13. Juli 2010

Welpenschutz? Fehlanzeige!

Nach einem exzessiven halben Tag Internetherumgestöber und einem pappsatten Googlereader, muss ich kurz festhalten, dass diese Generation um die 20 eine mich immer wieder erschreckende Netzprofessionalität in Text, Bild, und Ton an den Tag legt. Da fühlt man sich mit 26 glatt wie 'ne Oma im Worldwideweb, wie ein Rentner, der nochmal versucht das Autofahren zu lernen. Anscheinend haben die den Photoshop und jegliche anderen Programme für Mac und Co schon mit der Flasche bekommen. Im Kindergarten dann die Connections über Facebook geknüpft, um im Teeniealter ganz groß bei Lookbook einzusteigen, um wiederum jetzt mindestens 1000 Clicks pro Tag aufm eigenen Styloblog zu haben. Ich bin echt immer wieder erstaunt und neidisch über deren Kompetenz! Aufholen ist da zwecklos. Bin ich seit ca. fünf Jahren aktiv im Netz, sind die schon seit über zehn Jahren dabei. Das ist doch unfair! :D

Reisebericht Teil 3 - Vitradesigncampus in Weil am Rhein



Schon vor zwei Tagen hat es mich in das ebenfalls dörflich anmutende Weil am Rhein verschlagen auf den sogenannten Vitradesigncampus. Nachdem ich mein Studium nun ENDLICH abgeschlossen habe, hatte ich keinen Bock mich vorher groß einzulesen. Nach dem Motto, einfach hinsteppen, gucken und gut. Das einzige, was ich vorher wusste, war, dass ich auf ein bekanntes Gebäude von dem mir sehr hoch angeschätzten Architekten Frank Gehry treffen, mit Designhistorie vom Feinsten und den heimatlichen Bauhausgeschichten konfrontiert werden würde. So kam es dann letztlich auch und noch ein bisschen mehr.

Firmengelände, Grafik

Das ursprüngliche Firmengelände von Vitra, dem Traditionsmöbelhersteller aus der Schweiz, wurde durch einen Grossbrand 1981 fast vollständig zerstört. Die Versicherung deckte nur eine kurze Zeitspanne von einem halben Jahr Produktionsausfall ab. Dennoch gelang dem britischen Architekten Nicholas Grimshaw in dieser Zeit die Planung und Bebauung mit dem ersten Produktionsgebäude. Nach intensiver Diskussion seines Generalplans zum weiteren baulichen Vorgehen änderte man die Idee der Anlage aus einer Hand und entschied sich für jeweils andere Architekten, die für eine innovative Ästhetik bekannt waren.
Grosses Aufsehen erregte 1989 die Eröffnung des dekonstruktivistischen Vitra Design Museum in Weil am Rhein unmittelbar vor den Fabriktoren. Frank O. Gehry realisierte mit dem Museumsbau sein erstes Gebäude in Europa.
Zaha Hadid, Feuerwehrhaus

1993 folgten Erweiterungen mit Zaha Hadids explosiv auseinanderstrebendem Feuerwehrhaus, das ihr erstes überhaupt realisiertes Bauwerk war. Tadao Andos minimalistisch konzipierter Konferenz-Pavillon, der mich formal am meisten anzog, war ebenfalls sein erster Bau in Europa.


1994 wurde eine weitere Halle vom Pritzker-Preis-Träger Álvaro Siza gebaut.


Auf einer Reise fand Rolf Fehlbaum, Präsident des Verwaltungsrats der Vitra AG, ein Exemplar einer Tankstelle des französischen Architekten Jean Prouvé, liess diese abbauen und 2003 auf dem Firmengelände wieder aufbauen.

Tankstelle des französischen Architekten Jean Prouvé

Vor dem Werksgelände von Vitra türmt sich seit 2010 ein zufällig anmutend, jedoch geordneter Komplex aus zwölf schwarzgrauen Satteldachhäusern auf fünf Etagen, das Vitrahaus, enfworfen vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron, welches für Privat- und Geschäftskunden, sowie für kulturell Interessierte ein Möbel-Ausstellungsgebäude der besonderen Art darstellt.
VitraHaus, Herzog & de Meuron, 2010

Im Erdgeschoss des beeindruckenden Gebäudes befindet sich eine Auswahl historischer Stühle aus der Sammlung des Vitra Design Museums.

