Ich bin Solveig, 28 2/3, lebe in Berlin, will aber nach London. Ich liebe Kunst, das Internet, Pop, meine Freunde und die Liebe. Ja, ich glaube an Happy Endings. Die Unschuld ist mein privates Blog. Ja, genau privat. Ganz seriös ist es drüben beim Blog von Artconnect Berlin, wo ich auch der Bestimmer bin. <3

Dienstag, 31. August 2010

Montag, 30. August 2010

Samstag, 28. August 2010

London Brick Lane



mehrmehrmehrmehrbilder auf dt64.tumblr.com

Kamikatze hat 7 Leben.

Nach einem ersten chilligen Abend hier in Hackney, East London gings heute per Fahrrad zusammen mit zwei Kurier- und Fixi-erfahrenen Boys durch halb London, und ich übertreibe diesmal nicht, wenn ich sage HALB-London. Schön in der Mitte der beiden Jungs boxiert, gings direkt durch den mir definitiv angsteinflössenden linkischen Stadtverkehr Londons. (und ich schwöre, morgen fahre ich das erste Mal in meinem Leben mit Helm!) Adrenalinkick hin oder her, anscheinend bin ich da einfach nicht der Typ dafür, sondern mein gutes altes grünes Klappfahrad und 'nen gechillten Ride durch Berlin gewöhnt. Naja, jedenfalls hab ich das Gefühl heute Fahrradfahren nochmal von der Pike auf neu gelernt zu haben und dafür gabs dann auch ab und zu Props von den Boys (wenn das nicht nur Motivationspusher für den noch vor uns liegenden Heimweg waren...) Nochimmer denke ich daran, wie es meiner Oma jetzt gehen würde, wenn sie von meinen Kamikazeaktionen im Londoner Linksverkehr wüsste. Ich kann mich deshalb eigentlich auch gar nicht recht erinnern, was ich alles gesehen habe, so schnell flog das heute auf meinem altrosa Ladiesbike an mir vorbei. Ab zur Brick-Styler-Hipster-Lane, vorbei an St. Pauls Cathedral, Picadilly Circus, über die Tower Bridge, dann lost irgendwo in Soho (dass die Reihenfolge nicht stimmt, hat bestimmt schon jeder Londonbesucher geschnallt). Die Eindrücke insgesamt sind atemberaubend und überwältigend für mich. Ich meine, ey, das ist hier meine erste echte Großstadt, meine erste richtige Metropole, die ich nach Jahren des Hustlens und Strugglens endlich erkunden darf. Amsterdam, Berlin, Prag, Rom, Barcelona und der Rest - Altaaa!, das is der schlechteste Chuck-Norris-Witz gegen DAS hier. Metropole ist das hier - so richtig mit Menschenmassen an Kreuzungen und Ampeln, verrückten Taxifahrern, extrem lauter Geräuschkulisse, Shopping- und Fashioncircus á la Soleil, Culture- und Achitekturclash an jeder Drecksecke, Multikultisowieso und überhaupt. Man, ich bin so geflashed, wie selten in meinem Leben. Und ernsthaft, ich habe heute Gott dafür gedankt, dass ich das alles erleben darf. Berlin, du bist ab jetzt mein heimatliches Dorf und London, die Stadt in die ich irgendwann ziehen möchte, wenn ich groß bin.
Today, I fall in love with London.

...Fuckman, ich hab das echt überlebt heute...
Grüße nach Hause ins Hipster-Rentner-Paradies Berlin.

Mittwoch, 25. August 2010

Ah ja, Weltreise. Cool. - War ja klar.

Die ganze Zeit vegetiert man hier in Berlin liebestechnisch vor sich hin. Auf der nichtsuchenden Suche nach einer nächsten funktionierenden Beziehung, pendelt man von ungewollt von Fick zu Fick in der Hoffnung, dass es mit irgendjemandem vielleicht mal wieder ernster wird, als nur die gratis Löffelchen-Heizung, die man seit Jahren so vermisst hat und die dann doch viel zu wenig Wärme abstrahlt.
Doch dann triffst du ihn, den Typ deiner Träume. Er sieht in deiner verzerrten Wahrnehmung nicht nur phänomenal gut aus, nein, er ist auch noch megaintelligent, hat sein Studium beendet und hängt nicht mehr in nervigen Selbstfindungsprozessen eines Twentysomething fest. Ihr mögt ganz zufällig den selben Mainstream, die gleichen Clubs, habt ähnliche Ansichten vom langweiligen und problemlosen Leben in dieser westlichen Welt. Ihr seid euch einig, dass man zuviel Fleisch isst und teilt euch den nächsten Bürger vom Bürgeramt. Die einzigen Dinge, die euch unterscheiden, machen euch nur noch mehr an, das anziehende Gegenüber noch interessanter. Nichts zwischen euch ist komisch, man fühlt sich vertraut, kann sich fallen lassen, ohne an den betonharten Boden der letzten Enttäuschung zu denken. Eines Netztes und eines doppelten Bodens bedarf es seltsamerweise auch nicht, obwohl die mittlerweile eigentlich zum Savetymuss eines Mittezwanzigers gehörten, wie Kondome mit Bananengeschmack. Man ist seltsam entspannt, ohne auch nur einmal den anderen nach behinderten Gewohnheiten abzuscannen. Alles zwischen euch ist perfekt und könnte insgesamt nicht besser sein.
BIS AUF:

Er wird dich in 3 Wochen verlassen und geht für ein Jahr auf Weltreise. War ja klar.

Es musste ja so kommen. Es ist immer so.
Warum ist das immer so?

