Freitag, 25. September 2009

Was ist, wenn aus Liebe auf einmal Freundschaft wird?

Was ist, wenn aus Liebe auf einmal Freundschaft wird?
Was macht man, wenn das Kribbeln verschwunden ist? Ist es besser sich dann gegen die Beziehung zu entscheiden oder diese "neue" Art von Liebe zu akzeptieren mit ihr zu Leben und das bekannte Prickeln zu missen? Und was passiert, wenn jemand Neues dieses Prickeln wieder auslöst? Wie entscheidet man sich?
Ist es besser ein Leben lang diese von jedem angestrebte Konstante einer "never-ending-lovestory" aufrecht zu erhalten oder sich nach ein paar Jahren wieder in eine neue Leidenschaft zu stürzen, die dann irgendwann auch zu Freundschaft mutiert?
Ursache für dieses Dilemma sind die unzähligen gelüfteten Geheimnisse einer langen Beziehung. Man kennt den Partner einfach in und auswendig, weiß, wie er in bestimmten Situationen reagiert. Man kennt seine Schwächen und Stärken, die sich irgendwann gegenseitig aufwiegen und den Liebsten irgendwie uninteressant erscheinen lassen. Die sichere Nummer, eben. Will man diese Langeweile ein Leben lang durchziehen? So hart, wie das jetzt klingt, isses vielleicht auch gar nicht und vielleicht habe ich nur noch nicht DEN Richtigen gefunden, aber das Leben lehrt mich, dass Beziehungen eben zum Scheitern verurteilt sind, oder man es eben durchzieht, bis man die Beziehung durch gegenseitige hinterher verziehene Seitensprünge wieder aufpeppt. Kann es das vielleicht sein? Nobody Knows.

15 Kommentare:

  1. eine der schwierigsten fragen im leben. ich kann mir vorstellen, dass beides funktionieren kann. freundschaft aus liebe und umgekehrt. problematisch ist, wie du auch anmerkst, der ausgang (stellen wir es mal so hin). wird alles besser oder verschlimmert sich gar das gefühl etwas falsch gemacht zu haben. letztendlich setzt man wahrscheinlich eine tiefsinnige freundschaft durch das undurchsichtige gefühl von liebe wohl eher aufs spiel...
    desweiteren bin ich mir selbst nicht sicher, ob sich stärken und schwächen eines partners aufwiegen und damit einseitigkeit/ langeweile hervorrufen. ich entdecke meinen partner immer wieder aufs neue, bin niemals gelangweilt, sondern genieße gar dieses gefühl. vielleicht gibt es auch sicherheit, ja, aber was ist schlimm daran? sicher ist aber auch, dass es ein ständiger kampf ist (verliebt zu sein). und das wiederum wiegt das kurze gefühl von langeweile auf!

    ebbé, genieße! himmel und hölle!

    AntwortenLöschen
  2. Haste schön gesagt, liebe Antje.
    Ich habe mich auch nur versucht in diese Lage zu versetzen.
    Wie du weißt, sind das Fragen, die mich im Moment eher weniger beschäftigen!

    AntwortenLöschen
  3. Wo soll uns dieser kranke Hedonismus noch hinführen?
    Wer hat die Schuld? Die Medien oder die unfassbare Leistungsgesellschaft in der wir uns befinden? Wollen wir uns davon wirklich beeinflußen lassen und weiter
    rastlos Suchen nach neuem, unbekannten, aufregendem, dem neuen super Kick? Den wir uns doch nur selbst vorgaukeln.
    Wo liegt für einen selbst der Sinn einer Beziehung?
    Möchte man überhaupt Monogam leben?
    Möchte man es einem anderen Menschen antun der eben dieses will und man selbst nicht?
    Muss man seine Beziehung durch Seitensprünge aufpeppen um danach doch wieder Reue zu zeigen und um Verzeihung bitten?
    Das sind Fragen die man beantworten sollte bzw. muss!
    Dann kann eine Beziehung vielleicht auch funktionieren und zwar für ewig in Glück, Liebe, Treue, Leidenschaft, Verständnis und was man auch immer von einer Beziehung erwartet.
    Nur weil man seinen Partner in und auswendig kennt (wer aufmerksam ist erkennt trotzdem oft neue Seiten und andere liebenswerte Kleinigkeiten)muss es doch nicht langweilig sein.
    Zum Scheitern verurteilt sind nur Dinge die wir selbst von vorne herein dazu verurteilen.

    AntwortenLöschen
  4. Ich glaube nicht, dass die Schuld grundsätzlich bei den Medien zu suchen ist. Ich denke, das die und die von dir angeführte Leistungsgesellschaft den Vorgang des Scheiterns einfach nur beschleunigt. Beziehungen gingen einfach schon immer auseinander. Nur hat man früher noch Jahre lang neben einander her vegetiert aus Traditions-Pflicht-Gefühl des Verheiratet-seins, Kinder, Haus usw. Heute ist es eben viel einfacher sich zu trennen. Und wenn man dann wieder das Gefühl von Lebendigsein fühlt, eben nur sich selbst, ist das doch super. Kicks halten einem doch irgendwie auch am Leben. Sie lassen uns genau das am intensivsten spüren.
    Dass der andere dann leidet ist eben so. Der muss dann eben lernen auch wieder zu leben, für sich allein. Auch wenn man am Anfang der Beziehung beschließt, die Sachen monogam anzugehen, heißt das nicht dass solche Sachen dann doch passieren können. Ich finde auch dass man solch eine Frage nicht grundsätzlich beantworten kann, denn das kommt immer auf den Partner an.
    Grundsätzlich vertrete ich auch diese moralischen Ansichten, jedoch verweist einen die Praxis immer auf das Gegenteil.