Ausstellungsansicht, "Die Essenz der Dinge", Pressephoto

"Die Essenz der Dinge", Pressephoto

Die gerade laufende Ausstellung "Die Essenz der Dinge" hat genau meinen Nerv getroffen, da ich mich schon seit längerem mit den Abstraktionsvorgängen im Allgemeinen und ihrer Bedeutung für den Menschen auch außerhalb der Kunst auseinandersetze. Also, wie für mich gemacht.
Mehr zur Ausstellung im Detail demnächst unter artroadtrip.de. Eigene Bilder zum Gesehenen gibts bei Tumblr. In hoffentlich bald besserer Qualität. :)

Infos aus der Wikipedia und Material vom Campus.


Maggis neues Vid! We love you!


Montag, 12. Juli 2010

Samstag, 10. Juli 2010

Bruce Nauman in Lörrach

Auf dem abendlichen Spaziergang durch das beschauliche Lörrach bleibe ich an dieser pyramidalen Skultur stehen und finde sie großartig. Ich bin sofort beeindruckt. Am nächsten Tag erzählt mir Großmeister Google, dass es der Truncated Pyramid Room von Bruce Nauman ist. Dann doch zurecht Kunsthistorikern. Weitere Kunstwerke gibts auf dem Lörracher Skulpturenweg zu sehen, den ich morgen mal in aller Ruhe abchecken will, bevor ich zu Toni nach Basel und mich den High-End-Kunst-Institutionen widme.
Ich genieße die Kleinstadtidylle von Lörrach, um den Kopf freizubekommen. Noch immer habe ich ein schlechtes Gewissen, hier zu sein, obwohl ich jetzt keinerlei Verpflichtung mehr habe. Niemandem gegenüber.

Das Paradoxon vom Fliegen - Reisebericht Teil 1

Tag zwei in Lörrach. Nachdem ich von Donnerstag auf Freitag noch ein bisschen mit DT64 durch die Berliner Nacht gestreunert bin, gelandet auf der Afterparty der BBB und zum letzten Tanz im Golden Gate gewackelt habe, bin ich gegen fünfe dann zum Flughafen gestürzt. Stilecht wie eine Ebbe, hab ich dann auch fast meinen Flieger verpasst, weil Easyjet einfach mal der Chaosverein schlechthin ist. Mit dem sexy Geruchsmix aus Kippen, Alkohol, und Schweiß stand ich dann mit meinem Jutebeutel auf Higheels und einem völlig durchgewetzten Outfit in einer Reihe mit Familien auf dem letzten Checkin nach Basel. Verwirrt, habe ich dann auch noch mein Handgepäck als Gepäckstück abgegeben. Ach shit, was solls. Ein fetter Gähner, brachte mir das Lächeln meines Vordermanns ein. Völlig übermüdet, mustere ich den schätzungsweise Mittedreißiger mit Leinenhose, weißem Hemd in schicken Schuhen. Wo der wohl hin will? Er hatte mich schon davor mitbekommen, im Augenwinkel. Wahrscheinlich rieche ich sehr stark. Da, ein nächstes nicht enden wollendes Gähnen. Er grinst mich an, ich im Gähnen zurück und sage: "Sorry, ich hab noch nicht geschlafen...gefeiert. Ich habe gestern mein Studium beendet". Wir kommen ins Gespräch, so ganz zaghaft, er ist irgendwie schüchtern und fragt dennoch weiter. Wir sind genervt von den vielen Kindern, die um uns am Schalter herumspringen, ich setze meine Sonnenbrille auf, weil meine Schminke von der letzten Nacht verlaufen ist. Wir warten gemeinsam darauf endlich in den Flieger zu steigen. Auf dem Weg dahin, fragt er weiter, was ich so studiert habe, was ich in Berlin mache und jetzt in Basel will. Ich antworte und es ist mir nicht unangenehm, obwohl er irgendwie strange ist. Er ist unsicher. Irgendwie. Ich fühle das und gebe mich deshalb noch selbstbewusster. Beim Einstieg in den Flieger gehe ich vor und suche nach zwei Plätzen für uns. Ich will weiter mit ihm reden. An den Notausgängen sitze ich jetzt zwischen zwei Männern, rechts ein widerlicher Typ, der ebenfalls sofort beginnt mir ein Gespräch ans Knie zu nageln. Nach einer Weile merkt er, dass es mich nervt und zieht sich zurück.
Schulter an Schulter, zu dem Unbekannten geneigt, sitze ich distanzgemindert neben ihm. Das Flugzeug startet, ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Jedesmal finde ich es paradox, wenn wir Menschen fliegen. "Wir haben doch aber gar keine Flügel" sage ich zu ihm und er lächelt . Mein Rhetorik ist zu diesem Zeitpunkt durch den Schlafmangel schon ganz schön eingeschränkt, dennnoch reden wir weiter. Ich fange an ihn zu fragen und erfahre er ist Schriftsteller, hat soeben sein erstes Buch veröffentlicht. Einen Roman. Dank meiner eintagealten Prüfung in Literaturwissenschaft fange ich an mit ihm zu diskutieren. Über Handke, Bernhard, Christa Wolf, Sartre und Camus. Er fragt mich weiter nach anderen Büchern, die ich nicht gelesen habe. Ich fühle mich unterlegen, würde sehr gerne das Buch lesen, welches er geschrieben hat. Ich traue mich nicht danach zu fragen. Wir reden über Kinder, seine gescheiterte Ehe, Beziehungskonzepte, über die chemischen Elemente im Körper eines Menschen. Wir sehen uns plötzlich ganz tief in die Augen, unsere Schultern berühren sich auf den engen Sitzen, unsere Lippen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Es dieser Moment, der zwischen ihm und mir entscheidet. Ich drehe mich weg, nicht er. Er schätzt mein Alter auf Anhieb richtig. Ich frage nicht ihn, wie alt er ist, sondern Google am nächsten Tag. Plötzlich scheint die Situation zwischen im Flieger eine völlig andere.
Ich kehre zu mir zurück. Schließe die Augen und nicke sofort ein. Die Landung bringt mich zum erwachen. Er reicht mir meine Sachen und drückt mir einen Flyer von seinem Buch in die Hand mit den Worten "Damit du mal wieder was richtig Gutes liest" und wir beide lachen Wir laufen zusammen in die Hallen des Flughafens und verabschieden uns mit einem Händedruck. Ich wünsche ihm eine schöne Hochzeitsfeier und danke ihm für die nette Unterhaltung. Dann läuft er den endlosen Korridor Richtung Ausgang hinunter, während ich auf mein Handgepäck warte.
Ich werde dein Buch vielleicht wirklich lesen.

