Diesen kleinen Post hatte ich schon vor Monaten geschrieben und leider nicht gepostet, vergessen irgendwie. Aber vorenthalten wollte ich euch meine Erfahrungswerte jetzt doch nicht.Nach gefühlt endlos langem Internetentzug kommt nun meine Kurzzusammenfassung von zwei Wochen Neukölln, Hermannstraße.
Meine ZwischenWG hat mich wirklich herzlichst aufgenommen und in kürzester Zeit habe ich J, T, und L in mein Ebbenherz geschlossen. Das WG Leben hatte mich wieder.
Kostenlos konnte ich im begehbaren Kleiderschrank des "Luxuslofts" auf einem Hochbett nächtigen, obwohl 60 cm bis zur Decke bei gefühlten 40° nicht unproblematisch waren. Zudem stieß ich mir ständig den Kopf an der Lampe.
Nun Neukölln. Immer Action. Immer was los.
In kurzem Kleid auf die Straße gehen, blieb nie unkommentiert von den weit über 40-Jährigen Türken, die anscheinend den ganzen Tag auf der Straße verbringen.
Die belebte Karl-Marx-Straße sollte mich desöfteren zum Shoppen animieren, fündig wurde ich in einem der saubilligen Schuhläden, (neue Highheels für den Sommer, saubequem, für 12 Euro) unfassbar! und im skandalträchtigen Humana.
Ansonsten war ich beeindruckt vom Rathaus Neukölln und der Architektur rundherum.
Der Bolu auf der Hermannstraße hatte mir gezeigt, dass man sich als Deutscher fremd im eigenen Land fühlen kann. Nichts auf Deutsch beschriftet. Kassiererin mit Burka. Nur Türkische Kunden. Ich kam mir wirklich komisch vor, was nicht heißen soll, dass ich ausländerfeindlich wäre. Auch nachts, wenn ich mit meinem Klappi von der Arbeit nach Hause fuhr, hatte ich stets die Kopfhörer auf, um schnellstmöglich und abgelenkt, das Zuhause zu erreichen.
Die eine oder andere Diskussion, ob Neukölln nun asozial ist oder nicht, sollte nicht ausbleiben.
Ja, Neukölln ist extrem liebenswert. Ich würde sofort hinziehen.
Vielleicht gibts ein Wiedersehen?
Und Lara, I miss you!
blaa blaa blaaa, dieses neukölln geseier rundherum geht mir echt aufn keks..
AntwortenLöschensorry ebbe,nix gegen deinen post, aber, es geht einfach nicht mehr... zum glück hast du das hasswort 2009: "reuterkiez" nicht in den mund genommen...reuterkiez hier reuterkiez da und in 2 jahren isses wie auf der kastingallee...neeeeee....
asozial sind nur die leute die den kiez zum trendviertel machen und die mieten in die höhe treiben..hoffentlich mobilisiert sich mal ne gruppe neukölln-anti-trend..und jagt den wirklich asozialen mal bisschen angst ein, nämlich denen die die späti-bierpreise so in die höhe treiben, dass sich atze und keule nicht mal mehr die molle am morgen leisten können..wo solln se denn hin, bis nachm wedding fahren um zu frühstücken, nur weil sich in absehbarer zeit dort kein trendkiez entwickelt?
mag sein, dass dir das aufn keks geht, aber verhindern kannste das einfach mal nicht.
AntwortenLöschengentrification gibts übrigens nicht erst seit gestern und erst recht nicht nur in berlin.
kannste überall aufm erdball gucken.
wo sollen denn deiner meinung nach die studenten, künstler und junge familien hinziehen, die keine kohle haben??? prenz.berg, fhain und kreuzberg sind oft nicht mehr bezahlbar.
durch den mix von unterschiedlichsten leuten aller schichten entstehen doch letztlich die interessantesten viertel. alte strukturen werden aufgebrochen und es entsteht viel neues. das verbessert häufig die lebensqualität, auch für atze und keule, meinste nicht? oder findeste cool dass die in ihrer perspektivlosigkeit mit dem morgentlichen bier verharren?
ich glaube übrigens auch nicht das neukölln so wird wie prenzlauerberg, es wird vielleicht ein extrem interessantes mischi-maschi werden. Und ein bisschen rough wird bleiben, ebenso wie das brötchen für zehn cent.
