Ich bin Solveig, 28 2/3, lebe in Berlin, will aber nach London. Ich liebe Kunst, das Internet, Pop, meine Freunde und die Liebe. Ja, ich glaube an Happy Endings. Die Unschuld ist mein privates Blog. Ja, genau privat. Ganz seriös ist es drüben beim Blog von Artconnect Berlin, wo ich auch der Bestimmer bin. <3

Sonntag, 30. Januar 2011

Familiäre Fremde

"Wollen wir da wirklich reingehen? Sechs Euro? Es ist zwei Uhr und es sind nur zwanzig Leute da...!" Wir gingen hinein und fanden weniger als die recht optimistisch geschätzte Angabe des Türstehers vor. Wir stießen aber auch auf eine illustre Meute, die, von vielen Leuten wohl als Mitte-Hipster abgestempelt, hier zu Musik tanzte, die wenigstens ich aus gutem Grund bisher verdrängte. Ich mochte diesen Club schon immer für seine, wenn auch oberflächlich gesehenen, sozialen Überraschungen.

"Ach, wenn ihr schon mal hier seid, dann können wir ja – so ganz unter Freunden – auch durch die Nacht tanzen." Das war die Losung dieser Nacht. Wohnzimmer-Dancefloor und Heim-Sound-System. Man kannte keinen und doch kannte man alle. Familiäre Fremde.

Nachts sind alle Katzen grau und das gilt auch für die Musik. Die üblichen 120bpm-80er-Party-Hits fügten sich hier (aber womöglich nur hier) einwandfrei mit den kühnsten Mash-Ups zusammen, die man nur erwarten kann. Wir entdeckten viele Parallelen zu den Bravo-Hits 11 und 22; freilich nur, weil wir diese Ausgaben selbst besaßen.

Dennoch, auf der halb gefüllten Tanzfläche fackelte man nicht lange und versuchte sich in zappelnder Expressivität, für die man andernorts nur abfällige Blicke kassieren würde. Die Erkenntnis reifte heran, daß Charleston für alles geeignet ist und daß es selbst auf der kleinsten Party immer einen Tanztrottel und eine vermeintliche Tanzstudentin gibt.
Aber hey, sollte ich es miterleben, wenn jemals wieder A-ha "Take on me" mit Jay-Z gemixt wird, dann kenne ich jetzt die idealen Schritte zum getanzten Glück.


Samstag, 29. Januar 2011

So seltsam, wie es immer war.

Ich liege in meinem Bett.
Der Gedanke Dir zu schreiben kommt mir seit langem plötzlich in den Sinn.
Schnell verwerfe ich ihn, meine Vernunft schaltet sich ein.
Ich schließe die Augen, versuche zu schlafen,
da klingelt auf einmal mein Telefon.

Du bist zurück und wahrscheinlich fühlte ich es irgendwie.
Es war so seltsam, wie es immer ist.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Schreibästhetik

Was der Matze da so mit seiner neuen quietschgelben Schreibmaschine treibt, finde ich mehr als gut. Deshalb habe ich ihm alle Exemplare auch sofort abgeluxt, um sie in Ebbes barockem Kunsttempel zu archivieren. Merci <3

Die vierte Staffel von Californication ist da!

Krass, es kam mir noch so lange vor, aber jetzt ist sie da. Die vierte Staffel.

Four Lions von Christopher Morris


Montag, 17. Januar 2011

Straight Edge Ebbe

Straight Edge (engl. für Haarlineal; abgekürzt SE, SxE oder sXe) bezeichnet eine Gegen- bzw. Jugendkultur aus dem Bereich des Hardcore Punk. Straight Edge entstand in den frühen 1980er Jahren in den Vereinigten Staaten, als eine junge Generation von Punks begann, den selbstzerstörerischen Drogenkonsum abzulehnen, der zu dieser Zeit integraler Bestandteil der Punk-Szene war. 

