Samstag, 14. März 2009

Ob es sich lohnt darüber nachzudenken?

Zitat T. H.:
"Musik heute: Inzwischen ist sie zum Grundrauschen unserer Existenz geworden.
Wer mit Stöpseln im Ohr in der U-Bahn sitzt oder durch den Park joggt, der lebt in zwei Welten.
Apollinisch fährt und joggt er, dionysisch hört er.
Die Musik hat das Transzendieren vergesellschaftet und zu einem Massensport gemacht. Die Diskotheken und Konzerthäuser sind die gegenwärtigen Kathedralen. Ein erheblicher Teil der Menschheit zwischen 13 und 30 lebt heute in den nichtsprachlichen und prälogischen dionysischen Räumen von Rock und Pop."

Antwort M. und S:
Kunst = π ! Wir habens begriffen und entsagen ab heute dem Pop im Allgemeinen. ;-)

17 Kommentare:

  1. und dieses komische pi ist ja auch noch die Kreiszahl, wenn dass nichts mit dem Bildzentrum bei Wols (siehe links - it´s all over) korreliert, werd ich bekloppt.
    und so sind wir wieder beim Bauhausslogan: "form follows function" und das intuitiv.

    abstraktester Lichtblick meines Lebens.

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  2. wer sein statement hinter vielen fachwörtern, wie in diesem zitat, verbirgt, hat keine ahnung. das meinen selbst die schäbigsten professorInnen.

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  3. wo bitte sind hier die Fachwörter???
    einfacher und vorallem beispielhafter kann man es eigentlich nicht formulieren.

    ?

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  4. Ich muss zugeben, apollinisch und dionysisch findet sich selten in meinem allgemeinen Sprachgebrauch (-> fremd-/fachwörter), aber ich finde die Beobachtung sehr treffend. Ob man das daran allerdings was ändern muss, wage ich zu bezweifeln.
    Es ist doch wunderbar, den logischen Tätigkeiten des Alltags ein prälogisches/chaotisches/emotionales Gewicht entgegenzustellen und sich im Gesamten auf dem schmalen Grad dazwischen zu bewegen - gelegentlich auch mal einen Schritt oder zwei nach links oder rechts zu machen... Solang man dabei nicht ewig π hinterherläuft...

    ...und es lohnt sich darüber nachzudenken

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  5. Natürlich muss und kann man daran nichts ändern.
    Niveauflexibele Menschen sind mir sowieso die Liebsten.
    Trotzdem frage ich mich oft, wie ich wohl den schmalen Grat dazwischen öfter leben kann, wenn man zu den extremen neigt.

    die sache mit dem pi, war auch eher scherzhaft gemeint, aber dennoch ist es so, dass wenn man mal auf nem stockhausen konzert war, alles andere nur noch pop ist. (was nicht unbedingt ne abwertung ist, schließlich liebe ich es auch mal naiv zu sein)

    liebste grüße

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  6. ich denke, wenn man den schmalen Grat gezielt beschreiten könnte, würde er schnell an Reiz verlieren und zum weißen Rauschen werden. Gerade die Reibung an den Extremen lässen uns doch erst spüren und erkennen... Im positiven wie negativen... Ohne die Extreme zu erkunden kann ich mir nicht vorstellen, die ausgewogene Mitte genießen zu können...

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  7. du hast auf jeden fall recht.
    aber meist kann ich die mitte irgendwie auch nicht genießen.
    das fühlt sich dann sch* langweilig an. woran liegt das?
    ach man, ich will auch die mitte genießen können.

    ;-)

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  8. Es gibt sicher n Menge Momente im Leben, deren Wert erst sichbar oder fühlbar wird, wenn man zweimal hinguckt und sich drauf einlässt... Dadurch muss natürlich lange nicht alles und jedermann toll werden - manchmal sind stille Wasser auch einfach nur still... oder scheiß langweilig...
    Man sollte nur trotz allen Medienspektakels und der Informationsflut, die ständig von allen Seiten auf uns einballert, die kleinen normalen schönen Seiten des Lebens gelegentlich mit Wahrnehmung würdigen und genießen, dass diese - auch frei von Reibung an Extremen - ganz toll sein können...

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  9. liebe maria, leider hast du den satz nicht ganz verstanden bzw. ihn zu negativistisch aufgefasst. ich wollte damit ja nur konstatieren, nicht werten. menschen unterscheiden sich nur graduell.