Ich fand genau das auch ganz cool. Neukölln erdet und das tut uns geisteswissenschaftlern in unserer ständigen selbstdiskussion manchmal ganz gut. ein bisschen normalität oder bewusstsein für andere Menschen, Problematiken usw.
Was meinste?
In Ordnung, weniger emotional.
AntwortenLöschenGentrification-ich kanns nicht mehr hören, laut Wiki: [...]umgangssprachlich auch „Yuppisierung“[...]
Ich finde das trifft es besser und man weiß auch gleich was gemeint ist.
Es sieht in meinen Augen nämlich so aus, und wenn sich nicht nur immer die herrschende Klasse durchsetzen würde sondern hier mal echte Demokratie gelebt würde gäbe es hierzu sicher schon Gesetze. (Natürlich nicht in einem Staat der Kapitalismus, Ausbeutung der südliche Hemisphäre und Asoziale Marktwirtschaft als Hauptziel hat).
Ein paar kleine Gedanke als Anregung der Diskussion zu einem Thema was mich nicht erst seit Mediaspree verfolgt und bei mir Herzrasen verursacht.
Menschen sollten Mietverträge so lange sie in einem Objekt leben behalten dürfen. Und könnten so nicht wegen Zwangsmodernisierungen und Mietanhebung aufgrund Wohnumfeldaufwertung o.ä. aus ihrem Heim, in dem sie schon mehrere Jahre, Jahrzente oder ihr Leben lang wohnen und vielleicht sogar geboren bzw. aufgewachsen sind, herausgemobbt werden.
Bevölkerung der Stadtteile schützen!
[...]"durch den mix von unterschiedlichsten leuten aller schichten"[...] sorry,Träum weiter.
Bald werden auch die letzten Ur-Neuköllner, die die Atmosphäre der Kieze so einzigartig machen nach Alt-Mariendorf oder Tempelhof in triste Betonsargopharge verfrachtet.
Gutbetuchte, Erbengeneration und Neweconomie-Workaholics werden das Straßenbild beherrschen.[...]"alte strukturen werden aufgebrochen und es entsteht viel neues. das verbessert häufig die lebensqualität[...]Meinste wirklich?
Natütlich müssen Teuerungen auf die Miete angerechnet werden, die Verhältnismäßigkeit wird hier aber leider schon lange nicht mehr beachtet.
Gesetze zum Eigengebrauch der Mietsache durch den Vermieter müssen verschärft werden und eben solche gut geprüft werden.
Keinen Profit mit Lebensumfeld und Mietwohnungen machen zu wollen sollte ein richtig denkender Mensch als selbstverständlich ansehen.(Anm. Man spart genügend Steuern durch Mietshäuser o.ä.)
Luxus-eigentums-lofts mit über 150 qm für eine Person, so etwas braucht kein Mensch und wenn doch, sollte dieser lieber mal einen Psychologen aufsuchen.
Würden sich die Menschen mal auf das Grundlegende besinnen und nicht nur die Profitgier ihres perversen Hedonismus an oberste Stelle setzen bräuchte man Gesetze die so etwas regeln nicht, aber dies[...]bewusstsein für andere Menschen, Problematiken usw.[...] bleibt leider nur ein Wunschgedanke und ein schöner Traum.
Natürlich verstehe ich Deinen Standpunkt.
Die Straßen zwischen Sonnenallee und Maybachufer waren vor 2 Jahren noch Stockfinstere Wohngegend und nun entsteht dort etwas, das bei Mitzwanzigern Neugier weckt, etwas neues, nicht der langweilige Helmholtzkiez oder der Touristenüberflutete Friedrichshainer Südkiez.
Etwas hippes neues, "oh es hat was von Lower Eastside, das veruchte, leicht kriminelle."
Der Innenstadtkern Berlins wird in nicht allzu ferner Zeit den Wandel Manhattans erreicht haben und Mieten von mehreren 1000 € pro qm keinem Interessenten mehr die Verwunderung in die Augen treiben.