Die Erklärung ist gar nicht so schwer, wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist. Die Person, die uns jetzt gerade als der perfekte Partner erscheint, wird uns in absehbarer Zeit verlassen, das heißt, sie stellt keine akute Gefahr für unser gewachsenes, heiliges, unabhängiges, freiheitsliebendes Single-Selbstbewusstsein dar. Die Distanz, die immer dann von uns selbst produziert wird, wenn uns jemand zu nahe kommt, wird durch äußere Umstände geschaffen. Sie ist unweigerlich schiksalshaft vorgegeben, wenn auch in einem allzu derben Maß, denn ein Jahr ist verdammt lang und alle Beteiligten, wissen, dass das niemals gutgehen kann. Wir werden deshalb dann meist höchst dramatisch, obwohl wir unterbewusst ein bisschen froh sind, dass die Gefahr einer erneuten Enttäuschung auf schicksalshafte Weise gebannt ist. Natürlich will man es ausprobieren, natürlich könnte das die ersehnte Chance sein. Aber was solls. So ist das Leben und das heißt, man hat jetzt gar keine andere Möglichkeit, als sich jetzt mal so richtig derbe der Sache hinzugeben, weil man sowieso nichts von seinem Selbstbewusstsein verlieren kann und dabei für einen kurzen Moment doch alles gewinnen kann.

Mal schnell abgetippt mit herzlichsten Grüßen nach Vancouver.

Dienstag, 24. August 2010

"Thomas Schütte - Modelle und Ansichten" aus der Bundeskunsthalle Bonn

Das einzige, woran ich lange Zeit gedacht habe, wenn ich Thomas Schütte gehört habe, waren diese überdimensionalen Plastiken, die auf dieser Abbildung im K20K21 in Düsseldorf installiert sind. Schütte - das war für mich ganz platt der Typ, mit diesen übergroßen Michelinmännchenfiguren. Dass das so nicht stimmt, habe ich schon vor ein paar Monaten im Guggenheim Berlin erkennen müssen, als ich vor einer beeindruckenden Serie von übergroßen architektonischen Zeichnungen stand, die malerisch von Schüttes hand koloriert wurden. Nun konnte sich mein Bild von Schütte noch weiter verfeinern. Obwohl ich anfangs kein Fan von ihm war, muss ich zugestehen nach der Ausstellung in der durchaus imposanten Bonner Bundeskunsthalle wirklich ein bisschen beeindruckt zu sein. Nicht nur das Schütte wahnsinnig vielfältig ist, nein er ist auch noch echt witzig. Nachdem sich nämlich Vögel auf seinem öffentlich installierten Hotel-Modell massiv wohl fühlten, baute er einfach kurzer Hand Vögelhauser "for the birds", die in ihrer Konstruktion an italienische Palazzi erinnern.
Insgesamt bleibt Schütte mit seinen Entwürfen immer nah am Menschen. Obwohl die Konstruktionen immer Modelle bleiben, die zum Leben ungenügend sind, werden sie dennoch so gestaltet, dass man sich als Rezipient in ihnen wohlfühlt, sich in ihnen aufhalten und sie letztlich besitzen mochte. Ihre Wärme und Transparenz überzeugen in einem für den Menschen geschaffenen Maß. Man darf hineingehen. Sich setzen und den Anti-"Wohnraum" auf sich wirken lassen. Man darf für kurze Zeit in ihnen Leben, es genießen und verlässt sie doch wieder. Denn sie bleiben Modelle. Artefakte ohne Pragmatik. Funktionslose Kunst. Schütte schafft mit seinen One-Man-Houses lebensgroße Paradoxien - Analogien zum Leben.
Die unzähligen Zeichnungen, die man rund um die große Halle in aller Ruhe absehen kann, sind auf dem ersten Blick als Widerspruch zu verstehen, thematisieren die klassische Vanitas in Form von Blumenstillleben. Blüten und Blumen in Verfallsvarianten. Selbstporträts. Die Darstellung seines eigenen Grabsteins. Vergoldete Hunde. Ein Riese im Schlamm. Und doch treffen sich oberflächlich gegensätzliche Zeichnungen und konstruktive architektonische Modelle immer wieder in ihre Nähe zum Menschen, den Schütte durch seine Arbeiten in seinem Unfeld zu beschreiben versucht und noch vieles mehr.




Eigene Photos tätigen war leider, wie so oft in Sonderausstellungen, nicht erlaubt, sodass ich Bilder der Exponate aus dem Netz zusammengeklaut habe, um ein paar Eindrücke zu erhalten.

Wenn alle Stricke reißen, werde ich Guerrillagärtnerin!

Lasst uns mal in Berlin losziehen!

Montag, 23. August 2010

Sonntag, 22. August 2010

The Who - Can't explain - I Think it's love!



Got a feeling inside (Can't explain)
It's a certain kind (Can't explain)
I feel hot and cold (Can't explain)
Yeah, down in my soul, yeah (Can't explain)

I said ... (Can't explain)
I'm feeling good now, yeah, but (Can't explain)

Dizzy in the head and I'm feeling blue
The things you've said, well, maybe they're true
I'm gettin' funny dreams again and again
I know what it means, but …

Can't explain
I think it's love
Try to say it to you
When I feel blue

But I can't explain (Can't explain)
Yeah, hear what I'm saying, girl (Can't explain)

Dizzy in the head and I'm feeling bad
The things you've said have got me real mad
I'm gettin' funny dreams again and again
I know what it means but

Can't explain
I think it's love
Try to say it to you
When I feel blue

But I can't explain (Can't explain)
Forgive me one more time, now (Can't explain)

(INSTRUMENTAL INTERLUDE)

I said I can't explain, yeah
You drive me out of my mind
Yeah, I'm the worrying kind, babe
I said I can't explain

Für S&M ;)

Samstag, 21. August 2010

Unfassbar. Christoph Schlingensief ist tot.



Ich werde mir wohl noch tagelang alle verfügbaren You-Tube-Videos reinziehen. Hier ein paar ausgewählte und die ausführliche Doku vom Juli letzten Jahres.