Zurück zur Fusion!


Freitag, 9. Juli 2010

Wie eine Mietz...

...strecke ich und rolle meinen Körper auf dem Sofa herum. Bestimmt noch drei Tage lang. Nebenbei lese ich Zeitung, esse und schlafe. Nur eines fehlt noch zur Perfektion. Ich gebe mich jetzt einfach mal zufrieden. Mein Leben ist paradiesisch.

Fashionzirkus und kein Ende.


Es war mal wieder soweit, Fashionweek and BBB, festgehalten von MarcusDT64. Schöne Runde gestern.

Dienstag, 6. Juli 2010

Grandmaster Goethe: Dichtung und Wahrheit oder "unser" aller Schicksal.

"Der Mensch mag sich wenden wohin er will, er mag unternehmen was es auch sei, stets wird er auf jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat."

Goethe beschreibt in seiner Autobiographie eindrucksvoll das Erdbeben von Lissabon, irgendwie erinnert mich das Bild an Pollock.


"Kind ! Kind ! nicht weiter ! Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch; und uns bleibt nichts, als, mutig gefaßt, die Zügel festzuhalten und bald rechts bald links, vom Steine hier vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Wohin es geht, wer weiß es ? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam."

Montag, 5. Juli 2010

Zitat des frühen Tages

„Der Mensch wird abgerichtet, oder er wird hingerichtet.“

Frank Wedekind.

Samstag, 3. Juli 2010

Nicht zu fassen.


Schwedenkräuter aus Stockholm - Urlaub Nr.2


So, da ihr alle schon mal in Stockholm und Schweden gewesen seid, wäre es schön, mal so dies und das von euch zu lesen. Geplant sind vier Tage Stockholm und dann durch Land heizen. Welche Tippis und Toppis habt ihr denn für mich? Los raus damit. Was darf ich auf keinen Fall missen?

So läuft das. Analogsoul feiern LIKE WATER frizzate.

LIKE WATER "frizzante"
Festivalabend für akustische Musik und Silentelectronica
16.07.2010 - GALERIE KUB - Kantstr.18 in Leiptzsch meine Freunde. 19 Uhr Einlass // 20 Uhr Konzertbeginn // Faire Sechs Euro Eintritt fpr Live Mukke vom Feinsten!