Zentral für den Straight-Edge-Gedanken sind der Verzicht auf Alkohol (!), Tabak (!!) und andere Drogen (!!!) sowie häufig wechselnde Geschlechtspartner (!!!!!!!!!).* 

*Ausgeschlossen wird ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. ;) 

Review: Trio Schmetterling im Sowieso Neukölln

Das war eigentlich schon letzte Woche, MITTWOCH - das unglaublich schöne Konzert von Trio Schmetterling! mein offiziell erster Blogpost drüben bei Analogsoul. Da ich die Photos von Kai so schön finde, wollte ich sie hier nochmal komplett posten. Danke für dein erfahrenes Auge. :)

Wappen von Kasachstan

Kasachstan hat ein wunderschönes Wappen. Und mir war wirklich nicht wirklich bewusst, wie groß dieses Land eigentlich ist. Danke Borat.

Sonntag, 16. Januar 2011

Jürgen Teller und ich. Und bei Johann König Berlin.

Wir waren ja am Freitag zur Eröffnung von Jürgen Teller bei Johann König. Und nicht nur wir waren da, sondern noch rund 250 (!!!) Menschen, die am mehr am Kunst-Zirkus als an Kunst interessiert sind. Als letzte Woche zum ersten Mal der Name Jürgen Teller fiel, war mir nicht gleich klar, wer das eigentlich ist, denn für mein Verständnis von Kunst spielt er eher eine untergeordnete Rolle. Vergleichbar vielleicht noch am ehesten noch mit Terry Richardson. Dass diese beiden die Lifestyle-, Mode- und Porträtphotographie  irgendwie revolutioniert haben, steht außer Frage, ob diese immerhin dennnoch zweckgebundene Photographie wirklich große Kunst ist, bleibt zu diskutieren. Als mir Google auf meiner Recherche dann einige Photoergebnisse von Teller ausspuckte, staunte ich nicht schlecht. Ich hatte Jürgen Teller bereits in meine Ikonomaniewohnung integriert ohne es zu wissen, seine Photos aus einer Zeitung rausgerissen und prominent in meine Küche gehangen. Dazu zählte unter anderem die Werbekampagne mit Marc Jacobs und die Bildstrecke aus dem Zeitmagazin mit dem Schauspieler Lars Eidinger. So kam ich für mich und diese Ausstellung, was Jürgen Teller betraf schnell zu einem vagen Ergebnis, welches ich dennoch mit euch teilen und diskutieren möchte. Jürgen Teller Photographie funktioniert in Magazinen etc. unglaublich gut, weil sie hervorsticht, die Persönlichkeiten entblösst ohne in irgendeiner Weise peinlich zu sein. Selbst angesehene Schauspielerinnen entblößen sich vor ihm um im Louvre nackt vor der Mona Lisa zu posieren. Die Art von Photographie ist spritzig, neuartig, provokativ - das was man postmodern nennt und ohne es abwerten zu wollen - affirmativen Hipster-Hype-Charakter hat. Dennoch, warum man jetzt den Sprung macht und das ganze auf Gursky-Groß-Formate vergrößert und damit die Schnappschussqualität der Bilder bis ins Unerträgliche steigert, weil die Bilder irgendwann einfach pixelig werden, verstehe ich nicht. Was daran Kunst ist, auch nicht. Ich spreche der Idee Nacktaufnahmen im Louvre zu machen, vorallem im Kontrast zu den Marmorskulpturen nicht ihre Originalität ab, jedoch langweilt mich deren beliebig scheinende Umsetzung und Ausstellung bei Johann König doch sehr. Die beiden Frauen werden dadurch auch nicht sonderlich gut porträtiert. Wenn wenigstens ein paar mehr Bilder gezeigt worden wären, so hätte man sich den Louvre in Paris noch etwas besser wieder ins Gedächtnis rufen können. So bleibt nur der Nachgeschmack von Langeweile bis mich wieder eine Jürgen Teller Bildstrecke aus einem der unendlich scheinenden Lifestyle-Magazinen flasht. 
And I really like the Björk-Cover! :)

Watergate und seine Folgen

1. Chymera Liveact war unerwartet besser als Kollektiv Turmstraße.
2. Wegen Gentrifikation macht der schwäbische Bäcker um die Ecke die besten Kuchen.
3. Panikattacken werden über Skype in Griff bekommen.
4. Ein kompletter Tag vergeht mit zwei Stunden Schlaf.
5. Ich sage dem Grund ab jetzt, das war früher.
6. Mein Tabak wird von dir aus dem fünften Stock geworfen.
7. Weiterhin eine gelöschte Telefonnummer.
8. Ein halber Borat.
9. Gehirnschläge sind teilbar.