Wirkliche Bewohner leben dann im Aussenbezirk, die der MIttelschicht in Spandau oder Steglitz, etwas drunter reichts eben nur für Reinickendorf oder Lichtenberg.
Neben der Umweltplakete klebt dann der Innenstadtsteuer-Aufkleber, der den Bewohnern eine Zigaretten und und Kaugummifreie Fußgängerzone sichert.
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
AntwortenLöschenAuf dem Niveau von Samir möchte ich echt nicht diskutieren, aber ich möchte trotzdem gerne auf DEINEN Kommentar antworten.
AntwortenLöschenDu hast auf jeden Fall Recht mit dem, was du sagst und ich kann die Entwicklungen was Mediaspree und Gentrifikation angeht auch nicht für gut befinden.
Aber man sollte nicht vergessen, dass Berlin eben wirtschaftlich gesehen auf genau das setzt, neue Berufsfelder in Kultur und Medien. Dazu benötigt es eben viele Yuppies, die in dieser Branche arbeiten. Berlin ist doch letztlich nur dadurch "arm, aber sexy" wie Wowi das so betont hat. Ich finde man sollte gerade als Berliner stolz sein auf die Kulturgeschichte dieser Stadt und eine Hauptstadt, die immer mehr zur internationalen Kulturmetropole wird, auch aufgrund ihrer Ambivalenz. Und übrigens macht das den Charakter von Metropolen aus, ihre kulturellen Vielfältigkeit und die spannungsreichen Gegesätze ihrer Bevölkerung. Dass dies auch negative Folgen mit sich bringt, sieht man ja an Städten wie New York und Paris.
Die Idee mit den lebenslangen Mieten find ich super. Aber auch durch WBS wird jetzt schon versucht das soziale Gefälle ein wenig zu mindern. Trotzdem sind Stadtteile in wachsenden Städten in ihren Strukturen schon immer dynamisch gewesen und genau das macht sie doch irgendwie auch interessant. Finde ich zumindest.
Das Prenzlauer Berg und Friedrichshain inzwischen übersaniert, langweilig und viel zu sauber sind, steht außer Frage, aber junge Familien wollen eben, dass ihre Kids in der bestmöglichen Umgebung aufwachsen und du würdest das für deine Kids doch auch wollen, oder?
Ich hätte jedenfalls keinen Bock auf Samir, der mit dem Messer um die Ecke kommt und mich oder meine Kids ausrauben will.
"Gutbetuchte, Erbengeneration und Neweconomie-Workaholics" die ziehen übrigens nach wie vor nach Prenzlauer Berg, Mitte und Fhain, aber ganz normale Studenten, die ebenfalls am Existenzminimum mit 500 Euro im Monat überleben müssen, ziehen eben nach Neukölln und das finde ich einfach gut, aus oben genannten Gründen.
Kein Mensch redet hier von 150 qm für eine Person und wenn ja finde ich das genauso abartig wie du.
Was die Zukunft angeht, werden wir sehen, aber so schnell wird aufgrund der wirtschaftlichen Lage Berlins und den niedrigen Gehältern nicht nur, aber auch vorallem in der Medienbranche hier nicht gehen.
Also ein bisschen entspannter würde ich das schon sehen. Aus meiner Perspektive. :D
kauf bei LIDL: Stell Dir vor es wäre Fair Trade
AntwortenLöschenfahr gut ausgebaute Bahnstrecken mit dem Auto: Stell Dir vor es sei ja viel bequemer und billiger
zieh Kokain: Stell Dir vor es ist gar nicht ungesund
bezieh den Strom von Vattenfall: Stell Dir vor Atomstrom sei nachhaltig
geh in die O2 Arena: Stell Dir vor, jetzt wo sie eh schon dort steht...
arbeite für Global Player: Stell Dir vor, wenn ich es nicht mach, machts ein anderer
glaube 500€ seien das Existenzminium: Stell Dir vor wie es ist mit 24/7 Reisbrei und verdrecktem Wasser
Es ist immer die Perspektive.
Und die Natur des Menschen ist es sich alles schön zu reden.
Daran wird die Welt verrecken...
Ich stell mir vor: Zum Glück erleb ich es nicht!