Es gab da jemanden in meinem Leben, der hat mir gesagt hat, es sei das wichtigste, dass ich authentisch sei. Er behaupete immer das dieser Blog es niemals war. Er würde mein wahres ich nicht zeigen, sei also demnach nicht authentisch. In gewisser Weise hatte er recht. Dieser Blog hat im Groben nur die schönen Seiten meines Daseins dokumentiert und die Schattenseiten zumeist ausgespart. Diese fucking Imagebildung, man kommt einfach nicht aus sich raus. Dennoch widerspreche ich diesem Menschen, denn auch meine guten Seiten gehören zu mir. Man zeigt sich eben immer von seiner besten Seite. So ist denn also dieses Projekt ein halbwares Produkt meines wahren Ichs. Er wäre demnach halb authentisch, womit ich mich anfreunden kann. Die Schattenseiten könnt ihr euch selbst detailiert ausmalen.
Ein kleiner Einblick, vielleicht ein großer Schritt.
Jetzt bin ich endlich da gelandet, wo ich niemals hinwollte.
Wogegen ich mich seit Jahren gewehrt habe, die Symptome mehr als nur verdrängt habe, sondern nach außen eine Aura erzeugt habe, die ihresgleichen sucht.
Fragt mich jemand, wie gehts dir, antworte ich gut, ja sehr gut. Ich lächel, jeden Tag, doch meine Falten werden immer tiefer.
Niemand weiß wirklich, wie es in mir aussieht, niemand weiß, welche Gedanken man sich täglich macht.
Über sich selbst, das Leben, die Liebe, den Tod, die eigene Existenz und was man jetzt am Besten damit anfängt. Tiefgründigkeit kann eine Strafe sein, deshalb versteckt man sie unter einer offensichtlichen Oberflächlichkeit.
Ob man das wirklich kann, was man da jahrelang studiert hat, was man überhaupt kann und wer einen überhaupt noch braucht. Man kommt sich einfach nur sinnlos vor. Weder Plus noch Minus - eine glatte Null. Dieses Niemandsland nennt man Depression und sie schleicht sich bei dir ein, ohne dass man es sofort merkt als Liebeskummer getarnt.
Sicher haben viele meine Krankheit geahnt, weil mein Sozialverhalten oftmals unter den Begriff a-sozial gefallen ist. Die vielen Lügen, die vielen Typen, meine Sucht nach Bestätigung meiner Selbst, dieses gesamte Fake-Auftreten, welches ein zerstörtetes Ineres nur zu ersichtlich machte.
"Du bist krank, dieses kranke Kind" hatten sie immer zu mir gesagt und ich sei viel zu sentimental.
Nun haben sie recht bekommen, ich bin krank. Körperlich und seelisch mit Attest.
Das zu akzeptieren ist hier am schwersten.
Ich komme täglich an meine Grenzen.
Der geregelte Tagesablauf ist dabei am schlimmsten.
Ausbrechen geht nicht, denn ich will wieder gesund werden.
Sich nach Zeiten zu richten, die andere festlegen, entgegegen seiner persönlichen Stimmung ist der Horror.
Hier kann man keine künstlichen Hochs erzeugen.
Keine Typen, keine Kippen, keine Drogen, jeden Tag dasselbe Essen. Alles ist so monoton. Zum Kotzen im wahrsten Sinne.
Man kann sich hier nicht einfach so seine Befriedigung holen, ma will ja gesund werden und sich nicht selbst verarschen.
Man ist gezwungen sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Die weißen Wände fordern dies geradezu heraus.
Über andere Dinge nachdenken, sich abzulenken, lesen, oder nen Film schauen erscheint unmöglich.
Man hängt hier fest, hängt fest in dieser Depression, muss das auststehen und merkt dabei, dass man sich zwischen all den Meeren aus Tränen, die Jahre lang auf diesen Moment gewartet haben, endlich wiederfindet.

rührt und bewegt zum eigenen nachdenken.
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