Obwohl es abzusehen war, kann ich es einfach nicht fassen.
Schlingensief war wohl eine der wenigen Lichtgestalten in dieser verschissenen Gesellschaft, ein Vorbild für unsere Generation, welche jetzt ohne ihn klarkommen muss.
Ein unglaublicher Verlust, der mich wirklich tief trifft.
Mein aufrichtiges Beileid geht an seine engsten Freunde und Familie.
"Krebs ist ein Arsch".

Erste Seite

Genau jetzt in diesem Moment hebst du ab.
Hebst ab in dein neues Leben.

Alles willst du hinter Dir lassen,
hast du mir gesagt.
Uns und unsere Geschichte willst du hinter Dir lassen,
hast du mir gesagt.

Ich schlage ein neues Buch auf und fülle die ersten Seiten mit meinen Gedanken.
Es gibt in dieser Geschichte keine Namen.
Es gibt in dieser Geschichte keine Vergangenheit.
Es gibt in dieser Geschichte kein Morgen.
Nur das Hier und Jetzt, in der ich diese Geschichte für mich selbst schreibe.

Alles, was ich Dir auf deiner Reise wünsche, findet sich in der Widmung auf der erster Seite.
Du wirst sie niemals lesen.

Muschi Kreuzberg.

Zeit wirds auf die Muschis zu verweisen, man kommt ja mittlerweile gar nicht mehr drumherum im Stadtbild. Jedenfalls Genialer Onlineshop mit Original Kreuzberg Topmodels und noch dickeren Produkten. Verdammt, warum wohne ich nach vier Jahren Berlin eigentlich immernoch in Fhain? Naja, dann halt nur Urlaub am Kotti d'Azur. :D
Beutel kostet 15 Euro

Freitag, 20. August 2010

Herz und Hirn.

Ich schlafe und liege doch wach, weil ich weiß, dass du noch nach Hause kommst.

Du legst dich neben mich und deine Haare riechen nach Club.
Du umarmst mich, küsst meinen Nacken, während ich so tue, als ob ich schlafe.
Du riechst nach Zigaretten und Alkohol und wir küssen uns trotzdem.
Du fängst an dich in deinem Delirium zu offenbaren:

Maria, Ich will nicht mehr suchen.
Maria, Ich kann mich nicht entscheiden.
Maria, Ich
muss mich entscheiden:

zwischen Herz und Verstand.

Ich - bin die perfekte Frau für dich und doch:

Ich - werde aber niemals mit Dir zufrieden sein.
Ich - werde dir niemals vertrauen können.
Ich - bin wie Du und werde immer auf der Suche sein.

Wir sind zu gleich und doch zu verschieden.
Wir können niemals zusammen sein.

Ich versuche dir zu sagen, dass wir immer auf der Suche sind.
Ich versuche dir zu sagen, dass wir uns nicht entscheiden müssen.
Ich versuche dir zu sagen, dass ich nur mit dir ruhen kann.
Ich versuche dir zu sagen, dass alles irgendwann einfacher werden wird...



Ach Fuck,
nur einmal in drei Tagen habe ich letztlich die drei beschissenen, ausgelutschten Wörter zu Dir gesagt und dennoch hunderte Male im Kopf gehabt.
Mein Kopf entscheidet sich jetzt immer wieder dagegen, sie vor Dir auszusprechen.
Lediglich unsere Körper scheinen sich niemals dagegen zu entscheiden, die Dinge ständig beim Namen zu nennen. Verdammt.

Mit dir - oder - wie geschminkte Hundescheiße

Bruce Nauman

Es ist in einem Moment zu lachen, so intensiv, wie ich noch nie gelacht habe
und
im nächsten Moment zu weinen, so ehrlich, wie ich noch nie geweint habe.

Ich tue das alles vor Dir, in deiner Anwesenheit,
denn ich habe Dir gegenüber schon lange kein Schutzschild mehr,
vielleicht, weil es nichts mehr zu verlieren gibt,
vielleicht, weil es nicht mehr ums Gewinnen geht.

Ich kann in deiner Gegenwart nicht anders, als immer nur Ich selbst zu sein.
Vor dir bin ich ehrlich, einfach, verletzlich und vorallem anstrengend.
Ich bin dir ausgeliefert und liefere mich aus,
jedem Moment und den wenigen flüchtigen Sekunden, in denen ich Dich und uns fühlen kann und dennoch weiß, dass das alles vergänglich ist.
Dass wir uns wieder für lange Zeit trennen und dennoch auf seltsame Weise verbunden sind,
andere Menschen treffen, küssen und lieben und sich dennoch nichts für uns ändert.
Es lässt sich nicht in Worte fassen.
Es ist so absurd.
Es ist so schön.
Wir können nie zusammen sein.
Wir werden für immer zusammen sein.

Während ich dies schreibe, sitzt Du mir gegenüber. Du lachst mich an, während ich in diese dreckigen Tasten drücke. Deine großen braunen Augen grinsen über meine I-Tunes-Liste, die ich Dir gerade kopiert habe. "Spann mal an!" sagts Du und greifst meine Wade. Ich grinse Dich nur an und Du telefonierst weiter in dieser Sprache, die ich nicht verstehe.
Nur noch wenige Stunden, die ich in Extremen und Banalitäten mit Dir erlebe.
Vielleicht unsere Letzten.
Bestimmt nicht unsere Letzten.

Donnerstag, 19. August 2010

..und meine letzten Gedanken gehören wieder dir.

Wo Du wohl gerade bist?
Wie es Dir jetzt wohl geht?
Wo Du vielleicht schläfst?
Wen du gerade küsst?
Wieviel Bier du heute getrunken hast?
Wie vielen Menschen du dich heute vorgestellt hast?
Wie viele Männer sich heute nach Dir umgedreht haben?
Welche Gedanken du Dir heute gedacht hast?
Wie oft du vielleicht auch an mich gedacht hast?

