Dienstag, 1. September 2009

Beste Freunde- Heute in der Süddeutschen und im wahren Leben.

"Älterwerden ist in den meisten Fällen mit einem Individualisierungsprozess verbunden, was darauf hinausläuft, dass man immer weniger mit einem Menschen teilt. Die Interessen spezialisieren sich man wird einfach unflexibler. Auch ich habe Sportfreunde, alte Freunde, Kollegenfreunde, Shoppingfreunde, Studienfreunde, Ausgehfreunde, Cliquenfreunde, Mitbewohnerfreunde und bestimmt noch ein paar mehr. Die Grenzen sind manchmal fließend, dennoch würde es einfach nicht gelingen all die Attribute in einem Freund oder Freundin zu vereinen."

Theoretisch stimme ich damit ja schon überein. Innerhalb dieser ganzen special Freunde und Bekanntschaften ist es auch extrem schwierig Prioritäten zu setzen. Lohnt sich das jetzt für mich, dieses Verhältnis, Bekanntschaft zu intensivieren? Oder zahlt man am Ende nur drauf? Das sind die Fragen, die sich jeder von uns insgeheim stellt, aber nie traut auszusprechen. Man will ja nicht egoistisch sein. BlaBlaBla. Letztlich bleiben, die mit denen das Verhältnis von Geben und Nehmen am ausgewogendsten ist, man sich gegenseitig inspiriert, Gedanken auf Augenhöhe austauscht. Das jeder kleine individuelle Schwächen und Fehler hat, wird dabei nicht zum "Abturn", sondern eher zum liebenswerten Detail dieser Persönlichkeit.

Für mich bleibt eine halbe handvoll guter Freunde, denen ich diesen Post widmen will.

Auch wenn wir alle diesen Individualisierungsprozess im Alter durchlaufen, mal mehr mal weiger erfolgreich, ist es doch immer wieder möglich auf Menschen zu treffen, die einen so krass bereichern und man im Gegenzug auch das Gefühl hat deren Leben zu inspirieren. Wenn einfach viele Wunschattribute in einer Person zusammenkommen und man sich dann ziemlich schnell extrem verbunden fühlt. Ich selbst war da auch extrem skeptisch, aber Simone hat mir in kürzester, aber intensivster Zeit eindeutig das Gegenteil bewiesen.

Auch wenn man sich, wie im Falle von Judith und mir, in total unterschiedliche Richtungen entwickelt und der andere plötzlich zum liebenswürdigen "Spießer" mutiert, dann entscheide ich mich eben ganz automatisch dieses Spießige zu lieben, von ganzem Herzen.

Was die Freundschaft von Micha und mir angeht, so kann ich allen Leuten, die immernoch der Meinung sind, eine Freundschaft zwischen Mann und Frau wäre nicht möglich, auf deutsch, den absoluten Mittelfinger zeigen. Denn zwischen uns ist es egal, ob Brüste, Penis oder sonstwelche überbewerteten Exkremente. Wir sind seelenverwandt und nichts ist unkomplizierter als mit ihm über alles zu reden. Einfach so. Krass, aber wahr. Dass er ein Mann ist, und ich 'ne Frau können wir leider nicht ändern, haben wir uns auch nicht ausgesucht.

Diese Beziehungen sind für mich heilig, unantastbar und geben mir täglich enorm viel Energie. Musste mal gesagt werden.
Ja, kurz drüber nachgedacht.

2 Kommentare:

  1. Und zu diesen vielen verschiedenen Lebensabschnitts- und Lebensarten-Freundschaften, die meist dann auseinder gehen, wenn keine räumliche Nähe besteht, kommt die eine ganz besondere Art:

    Die Freundschaft für´s Leben, die nie verschwindet.
    Und man würde sie auch nie gehen lassen.
    :♥:

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