Der vielleicht persönlichste Post meiner bisherigen Bloggerhistory.Nach meinem gestrigen sehr anstrengendem Arbeitstag lande ich an einem Samstag Abend gegen Eins im Bett. Ich bin völlig erschöpft vom Tag, habe migräneartige Kopfschmerzen, bedingt durch meine chronische Nackenstarre, hau mir ein Kirschkernkissen in denselbigen und gebe mir zwei Schmerz-Schlaf und Entspannungsburner Katadolon, um irgendwie entspannt schlafen zu können. Es fühlt sich so an, als ob die ganze Welt auf meinen Schultern lastet. Ich hoffe, dass am nächsten Tag alles besser wird und lege mich schlafen. Gegen zehn werde ich munter...bemerke, dass die Tabletten nichts gebracht haben, die Schmerzen noch schlimmer sind. Mein Kopf platzt gleich, meine Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Ich vergetiere allein eine Stunde vor mich hin, zieh mir Westart auf Zattoo rein. Thema Depressionen, hier bin ich richtig. Sarah Kuttner und ein paar andere thematisch geladene Menschen sind auch da. Sogar ein Kunsthistoriker aus Berlin, Wullen mit Namen. Ich identifiziere mich mit einem Typen, der ähnliche Probleme hat, vorallem familiär, dann beschließe ich nochmals einen Schlafversuch zu starten, um meinen Nacken zu entspannen. Alles knackt, ich traue mich im Liegen nicht meinen Kopf zu wenden, weil ich Angst habe, dass sich was ausrenkt, eine Ader platzt, ich gelähmt bin oder Ähnliches. Andererseits wünsche ich mir den Tod - die Erlösung, von den Schmerzen und allen anderen Problemen, die mich umgeben.
Ein Klingeln weckt mich, so nach ner Stunde. Ich werde wach und schlagartig erinnere ich den soeben gelebten Alptraum. Ich bin geschockt. Ich möchte weinen, geht nicht, denn ich werde an der Hautür erwartet. Mir wird immer mehr bewusst, dass ich ne Menge Sachen verdränge. Nun heißt es brunchen. Wieder verdrängen. Weiterleben. Funktionieren. Ich erzähle den Mädels trotzdem von meinem Traum, sie umarmen mich, versuchen mich zu stützen und fordern mich auf zu heulen. Geht aber nicht. Ich bin einfach zu sehr unter Schock. Auch kulturell bin ich heute zu nichts mehr fähig, alles Aktionen werden abgeblasen.
Ich gehen nach Hause. Bin wieder allein. Da packt mich die Sehnsucht. Es gibt nur einen Menschen, der es schafft mich derzeit glücklich zu machen. Ich rufe ihn an, wir telefonieren - oberflächlich, ich fange an zu weinen und zögerlich begreift er die Situation. Zu meinem Traum fehlen ihm die Worte, er ist nicht fähig sich dazu zu äußern. Dennoch beteuert er seine Liebe zu mir und sagt mir wie sehr er mich will und vorallem für mich da sein möchte, bedingungslos. Mindesten zehn Mal. Ankommen tut es bei mir allerdings nur zögerlich. Ich heule weiter. Ich verstehe nicht, dass, wie und warum man Ebbé lieben kann und vorallem all das ohne Forderungen zu stellen. Das ist mir fremd, schon immer. Dennoch will ich es begreifen, mich darüber freuen und es genießen, und vorallem teilen. Genau das werde ich jetzt tun.Nicht nur mein Bedürfnis nach Sicherheit wird immer größer. Mir scheint als ginge es derzeit allen Menschen in meinem Umfeld so, die sich in feste Beziehungen begeben und dann das volle Programm fahren. Ich will das auch! Aber so einfach ist das eben nicht. Tägliche Kämpfe wollen ausgefochten werden, nicht mit dem Partner, sondern mit sich selbst. Das kostet Kraft, die ich bisher genutzt habe, um Mauern um mein Herz zu errichten und um mein Ego aufzubauen. Diese Mauern aus gefühltem Titan sollen jetzt eingerissen werden.
Die Ebbé will endlich teilen. Und diesmal Alles.
fühlst du dich besser, wenn du hörst das es anderen auch so geht? oder schlechter, weil das hieße dass es einen glücklicheren Zustand bei den meisten Menschen auch nicht gibt?
AntwortenLöschen:)
ach liebe frau müller,
AntwortenLöschenalles und nichts. das nervst doch!
ich wünsche mir normalität, die doch wieder scheiße langweilig ist.
teilen kann man das eigene leid auch nicht. schade. ich würde gerne was abgeben.
da muss jeder alleine durch. immer und immer wieder.
wie war das, "geteiltes leid ist halbes leid"? ich glaub das problem ist aber, dass jeder mit dem man teilen will sich im grunde nen scheißdreck um deine probleme schert (selbst gute freunde, und selbst wenns keine absicht ihrerseits ist).
AntwortenLöschenandererseits gibts auf der welt auch süße kätzchen :)
dann sind wir uns ja einig.
AntwortenLöschenkätzchen sind toll.
ein dicker fetter alter charakterkater noch besser.
her damit.
und schreiben sie doch mal mehr für ihren blog, der gefällt mir nämlich inhaltlich sehr gut.
liebe grüße aus kreuzberg
Brauch da jemand ne tüte mitleid...ohoh
AntwortenLöschenjeder kriegt was er verdient....!