Ich sympathisiere wirklich mit dem Ergebnis der Landtagswahl in NRW. Schwarz-Gelb war eindeutig gestern. Trotzdem die Wahlbeteiligung unter 60 Prozent und somit knapp unter der letzten Landtagswahl lag, traten gestern viele Wähler in NRW an die Urne. Am meisten freut mich das Ergebnis für die Grünen, die meiner Meinung nach immernoch profilierteste Partei. Bleibt nun abzuwarten, wer jetzt wieder mit wem? Ihr wisst schon. Denkbar wäre eine große Koalition aus Schwarz-Rot, Schwarz-Grün, Rot-Grün oder sogar Rot-Rot-Grün.Ich fände es wirklich sehr spannend zu sehen, was Rot-Rot-Grün auf den Plan bringen würde, allerdings wird die Linke trotz angebotener Verhandlungen weiterhin von der SPD als nicht regierungsfähig bezeichnet. Irgendwie ist mir Rot-Grün auch immernoch in guter Erinnerung geblieben, dank Gerhard Schröder und seiner Agenda 2010. Hat doch ganz gut funktioniert mit denen, oder?
Aber ich studiere weder Politikwissenschaft, wie die schlaue ete-petete, noch bin ich tiefgründig informiert über all die Vorgänge in dieser undurchsichtigen deutschen europäischen und globalen Politikwelt. Vielleicht möchte ich auch gar nicht mehr wissen, als täglich den Tageschaustream und ein bisschen Zeit zu lesen. Dazu bin ich vielleicht zu idealistisch und durchaus zu verletztlich.
Zu sehen, wie Menschen ihre Ideale verkaufen nur um "mitzuregieren" ist im Kern immer wieder problematisch, andererseits geht es um Konfliktlösungen, bei denen ein jeder, wie in einer Beziehung Schritte aufeinander zugehen muss, um weiterhin miteinander zusammenzusein. Ideale in allen Ehren, aber führen die nicht zu einem gefährlichen Tunnelblick? Wir alle wissen, wo sowas hinführen kann. Letzten Endes kommt es dank unseres Parteiensystems immer wieder zu einer gemäßigten Mitte. Uns alle langweilt das ein bisschen, weshalb viele einfach nicht zur Wahl gehen, weil sie keine Fortschritte spüren. Aber die Schritte Richtung Zukunft und Fortschritt können eben nur kleine oft unsichtbare Schritte sein und vielleicht ist genau das der einzig Richtige und vielleicht auch der gesündeste Weg: Geschwindigkeiten rausnehmen und nicht in Extremen leben.
Eigentlich wie beim Essen und allem anderen. Ich besuche derweil lieber exzessiv Ausstellungen, lese und schreibe weiter meine Bücher über Kunst, höre ausschweifend Musik und besuche so viele Konzerte wie möglich, lenke mich ab von dieser bösen und korrupten Welt voller Marionetten da draußen (ja, übertrieben!) und trete alle paar Jahre dennoch an die Urne um meine Kreuze zusetzen. Ingesamt eine bewusst gewählte Naivität. Besser: eine Überlebensstrategie für sensibele Menschen.
Warum gibt es keine Kreuze für Haribo, Seifenblasen und Wasserbetten? Jetzt bin ich traurig.
Danke Gu. :D
süss:)
AntwortenLöschenalso zunächst einmal war die wahlbeteiligung nicht wirklich hoch. im vergleich zu den vergangenen jahren sogar die niedrigste. es sind nicht viele wählen gegangen! die frage zur wahl und auch zu koalitionen lautet eigentlich eher: wie werden unterschiede gesetzt? oder: gibt es überhaupt unterschiede? setzen wähler ihre stimme aus überzeugung oder aus protest? und protest meint hier den großen parteien den schuh auszuziehen, sie zur koalition zu zwingen.
definitiv hat berlin die wahl beeinflusst. aber die sponsoring-affäre von rüttger hat ihn nach unten gezogen. da halfen auch keine liebpreisenden wahlwerbespots.
rot-rot-grün? ich glaub ja nicht (kann mir auch nicht vorstellen, dass das der wunsch der spd-wähler ist). eher eine große koalition. und selbst wenn es zu tiefroten zusammenschlüssen käme, es würde keine drastischen eskapaden geben! kleine ebbi, keine revolution im pott! dann eher aufstand wegen diverser finanzierungsprojekte. und da sind wir beim nächsten punkt: anstehende kommunalwahlen und "projekte" der EU. hier setzen wähler nun akzente. wie stabil ist eigentlich der euro - das beeinflusst v.a. auch ältere cdu-wähler, die sich nun vielleicht eher enthalten.
aktuell jedenfalls gibt es zwei sieger: spd und grüne. die bewältigung der griechenland-krise wird nun viel entscheiden. verliert frau merkel an zuspruch, weil sie an der eu festhält, oder punktet sie gar noch mehr, als präsidialkanzlerin das große vorhaben in angriff zu nehmen?
ich hatte das mit der wahlbeteiligung aus der zeit. vielleicht meinten die die zahl der wahlberechtigten?
AntwortenLöschenkein plan. habs jedenfalls geändert, liebe antje.
merci fürs kommentieren, cherie.
wir sind alle sehr gespannt, wies weitergeht...