Überraschenderweise fand ich mich gestern im Martin Gropius Bau in der Le Corbusier Ausstellung wieder. Mit dieser Verabredung, die eigentlich schon seit dem Melt! anvisiert war, hatte ich nun wirklich nicht mehr gerechnet. Die Ausstellung war sehr übersichtlich aufgebaut, an vielen Modellen und in chronischer Reihenfolge, konnte man sehen, wie sich der Stil von Le Corbusier über die Jahre veränderte. Vom klassischen Historismus und Jugendstil beeinflusst, hinzu schlichtem und funktionalem Bauhaus und letztendlich zu einem organischen Baustil wie bei Hans Sharoun. Besonders überraschten mich die vielen Gemälde, die erst oberflächlich, wie eine Synthese aus Picasso und Leger daherkamen und sich dann doch als eigener und wirklich schätzenswerter malerischer Stil Le Corbusiers zeigte. Auch die vielen architektonischen Zeichnungen, die mehr Ähnlichkeiten mit Zeichnungen Cy Twomblys, als mit mathematischen Bauzeichnungen hatten, überzeugten mich von der unglaublich spontan wirkenden Kreativität Le Corbusiers, der wirklich eine sehr spezielles Empfinden für Körper und Raum hatte. Obwohl er das Modul in der Architektur durchsetzte und etablierte und dieses immer wieder durchspielte, fühlte er sich auch von dem Organischen, nicht Messbarem angezogen. Die Vituosität seine Zeichnungen erinnerte mich irgendwie an die von Frank Gehry.
Ein besonders schöner moderner Wandteppich im letzten Raum, der dem Projekt Chandigarh gewidmet war, beendete den Gang durch die Räumlichkeiten des Gropius Baus und ich war sehr glücklich.




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