Ich weiß noch nicht mal, wieviel Uhr es bei Dir ist, nur dass Google die Entfernung zwischen uns nicht bestimmen kann.
Ist das ein Zeichen?
Wenn ja, ist es mir egal.

Mittwoch, 18. August 2010

Luftiger Herbst

Useabrand gibt dem jungen Designnachwuchs eine Plattform zur Kommunikation, Repräsentation und zum Wettbewerb! Eine uns bekannte Designstudentin versucht sich aktuell mit einem Entwurf eines Herbstkleides und soll natürlich gerne unsere Unterstützung bekommen! Luftiger Herbst ist angesagt. Also, Anmelden und Voten, mit allen vorhandenen eMail Adressen und Nicknames. Im Moment ist sie auf Platz eins, da soll sie auch bleiben ;)
Der Sieger erhält neben dem Original Sample, fünf Euro pro verkauftem Stück. Eine schöne Idee finde ich. Fein Klicken!

Dienstag, 17. August 2010

Vergesslichkeit

Oh Shit, ich habe mal wieder einen wirklich wichtigen Geburtstag vergessen und das passiert mir ständig, weil ich sie weder in mein halbjährlich verlorengehendes Handy einspeichere, noch in der eigentlich megapraktischen Facebookerinnerung wahrnehme. Ich möchte mich jetzt am liebsten selbst misshandeln, weil mir genau diese Menschen, deren Geburtstag ich meistens vergesse, soviel bedeuten. Liebe Michi, alles alles Liebe und von Herzen alles Gute zu deinem 27. Geburtstag! Ich hasse mich dafür, dass ich verpeilt habe, dich anzurufen!

Montag, 16. August 2010

Paradoxon Kalkbrenner

Verdammt nochmal, es muss raus. Ich weiß noch nicht genau was, aber es muss jetzt um diese Uhrzeit noch raus. Wahrscheinlich wiederhole ich mich auch, aber egal. Es wächst in meinen Gedanken seit Tagen heran, dieses Konstrukt, dass das alles hier nicht echt ist. Ob nun Matrix oder Inception, Parallelwelt oder Traumebenen, welches Konzept auch immer. Es trifft meinen Nerv genau jetzt. Denn alles hier fühlt sich gerade jetzt so verdammt irreal an. Ich leide jetzt nicht an Realitätsverlust, wie manch andere, die einfach mal in fremden Wohnungen Duschen gehen, oder so. Aber verdammt nochmal alle meine Probleme, die noch vor wenigen Wochen echte Probleme waren, haben sich von heute auf Morgen in Luft und Liebe aufgelöst.
Mein Leben besteht gefühlt aus dem oft diskutierten bedingungslosem Grundeinkommen, mit dem ich meinen Ideen dayperday ungehindert nachgehen kann. Ich gehe wieder auf Parties, treffe Freunde, lese Bücher, trinke Alkohol, gehe auf Ausstellungen, habe verhältnismäßig gten Sex und schreibe wieder Blogposts mit tendenziell mehr als 50 Wörtern. Ich fühle mich frei von allen Zwängen, die mein Herz und Hirn noch vor kurzem massiv blockierten. Zeitmanagement Fehlanzeige. Management im Allgemeinen -> Fehlanzeige. Ich lasse mich treiben. Zu Menschen, Melodien, Bildern, Emotionen. Verdammt nochmal jeden einzigen Tag, ich kann ihn genießen.
Berlin spinnt doch irgendwie. Ich kam hier an, vor fast vier Jahren, megageflashed von der hier erfahrenen Freiheit einer getriebenen Ebbe, gab ich mich all den Verlockungen hin, immer wieder bereit für den nächsten Flash, der hier jederzeit um die Ecke kommen kann. Nach jetzt fast vier Jahren ist, wie wir es nennen "unsere Blase" zur Normalität geworden. Ich bin hier im Schlaraffenland der Hedonisten zuhause. Das permanente Urlaubs- und Freiheitsgefühl ist in jede Pore unserer Tanzkörper übergegangen. Es ist normal, hier so zu leben. Es ist normal, den Flash um die Ecke schon zu ahnen, normal die Wochentage zu vergessen. Normal, den Sommer für das ganze Jahr zu halten.
Sicherlich kommt schon bald die Zeit, in der ich mich wieder orientieren, ordnen, strukturieren muss. Weil ich es mir schuldig bin und der erlittenen "guten Ossierziehung". Und irgendwie ja auch diesem Staat. Doch im Moment lasse ich mich noch ein wenig treiben im Meer, der sich über Blogs produzierenden Individualisten und genieße das schlechte Gewissen, das mich sofort packt, wenn ich aus Berlin rausfahre, denn ich weiß, ich werde noch viele Sommer in diesem Disneyland als Arielle, die Meerjungfrau durch eine mit Glitzerperlen angefüllte Spree schwimmen auf der Suche nach meinem Prinz P. Vielleicht ja auch mit nem geregelten Halbtagsjobs und jeder Menge Non-Profitprojekten im Petto. Ginger Spice, Altaaa!

Momentaufnahmen


Berlin.Boxi.R1.Banane.SchwarzeGazelle.Goldkrone.Fleisch.Beamer.Ginger.Filmriss.Falten.Ohrringe.MagnumMandel.Locken.Hausschuhe.Kamillentee.JulianSchnabel.Weltreisen.Pommes.Kalkbrenner.WarrenG.Nutella.Fail.Wedding.Toyota.Korkkunst.SMS.Flur.Berlin.
S&N&M&M&M&N.


Samstag, 14. August 2010

Bruce Nauman im Hamburger Bahnhof.

