Dienstag, 27. Oktober 2009

Beschlagene Scheiben von Jenny Pollak

Wir alle wissen, wie befremdlich beschlagene Scheiben im Auto sind. Man fährt einfach los und bemerkt dann, wenn einem ein Auto von rechts oder links von der Seite kommt, dass man rein gar nichts sieht. Schnell wischt man mit dem Arm die Scheibe frei, kurbelt die Scheibe runter und kann wieder scharf in die einen umgebene Welt blicken. Heute morgen erst erlebt - erlösendes Gefühl.
Bei Jenny Pollack können wir uns allerdings nicht helfen, schlimm ist es dennoch nicht. Sie verschleiert absichtlich unseren Blick. Das was hinter der Scheibe liegt, lässt sie für uns im Ungewissen. Wir versuchen automatisch zu Erkennen, doch wirklich scharf stellen können wir nichts. Schon während dieses Wahrnehmungsprozesses erkennt man auch die abstrakte Schönheit dieser Photographien. Die Verwischungen auf einigen der Scheiben haben durchaus etwas Gestisches an sich, die dargestellten Landschaften werden als real-existierende unbedeutsam, sie existieren nur noch als abstrakte Bildkomponenten im Spiel von Licht und Schatten, warmer Feuchte, und dem Betrachter hinter der Scheibe. Einfach wunderschön.

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