    (der anonyme spaßvogel oben müsste mir seine sprache: "verbirgt", "fremdwort", "verkopft", "professor" usf. erstmal erklären. klaus kinski, wittgenstein und ich verstehen seine frage nicht. er lebt sprachlich hinter seinem bewusstsein.)

    was das zitat verdeutlichem möchte ist allerdings eher dies:

    - kunst als effektivster ersatz von gott wird profaniert (das ist keine wertung, sondern eine anschauung)
    - die sinnfrage verbirgt sich dabei jedoch umso mehr
    - die seinsfrage erst recht

    pop als form zu kritisieren, läuft somit auf dasselbe hinaus wie kunst zu kritisieren, nur das der pop sich seinen ast absägt ohne hinzugucken und der kunst ihre sitzgelegenheit von geburt an wichtiger ist.

    noch kurz - wem in dem text jetzt vielleicht zu viele "fremdwörtchen" waren, der sollte:

    a) diese wörter sich un-fremd machen (engl. to read, ital. leggere, dt. lesen usf.)

    b) verstehen, dass der nichtsprachliche und prälogische raum nun mal diese sprache (sie bleibt unzureichend) verlangt.

    toni

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  10. "Solang man dabei nicht ewig π hinterherläuft..."

    1. nicht ewig, weil sterblich
    2. was sonst?
    3. warum hinterherlaufen? ich wäre für langsames hinterherspazieren

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  11. hey toni,
    glaub mir ich habs schon beim schreiben des posts kapiert und nicht zu negativistisch aufgefasst. deswegen der ;-)

    alles hat genauso seine berechtigung.

    danke.

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  12. liebe oder lieber mk,
    du hast so verdammt recht. ohne einschränkung.

    Aber in dieser von dir beschriebenen welt zu diesem Vertrauen oder besser Wagnis zurückzufinden wird immer schwieriger.

    Zum Glück bin ich auf einem guten Weg dahin:
    Sachen zu reflektieren, anstatt sich ihnen hinzugeben kann extrem schön sein.

    Ich danke dir herzlich und hoffe du bereicherst weiterhin meinen blog.

    :-)

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  13. aber so einfach ist das doch nicht.
    sich an den einfachen dingen erfreuen funktioniert nämlich nicht. höchstens bei kindern, denen etwas "naives" anhaftet.
    deswegen war Klee vermutlich so fasziniert davon.
    sobald man anfängt über sich und die welt nachzudenken, hat man eigentlich schon verloren Bzw. auch gewonnen. (das teenie-alter)
    Fasziniert ist man dann letztlich immer nur von dingen, die man nicht erklären kann.
    deswegen ist zufriedenheit und glück auch nicht definierbar.
    es bleibt die frage nach den großen Ganzen, dem Absolutem, dem Sinn, des Kunstwerks und des Lebens.
    Beides bleibt unbeantwortet, aber schon das Bewusstsein unserer eigenen Naivität, offenbart uns das es nichts weiter zu offenbaren gibt, als die Tatsache der Absolutheit und Unvollkommenheit der eigenen Naivität.

    :-)

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  14. und dank der Erkenntnis der eigenen Naivität - in welchem Ausmaß auch immer - ist doch schonmal der Grundstein dafür gelegt, sich an den profanen Dingen des Lebens erfreuen zu können. Denn egal wie sehr ich versuche, die Welt zu begreifen, werd ich es nie schaffen... In diesem Bewusstsein fällt es viel leichter, den Kopf mal auszuschalten und Dinge einfach nur wirken zu lassen ohne sie begreifen zu müssen.

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  15. "erkenntnis der eigenen naivität" geht logisch nicht.

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  16. oh doch - zu erkennen, das etwas zu komplex ist, um es verstehen zu können ist erkenntnis der eigenen naivität -> natürlich nur auf etwas bestimmtes bezogen.

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  17. wir sind und bleiben ein Leben lang naiv, die unterschiede sind dabei nur "graduell".
    Doch im Moment des Ereignisses oder der Anschauung der Kunst oder beim Hören von Musik, sind wir fähig für einen Moment über uns hinauszugehen und das Absolute, Ganze, Sublime zu erahnen, zu spüren. fassen werden wir es leider nie.
    das meint "Bewusstsein der eigenen Naivität", relativ gesehen.

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