Gestern habe ich mir die Nauman-Ausstellung im HB angesehen und ich kann wirklich niemandem davon abraten. Nachdem nämlich Walton Ford der absolute Reinfall war, kommt jetzt die Riesenentschädigung mit Nauman um die Ecke. Sicher ist die Ausstellung nicht so flashy, wie Eliassons Licht und Nebelspiele im Gropius-Bau, dennoch flashy auf andere, intellektuelle Art. Nauman geht in jeder Hinsicht deeper. Er kriecht irgendwie subtil in dich rein. Das Erlebnis seiner Räume, Cages und Korridorre ist für mich schon immer sehr speziell gewesen, wenn auch letztlich nicht so konsequent, wie bei Gregor Schneider, der dich komplett in sein Labyrinth einschließt und dich deiner Ängste aussetzt ohne einen Notausgang. Nauman deutet das nur an, lässt dich immer noch entkommen, lässt dir die Luft zum atmen, lässt dich im Museum, im Bewusstsein seiner Fiktion. Naja, jedenfalls machen großartige Exponate, ja solche die einem Google immer in der Toplist anzeigt, in der großen Halle und auch in den neu kuratierten Riekhallen diese Ausstellung extrem sehenswert für Menschen mit Tiefgang, die nicht nur Effekt-Orgasmen in der Berliner Museumslandschaft hinterherrennen.

Ebenfalls sehr empfehlenswert der Katalog in Form eines Lesebuchs von Eugen Blume für 20 Euro. Holt euch das!

Ende gut. Alles gut?

@Leipzig Könneritzstraße

Auh man, ihr Granaten, die Kunst kommt im Ebbenuniversum gerade viel zu kurz, aber ey, mein Studium ist geschafft, seit Donnerstag halte ich endlich ein Blatt Papier in den Händen, auf dem eine mir völlig surreale erscheinende Abschlussnote drauf steht und verdammt nochmal: ich habe JETZT Lust das zu feiern! Seit geschätzten sechs Wochen geht das nun schon so, dass ich mich meines sorglosen Lebens erfreue und mich nicht im Ansatz davon gelangweilt fühle. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich weiß nicht, welches Projekt ich zuerst mit vollem Akku angehen soll, auf welchen Hochzeiten ich dem Brautpaar den ersten Tanz stehlen und mit wem ich am Ende der Party nach Hause gehen soll. Mit dem Bräutigam oder doch lieber gediegen mit dem sexy Trauzeugen. Naja heiraten, war ja nie mein Ding. Keine Ahnung, wo dieser Vergleich jetzt herkam. Alles erscheint mir momentan möglich. Ich bin dermaßen glücklich, dass es mir manchmal Angst macht mein persönliches Happy End so intensiv auszuleben, ja sollte ich vielleicht ein schlechtes Gewissen deshalb haben? Nö. Ich weigere mich einfach und tanze weiter, denn da sind auch noch diese Menschen, mit denen sich hier alles so herrlich angenehm intensiviert hat, sodass man sich noch ein bisschen mehr in Berlin zuhause fühlt. Ein megariesendickesfettes Dankeschön geht an dieser Stelle nochmal an alle meine Liebsten, die mir aus dem Hirnschlamassel im Februar herausgeholfen haben, sodass ich jetzt wieder voll und ganz Ebbe bin. Rehabilitiert, nobilitiert, und doch nicht restlos zivilisiert, denn eure Namen wurde ich mir jederzeit bei vollem Bewusstsein auf die Stirn tatowieren lassen, ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken. Also, auf weitere Ebben-Hirngespinnste, die es auszuleben gilt! Oh möge diese Euphoriephase noch bis Dienstag anhalten. Ihr seid mein Senf in der Suppe. :D

Ehrlich.

Ehrlichkeit fällt einem immer dann leicht, wenn es um nichts geht.
Ehrlichkeit fällt einem immer dann schwer, wenn es um alles geht.

Ich freu mich auf auf dich. :)

Jede Woche eine neue Welt.

Ihr wisst, es gibt so Momente, die sind einfach schwer zu beschreiben und dennoch will ich wenigstens versuchen das festzuhalten, was gestern am Freitag dem 13. passiert ist. Es ist schon auch ein bisschen beängstigend: Wie können Menschen, die man wirklich nur extrem kurz kennt, einem dermaßen vertraut sein? Wie kann man sich nur so sicher sein, dass alle in diesem einem Moment dasselbe, und echt nicht nur das Gleiche denken?
Wir alle haben uns in Gegenwart der Anderen gestern so wohl gefühlt, als wäre nie etwas anders gewesen. Als würden wir uns schon ewig kennen, liege ich Schulter an Schulter mit ihr, die Köpfe der Jungs auf unseren Beinen. Gemeinsam und leicht benebelt starren wir in den Tschibo-Sternenhimmel, warten auf die immer gleichen Sternschnuppen und lauschen einer phänomenalen Playlist, genau so lange bis alle eingeschlafen sind... Wie kitschig, das jetzt alles klingt und doch -
verdammt nochmal, war dieser Moment perfekt. Ich möchte ihn immer wieder und aufs Neue generieren, doch ich fürchte, es wird nicht funktionieren, auch weil dieses Tchibo-Dings so verdammt teuer auf Ebay ist.
Aber ich bin echt mega dankbar, dass es so magische Momente überhaupt noch gibt und man sie mit ganz besonderen Menschen teilen kann. Ich zitiere deshalb gerne und möchte eigentlich vielmehr nochmehr übertreiben: "Bester Abend ever".

Und Danke nochmal Tchibo für den Shit.
Und Bitte Nico hier dein Xtra-Link. ;D

Freitag, 13. August 2010

Morgen dann!

Es gibt diese Tage, die wie eine Dunstglocke über einem hängen. Die Fassungslosigkeit des Nichtstuns lähmt mehr, als dass sie antreibt. Musikalisch treibt man zwischen Ryan Adams und Sick of it all. Wenn es schlimm kommt auch Yann Tiersen. Im Fünf-Sekunden-Takt werden entweder Twitter, Facebook oder das eine beliebige Blog geöffnet, ohne dass sich etwas verändert hätte.