Danke, dass du heute für mich da warst.

Samstag, 15. Januar 2011

Freitag, 14. Januar 2011

Black Swan von Darren Aronofsky

Ab nächste Woche kommt Black Swan mit Natalie Portman in die Kinos. Ein Film von Darren Aronofsky. Wir erinnern uns alle noch an Requiem for a Dream oder Fountain. Ich werde sicher eine der ersten im Kino sein, auch weil ich absoluter Fan von Natalie Portman bin.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Helft Ebbe bei der Berliner Tafel zur Grünen Woche!

Liebe Freunde, die ‎Berliner Tafel e.V. sucht noch Freiwillige für die Aktion zur Grüne Woche. Das sind die Termine: 21.01., 23.01. bis 27.01. sowie 30.01.2011 jeweils um 17.30 Uhr - 22.01., 28.01. und 29.01.2011 jeweils um 19.30 Uhr - Ebbe nimmt an beiden Sonntagen teil und freut sich, wenn jemand von euch Lust und Zeit hat zu HELFEN! Meldet euch bei mir, wenn ihr mehr wissen wollt, im Silberpfeil sind vier freie Plätze ♥ solveigmargret@gmail.com

Dienstag, 11. Januar 2011

Ebbendisco in bed.

Grüße zu Tanja nach East London!

Montag, 10. Januar 2011

(Hunde) - Scheiße in Berlin.

Da saßen wir heute so im Lerchen und Eulen bei Kaffee und Pizza und diskutierten mit Nico und Nadine über Gott und die Welt und über die teuflische Gesellschaft mit ihren verqueren Werten in der wir leben, da schoss er mir plötzlich in den Kopf. Der Gedanke, dass innerhalb dieser gesamtgesellschaftlichen Scheiße, die sich tagtäglich abspielt - jetzt, wo alles taut auch noch die Hundescheiße in ganz Berlin hinzukommt, die hier über all auf den Straßen und Bürgersteigen zu Tage tritt. Und diesmal ist es kein Friedrichshain-Problem, sondern anscheinend ein ausgereiftes gesamtberlinisches Desaster. Es ist zurzeit wirklich sehr wahrscheinlicher reinzutreten als daneben, weshalb man alle Leute im Slalom mit zu Boden geneigtem Kopf durch die Hauptstadt laufen sieht und doch jedes Treppenhaus zuletzt nach Scheiße stinkt, weil irgendeiner nicht mehr geschafft hat auszuweichen.  Mein Treppenhaus stinkt leider auch. Ich denke mir, dass Tel Aviv - die Katzenstadt voll von Katzenkot war, meiner Meinung nach stinkt der noch bestialischer, anyway... Kann mir jemand plausibel erklären, wo die ganze Hundesscheiße auf einmal  herkommt...und wer räumt das jetzt bitte weg? Abartig.

Analogsoul in neuem Gewand - Schaut mal rüber!

Meine liebsten aus Leipzig haben sich 'nen neuen schicken Haarschnitt zugelegt oder so ähnlich!
Guckt mal rüber und stöbert in ihrem sympathischen Blog! Schon bald darf sich auch Ebbe einmal die Woche bei den Jungs austoben und über Leipzig und Musikaltitäten plaudern - gewohnt naiv und mit ganz vielvielvielviel Heeeeeeeeeääääärz.

Sonntag, 9. Januar 2011

Kunst gratis an der Kunsthochschule Weißensee - Standek und Francis International Airport im Karrera Klub - Good Life im Farbfernseher - YEAHBERLIN!


Die Kunsthochschule Weißensee hat gestern Kunstwerke ihrer Studenten verschenkt. Und es war Liebe auf den ersten Blick. Danke Cyril Capbarat!