    AntwortenLöschen
  5. also, man muss ja mal sagen: der satz "Zum Scheitern verurteilt sind nur Dinge die wir selbst von vorne herein dazu verurteilen." ist absolut unschlagbar. auch denke ich das man es eigentlich immer in der hand hat treu zu bleiben. sicher kann man für den durchschnittsmenschen die böse gesellschaft als grund für das vermehrte scheitern von beziehungen nennen. mit zunehmenden alter denke ich sollte der einzelne, denkende mensch schon vorher merken/wissen was die konsequenz einer evtl liäson sein wird.
    letztlich ist es er trieb und/oder die charakterschwäche eines menschen, welcher ihn zum scheitern bringt. zuerst betrügt man immer sich selbst.
    letztlich bleibt das wohl eine unendliche geschichte mit tausenden soundtracks.

    AntwortenLöschen
  6. Aber was ist, wenn man sich in jemand anderen verliebt, was ist dann? Wenn man merkt, dass es bei jemand anderem kribbelt. Was macht man dann?
    Das ist doch die eigentliche Frage. Wie rettet man dann seine ach so tolle never-ending-love- beziehung. Es geht doch hier nicht vorrangig die Frage nach Seitensprüngen, die genau von solchen Moralaposteln schon längst im Hirn stattgefunden haben, sondern eher um die Frage nach dem ERHALT von Beziehungen, die immer das Non-Plus-Ultra sind, wollte ich mal gesagt haben.

    AntwortenLöschen
  7. Und mal ehrlich betrügt nicht eher Derjenige sich selbst, der im Kopf schon zehnmal fremdgegangen ist, anstatt sich einzugestehen, dass es vielleicht doch nicht der oder die Richtige ist? Ist es dann nicht eher Charakterstärke zu sagen, man beendet die Geschichte und fängt eine neue an?
    Soviel zum Thema fremdgehen.

    AntwortenLöschen
  8. Das kann man alles nicht verallgemeinern finde ich. Ich finde man verliebt sich nicht in drei tagen, ich weiss, du schon. kribbeln ist keine liebe. eher die antwort des körpers auf einen reiz. die ach so tolle beziehung kann man retten indem man da drüber steht und sich fragt obs die konsequenzen wert ist. wenns so ist, war die beziehung hohl.
    gedanken zu haben finde ich natürlich. dagegen kann man nichts tun. das sind triebe. instinkt. man betrügt sich wenn man sich einredet sowas nicht haben zu dürfen.
    man muss eben wissen was man will - und vorallem: warum man es will.
    oder?

    AntwortenLöschen
  9. so früh am morgen schon solch tiefsinnigen gedanken...mbum, ich liebe dich!
    liebe ist ein konstrukt, das uns einerseits zum denken bringt und andererseits gerade das aussetzen lässt. sollte also der fall eintreten, dass mich eine andere person reizt und ich mir gedanken über meine beziehung mache, so muss ich abwägen, warum ich die beziehung führe, was ich an meinem partner mag und ob ich es will. sobald all diese gedanken in seiner nähe aufgehoben sind, weiß ich, dass das das richtige ist.
    reize, kribbeln usw umgeben uns doch ständig. man schaut also hin, lächelt und nimmt es hin. ich weiß das sprichwort nervt, weil es abgedroschen ist, aber dennoch stimmt es immer wieder: appetit holen, aber zu hause essen.

    AntwortenLöschen
  10. @mbum...ich kann nichts hinzufügen!
    zumindest gerade kurz nach dem aufstehen noch gar nicht.

    AntwortenLöschen
  11. ach, eins kann ich doch sagen.
    sich von jedem Reiz lenken lassen und jedem Trieb nachgehen finde ich Charakterschwach um nicht zu sagen, Charakterlos.

    AntwortenLöschen
  12. Die ganze Diskussion driftet mir eindeutig zu sehr in eine Richtung. Es ging mir nicht grundsätzlich um kurzweilige Reize, Seitensprünge usw. sondern ernsthafte Beziehungskrisen. Und um es nochmal zu sagen, ich spreche hier nicht nur von mir, sondern für die Allgemeinheit. Da hier alles auf Seitensprünge und Instinkte reduziert wird, macht das diskutieren irgendwie keinen Sinn. Es geht doch eher darum, wie man verhindern kann, dass man sich über die Jahre voneinander entfernt? Das ist doch das Entscheidende.

    Aber ihr habt es jetzt echt super oberflächlich ausdiskutiert das Thema. Danke.
    Und zwischen Mbum und Annik ist jetzt auch endlich alles geklärt.

    AntwortenLöschen
  13. "[...]wie man verhindern kann, dass man sich über die Jahre voneinander entfernt?"
    Charakter zeigen ;-)

    AntwortenLöschen
  14. und wenn kein charakter da ist? hwg!!

    AntwortenLöschen
  15. ich bin einfach auf vorangegangene kommentare eingegangen. aber langsam wirds kitschig. stimmt schon.
    übrigens sehr subtil und empathisch wie du die "diskussion" leitest :) vorallem sachlich :D

    offensichtlich wird der seitensprung nicht als zwangsläufige methode empfunden einem auseinanderdriften der partner gegenzuwirken.
    was ist mit swingen? um mal sexuell zu bleiben.

    aber was weiss ich schon. schließlich hab ich noch nie ne beziehung über mehrere jahre geführt. naja. bald vielleicht.
    so. ich hab keine lust mehr.

    AntwortenLöschen