Fingernägel kauend, Haarsträhnen drehend und Fuß wippend hofft man auf ein schnelles Ende des Tages. Die Bewegungslosigkeit verschafft kalte Nasenspitzen und Sitzfalten. Der eine rettende Anruf kommt nicht. Nichts kommt. Jedenfalls nicht von allein.

Eigentlich sind solche Tage akzeptabel. Nicht aber, wenn sie seit einem halben Jahr so gehäuft wie Ponyfrisuren vorkommen. Wenn man zu hören bekommt: "Sei doch froh. Du hast so viel Zeit. Mach doch was dir Spaß macht." Die ersten Wochen funktioniert das auch noch ganz gut. Aber stetig Dinge zu tun die kein Ziel, keine Bestimmungen haben - das macht wahnsinnig.

Ich will endlich wieder eine Aufgabe. Eine richtige. Eine mit Substanz. Eine die mir Frieden bringt.


Danke Nicolai, ich tanze, staune und erinnere mich.

Hermanos Inglesos feat. MeMe - Wanderland from Kristof Luyckx on Vimeo.

Michael, ist das nicht Metro Area Sound? Ich fühle mich leicht erinnert an erste gemeinsame Tanzabende im Kassablanca Jena. Metro Area, was war das für ein geiles Album... puh.

Donnerstag, 12. August 2010

deviantART Muro


Was schönes, zum spielen! Nettes Onlinetool mit ein paar gratis Filtern und Werkzeugen.

Mittwoch, 11. August 2010

Festgehalten für den Moment mit Dir.

Was gibt es Schöneres, als mit dem besten Freund nach langem mal wieder auf der Couch zu chillen. Während er Zelda zockt und sich seiner Kindertage erinnert, schwirre ich durch die bekannten unendlichen Weiten, nebenbei laufen bekannte Ärzteserien auf einem Privaten. Wie langweilig, wie schön!
Schon lange läuft dieser Spot und gerade eben musste ich mal wieder herzhaft darüber lachen.

Ebenfalls ganz anspruchsvoll, dieser hier.

Außerdem wies mich Mbum auf dieses sexy Video hin, dass wohl schon ne Weile zu den geheimen Netzfantasien meiner Jungs gehört. Ich überlege angesichts dieser heißen Braut mal wieder das Ufer zu wechseln...

Daisy Lowe from shaggz02 on Vimeo.


Konfetti

Nicht nur meine Wohnung, sondern auch seine und deine und auch die von dir ist voll von Konfetti. In den Achseln, in den Kniekehlen, in der Nase, Mund und Ohren, im Schlüpfer, Strumpf, BH, Handtasche, Schuhe, Haare. In der Dusche, im Bett, im Flur und in der Küche. Außerdem in ganz Berlin verteilt. Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln, in Mitte aufm Alexanderplatz...überall Spuren der Party von gestern, vorgestern und vorvorgestern Nacht. U-und S-Bahnen voller Konfetti. Das ist nicht die Realität - das ist die Realität!
Dank Mag das Photo.

Dirty Doering - I Would - Bar 25 -15 from kai kurve on Vimeo.