Es heißt Fragment und besteht aus Beton, spielt mit anorganischen und organischen Formen, mit gebrochenen Kuben, Abstraktion und der Rohheit des Materials, Schwere und Schwerelosigkeit. Love it!
Danach gings zu Standek und Francis International Airport in den Magnet zum Karrera Klub.
Danach gings weiter zum Tanz in den allseits beliebten Farbfernseher. Neuerdings mit Türsteher (oh, ich liebe ihn so sehr) Garderobe und zwei Euro Eintritt. Ich danke dem DJ wiedermal für diese zwei grandiosen Songs, die uns zum Ausrasten getrieben haben! Danke an Matze für die Gif! Wer hat da nochmal aufgelegt?


Samstag, 8. Januar 2011

Freundschaft und Springen


So schön sie auch sein kann und so sehr sie eine Familie ersetzen kann, so sehr kann sie einen auch verletzen. 
Leider kann man Freunde wirklich verlieren, wenn man nicht im letzten Moment noch die Kurve bekommt und über seinen eigenen Schatten springt, um die immer größer werdenden Entfernungen zu überwinden.
Ich springe und du?

Movies nonstopp: Apocalypto - Edward mit den Scherenhänden - Mad Max

Als ich über Weihnachten in London war, haben wir fast nichts gemacht außer den ganzen Tag zu essen und Filme zu schauen. Hängengeblieben sind diese drei.
Apocalypto. Kein Kommentar. Unbedingt ansehen.
Wirklich krass, welcher zeitlosen Ästhetik "Edward mit den Scherenhänden" folgt. Einer der wenigen Filme, die ich mehrmals in meinem Leben gesehen habe und immer wieder schauen werde.
Und zum ersten mal habe ich Mad Max gesehen. Großartiger inspirierender Film.

Michel Foucault - Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit.

In Tel Aviv hab ich mich ein bisschen mit Michel Foucault auseinandergesetzt. So einsam am Strand liegend dieses kleine Buch aus dem Merve Verlag Berlin gewälzt, welches durch interessante Interviews mit dem poststrukturalistischen Philosophen glänzt. Ich bin noch nicht ganz durch, aber drei Zitate sind jetzt schon hängengeblieben, weil ich sie auf mich beziehen kann oder sie einfach zutreffend sind. Wie das eben immer so ist.


"Was mich betrifft, so kam ich mir wie ein Fisch vor, der aus dem Wasser hochspringt und auf der Oberfläche eine kleine, kurze Schaumspur hinterlässt und der glauben läßt oder glauben machen will oder glauben möchte oder vielleicht tatsächlich selbst glaubt, daß er weiter unten, dort wo man ihn nicht mehr sieht, wo er von niemandem bemerkt oder kontrolliert wird, einer tieferen, kohärenteren, vernünftigeren Bahn folgt." 


"Ich träume von dem Intellektuellen als dem Intellektuellen als dem Zerstörer der Evidenzen und Universalien, der in den Trägheitsmomenten und Zwängen der Gegenwart die Schwachstellen, Öffnungen und Kraftlinien kenntlich macht; der fortwährend seinen Ort wechselt, nicht sicher weiß, wo er morgen sein noch was er denken wird, weil seine Aufmerksamkeit allein der Gegenwart gilt, der wo er gerade ist, seinen Teil zu der Frage beiträgt, ob die Revolution der Mühe wert ist und welche (ich meine: welche Revolution und welcher Mühe), wobei sich von selbst versteht, daß nur die die beantworten können, die bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um sie zu machen. (...)


"Verweigere den alten Kategorien des Negativen (Gesetz, Grenze, Kastration, Mangel, Lücke), die das westliche Denken so lange als eine Form der Macht und einen Zugang zur Realität geheiligt hat, jede Gefolgschaft! Gib dem den Vorzug, was Positiv ist und multipel, der Differenz vor der Uniformität, den mobilen Dispositiven vor den Systemen! Glaube daran, dass das Produktive nicht seßhaft ist, sondern nomadisch!"