LIKE WATER feiert seine zweite Saison in Leipzig. Zehn herausragende Künstler und Bands aus Dänemark, Schweden, Wales, Leipzig, Berlin und Hamburg haben die KUB - einen der schönsten Konzerträume der Stadt - bespielt.
Zum Sommer gibt's Perlwein: "frizzante" als Abschluss der Konzertreihe vor der Sommerpause, ein Abend mit Festivalcharakter. Vier fantastische Projekte spannen die ganze Bandbreite zwischen akustischer Musik und Electronica auf. So zeigt LIKE WATER vor der Sommerpause noch einmal, wie es klingt: Lebendig, tiefgängig und kraftvoll zugleich.

ILLUTE // Berlin // http://myspace.com/illute
ILLUTE hat eine Gitarre, eine umwerfende Stimme und 'ne lässige Portion Charme in ihren Liedern. Ob sie auf Spanisch die Unwissenheit besingt oder österreichische Volkslieder adaptiert, die Singer-/Songwriterin ist paradoxerweise meist ruhig und lebhaft zugleich.

WOODEN PEAK // Rostock // http://www.myspace.com/woodenpeak
WOODEN PEAK singen durch Telefone und spielen neben Gitarre und Schlagzeug auch eine Fußorgel. Ihre mit Klicks und Sweeps durchwobenen Folk-Songs sind hinreißend. Wir empfehlen dringend, sich in die Musik der beiden zu verlieben.

TRIO SCHMETTERLING // Berlin, Luzern // http://myspace.com/trioschmetterling
TRIO SCHMETTERLING fliegen mit großer Leichtigkeit kopfüber. Bass und Schlagzeug spielen Melodien und die Gitarre Soundscapes. singt. Das ist dann auch kein Jazz mehr, das ist Popmusik ohne Popmusik, das ist progressiver Rock ohne Rock, das ist Filmmusik ohne Film. Das ist zeitlose Musik die sich Zeit nimmt.

LAKE PEOPLE // Leipzig // http://myspace.com/lejkpiepel
Minimal. Tiefe Gewässer. Tanzen und fühlen. Zurücklehnen und auf Reisen gehen.

Lasst euch das nicht entgehen! Leipzig pulsiert! Leider verweile ich im Urlaub in Basel und kann deshalb nicht am Start sein, aber dafür bekommt ihr hier schon vorerst was auf die Ohren. Wie immer automatisch, sodass ihr euch nicht gegen meinem und vorallem den guten Geschmack von Analogsoul wehren könnt. :) Da ich mich diesmal nicht für einen dieser famosen Tracks entscheiden konnte, gibts diesmal gleich zwei und zum auswählen. LOVE to Analogsoul!

Freigefickt means gefickt und frei. - Vulgärpsychologie Part II

Sich freificken geht auch anders als so.
Ein Abschied und doch keine Trauer.
Endlich.
Ich kann wieder denken, lieben, leben.
Auch ohne Dich.

Mit Traceys Worten"people like you, need to fuck people like me", auch um sich ganz förmlich zu verabschieden. Merci.

Freitag, 2. Juli 2010

Gottfried Benn: Untergrundbahn (1913)

Die weichen Schauer. Blütenfrühe. Wie
aus warmen Fellen kommt es aus den Wäldern.
Ein Rot schwärmt auf. Das große Blut steigt an.

Durch all den Frühling kommt die fremde Frau.
Der Strumpf am Spann ist da. Doch, wo er endet,
ist weit von mir. Ich schluchze auf der Schwelle:
laues Geblühe, fremde Feuchtigkeiten.

Oh, wie ihr Mund die laue Luft verprasst!
Du Rosenhirn, Meer-Blut, du Höherzwielicht,
du Erdenbeet, wie strömen deine Hüften
so kühl den Hauch hervor, in dem du gehst!

Dunkel: nun lebt es unter ihren Kleidern:
nur weißes Tier, gelöst und stummer Duft.

Ein armer Hirnhund, schwer mit Gott behangen.
Ich bin der Stirn so satt. Oh, ein Gerüste
von Blütenkolben löste sanft sie ab
und schwellte mit und schauerte und triefte.

So losgelöst. So müde. Ich will wandern.
Blutlos die Wege. Lieder aus den Gärten.
Schatten und Sintflut. Fernes Glück: ein Sterben
hin in des Meers erlösend tiefes Blau.

Jessica Schwarz überzeugt als Wedekinds Lulu


Ganz starke Verfilmung. Fast so gut, wie die von Frühlingserwachen. Ich liebe deutsche Filme und zum ersten Mal mag ich auch Jessica Schwarz.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Bringt nichts.