Sonntag, 8. August 2010

Erkenntnisse vom Suff-Matsch-Schlamm Antifestival - SMS 2010

Wie die meisten von euch wissen, war ich am Wochenende beziehungsweise Freitag und Samstag auf der SMS in Thüringen. Eigentlich hatten wir uns das ganz nett vorgestellt. For Free hinfahren, for free saufen und essen, backstage und am Strand lesen, chillen, baden, Peaches sowie Kruder und Dorfmeister sehen, heimatlich tanzen im Munazelt und am Strand 22, ein bisschen filmen. Naja, uns war schon klar, dass das Publikum aus 80 hochprozentigen Prolls, Spasten und Tussen bestehen würde, aber was dann passierte, sprengte unser Vorstellungsvermögen dermaßen, dass DT64 die Kinnlade über 48 Stunden nicht schließen konnte. :D
Man hatte uns bereits vorgewarnt, dass durch Dauerregen landunter auf dem Gelände der Bleillochtalsperre vorherrscht, sodass wir uns kurzfristig und auf die letzte Minute kurz vor acht, das letzte paar Gummistiefel in einer bekannten Schuhkette Jenas sicherten. "SMS?," fragte die Verkäuferin - "das allerletzte Paar" glücklicherweise in Maggs Größe! Im Nachhinein nicht vorstellbar, hatte es nur noch kleine Größen gegeben. Gegen 22 Uhr kamen wir dann bei anhaltenden strömendem Regen in Saalburg an, unsere Zelte, in denen wir pennen sollten, standen längst unter Wasser, das Barbecue kalt. Drauf geschissen, Gummistiefel an und los! Schon beim ersten Gang übers Gelände war uns klar, wir sind hier Fremdkörper. Überall gröhlende und besoffene, zugekokste Bodybuilder-Prolls, die sich gegenseitig in den Schlamm zu schmeißen versuchen. Typen, die sich Paul Kalkbrenner als Ein-Wochen-Tattoo quer über die Schädel-Stirn-Partie tätowieren lassen, natürlich weil der Film Berlin Calling "so cool" gewesen ist. Ebenso abstrakt die Aussage: "Schon schade, dass die Loveparade nicht mehr in Berlin ist" - Mag und ich sehen uns an und können es immer wieder nicht fassen, in welcher Parallelwelt wir uns gerade befinden. Spätestens beim Auftritt von David Guetta, dem Headliner der Massenveranstaltung, der mit Laser und Nebelriesen eine Scooter Hommage abliefert, ist uns klar: Wir wollen jetzt und auf der Stelle zurück: "zurück in unsere Blase". Doch wir bleiben, pennen sehr bequem im Auto, von dem wir nicht wissen, ob es jemals wieder diesen halbmetertiefen Schlammparklatz verlassen wird.
Am nächsten Tag laufen wir morgens übers Festivalgelände. Überall stinkt es nach Scheiße und Schmodder, immer wieder fühle ich mich wie in einem schlecht kopierten Anselm Kiefer Gemälde und Magg kann sich jetzt vorstellen, wie es sich wohl nach dem Krieg angefühlt haben muss. "Es fehlen nur das Blut und die Leichen im Schlamm", sagt er. Lebende Leichen gibt es jetzt genug zu sehen. Sie bewegen sich stämpfend und auf in Müllbeutel gehüllten Buffalos im Technotanzstil der 90er im Tristesse und Grau der SMS. Am Strand sind bereits alle Palmen umgekippt. Das Wasser kommt durch den andauernden Regen immer näher Richtung Strand 22, dem einzigen Vakuum, unserer Rettungsstelle, was Stimmung und Athmosphäre angeht. Wir tanzen ein Stündchen im einzig liebevoll dekorierten Basttempel und überlegen uns, wie das jetzt hier weitergehen soll. Wir müssen erstmal hier weg, wenigstens kurzzeitig diese jämmerliche Veranstaltung verlassen, um uns zu regenerieren. Ein Dorfbäcker in Saalburg entschädigt uns der Provinzialität des Festivals durch leckeren Mohnkuchen nach Omas Art. Wenigstens das funktioniert immer auf dem Dorf. Vorbei an etlichen Polizeikontrollen, die Menschen und ihre Fahrgestelle komplett auseinandernehmen, denken wir uns, dass diese unkontrollierten Spinner es verdient haben, hochgenommen und schikaniert zu werden.
Gegen Mittag kommt wenigstens die Sonne raus und der zentimeterdicke Schlamm auf Antjes Gummistiefeln fängt kurzzeitig zu trocknen an, als wir mit den Leuten von Tape TV bei Matthias DjWorkshop abhängen. Erneut und diesmal mit Kamera bepackt, laufen wir in Richtung unterirdisch schlecht organisiertes Festivalgelände, vorbei an unzähligen kieferfasching feiernden Security, die kein einziges Wort mehr rausbringen, geschweige denn irgendeine Ahnung von dem Organisatorischem auf dem Gelände haben. Sie geben nur noch Affenlaute von sich und sehen ebenso aus. Wir kennen auch im Hellen hier niemanden, außer Leute aus dem Backstage, die wir ab und an treffen. Ich mein, das ist die Heimat, Thüringen, quasi um die Ecke von Gera und Jena und doch: Niemand aus unser beider Freundeskreisen würde auch nur auf die Idee kommen, hier hin zu fahren und für diesen Dreck Geld auszugeben.
Die uns fremden Lebewesen, schmeißen sich bei jeder Gelegenheit vor unsere Kamera: "Komm ich jetzt ins Fernsehen?" ist die ernstgemeinte Standardfrage dieser Spinner. Keiner von uns beiden besitzt schon seit etlichen Jahren mehr ein solches Gerät und die Tatsache wird greifbar , dass es sich hier um die klassischen BigBrothergucker und RTLII Daueruser handelt. Es ist für le Mag fast unmöglich bestimmte Einstellungen zu machen, weil sich immer wieder neue Spasten vor seine Linse pressen, Grimassen schneiden, selten behindert Grinsen, dämlich Winken, wie wenn die Wetten-Dass-Kamera durchs früher durchs Publikum schwenkte und dermaßen prollposieren, dass ich fast kotzen muss. Für unglaubliche Zehn Euro und ein T-Shirt von Unteilbar slidet einer dieser Techno-Tiere auf Koks mit Bierbauch durch den, wie gesagt knietiefen Morast. Ich denke, das ist Aussage genug. Es sind unglaubiche Bilder, die sich hier in unserer beider Hirne einprägen. Wir sind unter Irren. 80 Tausend. Ohne Ausnahmen.
Nun, wir drehen weiter, bekommen unsere Einstellungen und wandern ein letztes Mal zum Strand 22 runter. Dort angekommen, scheint die Sonne durch das Stroh, das DJ Pult zum Wasser gewandt, ist die Stimmung erträglich, ja wandelt sich dank juter Musik von Jekyll&Hyde aus Dresden und Livevocals von Fabian zum Normalzustand bis leichter Gutgelauntheit um. Auch DT64 wird von Sound gepackt und plötzlich sind wir da. Haben Spass. Lachen. Tanzen. Against the fucking SMS am lovely Strand 22. Ein gutes Video wird das geben. Ich habs im Gefühl. Ein Schuss Pheromone tut den Rest dazu, dass ich gegen Sieben in Richtung Berlin auf dem Beifahrersitz grinse, während Maggi fahrt und wir beide Berlin entgegensehnen. Endlich wieder normale Menschen, die ebenfalls Drogen konsumieren, aber herrlich normal sind, in dieser, unserer Blase Berlin. Als wir die Autobahn abfahren, durch Tempelhof Richtung Kreuzberg, spricht Maggi mir aus der Seele. Unser Heimat ist uns fremd, die Fremde unsere Heimat geworden. Hier wollen wir bleiben. Vielleicht auch für immer.
Berlin, you are my Life!


Donnerstag, 5. August 2010

Authentische Netzmenschen


Nicht zum ersten Mal sitze ich plötzlich Menschen gegenüber, die ich vorher nur durchs Netz kannte. So traf ich Matze von Castor und Pollux, nach einer heftigen Liebeserklärung für seinen Blog, nun schon vor fast 1,5 Jahren zum gemeinamen Ausstellungsbesuch, lernte den Liebsten von Paula Luca, der einst seinen Chaosplanet offenbarte, im Real Life kennen, vorgestern dann Biertrinken mit den Digitalfreunden von Analogoul, heute eine kleines Frühstück mit Radiant Child und DT64 und Gerade Masterarbeit Korrekturlesen von Justhis.
Festzuhalten bleibt, dass die Differenz zwischen dem, der jeweils schreibt und dem, der dann plötzlich vor einem steht, immer wieder verblüffend gering ist und ich freu mich irgendwie darüber so viele authentische Netzmenschen um mich zu haben. Das spricht für sie und für deren jeweiliges Blogsporting. Dennoch verrückt irgendwie, Menschen erst ohne Materie quasi nur ihr Erdachtes, ohne physische Präsenz kennenzulernen. Anscheinend auch irgendwann zwischenmenschliche Normalität in dieser virtuellen Verrücktheit von Welt.

