Dieser Abend ist wirklich schwer in Worte zu fassen, der Film war unglaublich schockierend, gefühlvoll, sensibilisierend, anregend und gut gemacht zugleich. Die Wörter "schön" oder "ästhetisch" mag man bei dieser Thematik einfach nicht in den Mund nehmen. Wim Wenders höchstpersönlich zeigte uns seinen 23 Minutigen Dokumentarfilm über die Sexualverbrechen an Frauen im Kongo in der Akademie der Künste. Durch sehr viel Einfühlungvermögen des Regisseurs kommen sechs gepeinigte Frauen zu Wort, die ihre persönlichen Ereignisse schildern. Es schockiert, aber gleichzeitig ist man verwundert über die Art und Weise, wie die Frauen über ihr Schiksal berichten. Sie bleiben ruhig. Lediglich kurze Laute, sublile Gesten lassen erahnen, wie sie sich innerlich fühlen. Wim Wenders zeigt keine Gewalt, sondern lässt sie nur in unseren Köpfn entstehen, indem er die betroffenen Frauen sprechen lässt. Er gibt ihnen ein Stück ihrer Würde zurück, indem er zeigt, was sie sind - der Inbegriff von Stärke. Sie leben weiter, trotzdem sie teilweise verstoßen wurden und allein sind. Es ist die Tragik von Absenz und Präsenz, die das Frauenbild im Kongo bestimmt. Ein weiterer Film zum Thema, den Wim uns im Anschluss präsentierte, befasste sich mit den Männern, die im Kongo leben. Er zeigte ein Kino, indem trotz Friedenszeiten, Kriegsfilme liefen, wie die jungen Männer und Kinder gebannt auf den Monitor glotzen und so in ihre Rolle als Soldaten hineinwachsen. Was da unten abgeht, kann man einfach nicht fassen.
Montag, 19. Januar 2009
Wim Wenders zeigt Invisible Crimes
Dieser Abend ist wirklich schwer in Worte zu fassen, der Film war unglaublich schockierend, gefühlvoll, sensibilisierend, anregend und gut gemacht zugleich. Die Wörter "schön" oder "ästhetisch" mag man bei dieser Thematik einfach nicht in den Mund nehmen. Wim Wenders höchstpersönlich zeigte uns seinen 23 Minutigen Dokumentarfilm über die Sexualverbrechen an Frauen im Kongo in der Akademie der Künste. Durch sehr viel Einfühlungvermögen des Regisseurs kommen sechs gepeinigte Frauen zu Wort, die ihre persönlichen Ereignisse schildern. Es schockiert, aber gleichzeitig ist man verwundert über die Art und Weise, wie die Frauen über ihr Schiksal berichten. Sie bleiben ruhig. Lediglich kurze Laute, sublile Gesten lassen erahnen, wie sie sich innerlich fühlen. Wim Wenders zeigt keine Gewalt, sondern lässt sie nur in unseren Köpfn entstehen, indem er die betroffenen Frauen sprechen lässt. Er gibt ihnen ein Stück ihrer Würde zurück, indem er zeigt, was sie sind - der Inbegriff von Stärke. Sie leben weiter, trotzdem sie teilweise verstoßen wurden und allein sind. Es ist die Tragik von Absenz und Präsenz, die das Frauenbild im Kongo bestimmt. Ein weiterer Film zum Thema, den Wim uns im Anschluss präsentierte, befasste sich mit den Männern, die im Kongo leben. Er zeigte ein Kino, indem trotz Friedenszeiten, Kriegsfilme liefen, wie die jungen Männer und Kinder gebannt auf den Monitor glotzen und so in ihre Rolle als Soldaten hineinwachsen. Was da unten abgeht, kann man einfach nicht fassen.
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