Es gibt Dinge, die wollen mir nicht in den Kopf.
Ich kann sie verstehen, wenn DU sie mir erklärst,
und doch kann ich sie nicht nachfühlen.
Ich kann es einfach nicht, obwohl du dich erklärst.

Ich frage ich mich ernsthaft, warum Menschen so anders sein können, als man selbst?
Klar, dass diese Dinge passieren, aber sind das nicht Missverständnisse, Artikulationsfehler, Kommunikationslücken?
Wie kann man so dermaßen aneinandervorbeireden, obwohl man sich in vielen Dingen so ähnlich ist?
Ich kann es nicht nachfühlen, auch wenn DU es mir erklärst.
Die Differenz zwischen dir und mir ist doch zu groß.
Die Ähnlichkeiten doch zu gering.
Distanzierung eine Lösung? Die Lösung.
...
Ich bin dankbar für Menschen wie DICH,
DIR muss ich nichts erklären.
Die Differenz unserer verwandten Seelen ist gering.
Enttäuscht über Menschen wie sie, bleiben auch diese in meinem Herzen,
denn ich kann nicht aufhören diese Menschen zu lieben.
Sie sind meine Freunde.
Sie sind alles, was ich besitze.
Alles worauf ich setze.
Ich bin abhängig von ihrer Zuneigung.
und dadurch leider massiv angreifbar:
"bringt nichts...ich sag sowas nie aber bei dir bringts tatsächlich nichts."

Gegenstände, die herumliegen.


Es sind diese Gegenstände.
Dinge, die herumliegen.
Dinge, die ich scheinbar willenlos in neue Kontexte bringe.
Es ist die Fernbedienung im Kühlschrank, mein Telefon im Zahnputzbecher, das Feuerzeug in der Spülmaschine,
aber eben auch das Küchenmesser in meiner Handtasche.

Ich schütte sie aus und es starrt mich plötzlich an.
Ich starre es an, kann meinen Blick nicht lösen.
Ich will es anfassen, obwohl es mich seltsam ekelt. Ich habe den Zwang es zu benutzen.
Ich muss es anfassen und bekomme Angst. Panik. Angst. Panik. Ich genieße es. Mein Herz rast. Es kickt mich.
Ich drehe mich weg, suche andere Gedanken, doch das Messer auf dem Boden kommt mir seltsam näher in Form meiner eigenen Gedanken.
Selbige Gedanken, die mich nach unten ziehen, wenn ich über Berlin stehe.

Ich flüchte.
Ich flüchte aus dem Raum in ein anderes Zimmer.
Flüchte vor meinen eigenen Gedanken:
das Messer in der Linken,
die nicht die Rechte ist,
zeigt sein schwarzer Griff Richtung Tür.
Mit voller Kraft ramme ich es in meinen Bauch.
Ich spüre den Schmerz, ich könnte vielleicht sterben. Jetzt.
Ich habe Angst und doch stoße ich nocheinmal zu.
Tränen, Schreie, aber kein Blut.
Nur das Gefühl von Freiheit.

Ich nehme das Messer und stecke es dahin, wo es hingehört.
in den Metallbehälter eines schwedischen Möbelhauses in meiner Küche.
Ich liebe dieses Leben,
liebe Sartre, Bernhard, Handke.

Vielleicht oder sehr wahrscheinlich.

Das Knarren der Schaukel aus Hollywood,
eine mittelgroße Fliege am beigen Himmel.
Zugvögel kreischen, Grillen surren, Züge im Stundentackt.
Auch hier gibt es keine Stille.
Die schwülwarme Wärme drückt sich mir ins Hirn,
Bewegungsarmut.
Ich habe Durst und doch kann ich nicht aufstehen.
Stattdessen liege und bewege ich, mit meinem von der Sonne noch brennnden Fuss, die rostige Schaukel,
wieder dieses unangenehme Knarren und Quietschen,
bis es erstickt und ich es erneut durch meine Bewegung auslöse.
Ich quäle mich immer wieder durch eigens produzierte Noise.

Ereignisarme Zeiten schärfen die Sinne.
Bedeutungsloses wird bedeutsam.
Vorher Bedeutsames wird bedeutungslos.
Die Ruhe reinigt mein Herz.

Ich werde vielleicht doch nicht sterben.
Ich werde sehr wahrscheinlich nicht sterben.