Dienstag, 3. August 2010

Nachtdigital 13 - Worte und Bilder.











Einer der leckersten Milchkaffees, die ich in meinem bisherigen Leben getrunken habe und ich weiß, dank meines Baristadiploms leider wovon ich spreche.



Das Nachtdigital Deko-Team hat wieder für einige Überraschungen gesorgt. Besonders schön die Monchichis, die über der Bühne baumelten.
Bennemann diesmal schon Samstag Mittag, statt Sonntag.
Juli Holz schaut sich Band Ane mal ganz genau an und ab, tippt während Band Anes Auftritts wie wild auf ihrem Iphone herum. :D
Abschlusstanz mit Manamana. Leider ziemlich lahm.

Der Freitag begann ziemlich chillig. Schon am Nachmittag angekommen, standen bis 21 Uhr alle Zelte und die anderen begannen schon recht zeitig damit, sich zu betrinken. Wie immer in letzter Zeit, hatte ich einfach keinen Bock darauf. Ab um neun stürtze ich deshalb meist allein übers Geläde, um alles auf eigene Faust zu erkunden. Das erste Highlight des Abends war definitiv Lusine, die mich über die sonst grottenschlechte monotone Technomusik hinwegtrösteten. Nur mit Pegel oder sonstigen bekannten Drogen konnte das erträglich sein. So schleppte ich mich über Stunden mit heißem Chaitee aus dem Drogenzelt zu Floating Points, die mir den Abend dann wieder musikalisch geradebogen. So gegen halb sechs lag ich dann mit Bässen im Ohr auf Omis Schaukelauflage und döste im Halbschlaf dem Samstag Mittag entgegen. Diesen verbrachten wir dann ausschließlich am Strand mit Baden, Tanzen und Sonnen und dem beobachten der heißen Holländer und Hollanderinnen, die nach eigenen Aussagen über ihre Stereotype bestens informiert waren ("wir sind alle blond, langhaarig, unsere Mädchen dünn, weil immer auf Speed"). Nungut.
Nachdem der Freitag musikalisch für mich ziemlich anstrengend war, sollte mich der Samstag für alles entschädigen. Schon am Nachmittag saß ich in der ersten Reihe bei Band Ane. Und ernsthaft: Ich kann mich nicht einkriegen, bin immernoch euphorisiert von dem Esprit und der Ausstrahlung dieses Wundermädchens aus Dänemark. Charming, wie eine jugendliche Björk, bewegte sie sich, wie eine hellhäutiges Indianermädchen, in abstrakten Takten und Melodien uf mystischen Klangteppichen Richtung Ebbes Musikhimmel. Ein unglaublicher Auftritt, der sich für mich unbedingt demnächst irgendwo wiederholen muss. Wenn es Poster gäbe, würde ich sie mir ernsthaft wieder ins Zimmer hängen... Soviel dazu.
In leichter Euphorie vom Nachmittag mit Band Ane konnte der Abend und die Nacht nur geil werden. Weiter gings dann mit Karocel, einem Misch-Masch aus Matthias Kaden und Marbert Rocel, der wohl für die meisten Besucher der beste Act des Nachtdigital werden sollte. Soviel Begeisterung, Lebensfreude, Gelöstheit und Grinsefähigkeit hat man wirklich selten in einer tanzenden Masse verspürt, wie in diesen eineinhalb Stunden Popgewackel. Es würde mich deshalb auch nicht wundern, wenn das Projekt jetzt in Serie geht...sicher gibt es bald massenhaft Videos bei Youtube, die diese Eindrücke bestätigen.
Nun hieß es wieder überbrücken. Überbrücken zu Feindrehstar, die mir schon eine Woche vorher in der Bar 25 meinen Hintern musikalisch versohlt haben. Supermayer auf der Hauptbühne, Theo Parrish im Zelt. Sicher nicht die schlechteste Übergangshilfe und ich habe mich deshalb bei beiden auch ganz gut aufgehoben gefühlt bis es gegen eins endlich losging.
Dann wurde in der ersten Reihe nochmal alles geschüttelt, was ging. Die Kleidungsschichten abgetragen und losgedanced die ganze Crew im Rücken ein wirklich schöner Abschluss unseres ND13.
Einfach unglaublich, was die Jungs aus Jena, da im Moment abliefern. Ich kann deshalb jedem nur nochmal an Herz legen, sich die CD zu kaufen, die Daten runterzuladen und sich das ganze mal live zu geben...Endlich mal wieder "echte" Musik aus "echten" Instrumenten auf einem elektronisch, anmutendenden Klangteppich... fühlbar, spürbar, rhythmisch, energetisch. Da kann man mir sagen, was man will. Es ist einfach was völlig anderes, wenn sich sieben Vollblutmusiker auf der Bühne die Seele aus dem Leib spielen. Die Begeisterung kannte keine Grenzen und man entschloss sich nach 'ner halben Stunde bei Ada deshalb den Abend mit diesem feingedrehten Gefühl, welches sowieso nicht zu toppen gewesen wäre, zu beenden, um den Sonntag auf einen letzten Tanz am Strand bei Manamana ausklingen zu lassen.
Das Nachtdigital ist eigentlich wirklich kein typisches Festival, sondern eher eine unglaublich familiäre Dreitageparty mit Sonne, Stand und Musik.