Mittwoch, 22. September 2010

Ebbe vor Gericht - Herzlich, aber hart und schuldig.

Lindsay, die Welt ist ungerecht. Das weiß ich jetzt.

Ja, heute war es dann endlich soweit. Nach über eineinhalb Jahren nach meinem geklauten Handy in Barcelona und der darauffolgenden Base-Eplus-UMTS-Mobilfunk-Farce, etlichen Hotline-Desastern einschließlich außerordentlicher Ebbenausraster, sollte heute um 11 Uhr Berliner Frühstückszeit ein Richter über diese verschissene Inkasso-Angelegenheit urteilen. Nachdem Ebbe und ihr Anwalt, ja ihr lest ganz richtig, mein Anwalt! in erster Instanz bereits gegen den Eplus-Riesen mit fetten Lorbeeren nach Hause gefahren sind, begaben wir uns ziemlich siegessicher ins dörfliche Amtsgericht Lichtenberg um gegen einen reudigen Base-Anwalts-Spasten erster Klasse meine Unschulds-Ebbenehre zu verteidigen, denn ernsthaft, ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Meine charakteristische Gutgläubigkeit und Naivität wurde aufs Böseste von einer hinterlistigen kapitalistischen Provisionsjägerin ausgenutzt. EBBE IST UNSCHULDIG!!! - das war klar, nur nützt das leider alles nichts, wenn sich das nicht beweisen lässt. Alle Sympatiepunkte hatte ich zunächst eingefahren, wie ich es schon von der Staatsgewalt gewöhnt bin, wenn sie mich mal wieder unangeschnallt und telefonierend angehalten und nach meinem nichtmitgeführten Papieren gefragt hat. Ein Lächeln ein kurzer Schnack ein reumütiges Ebbenface und schon konnte der Blinker wieder gesetzt und davongedüst werden. Auch diesmal hatte ich den sexy Mitte-Dreißiger-Richter auf meiner Seite, und ebenfalls die blonde dauergewellte Mutti-Protokolantin, die das Übel dennoch schon auf mich zukommen sah und mir immer wieder einen mitleidigen Pudel-Hundeblick zuwarf. Es sollte diesesmal nicht gut für mich ausgehen, sondern das Defizit auf meinem persönlichen Karmakonto verlangte umgehends nach einem Ausgleich. Eine in diesem Fall vollends unschuldige Ebbe verurteilt zu 600 Euro auf 10 Euro monatliche Raten. Fette 3 Jahre abkotzend die monatliche Baseüberweisung auf den Kontoauszügen registrierend. Das war zuviel. Ich fange an zu schreien und zu weinen, weil ich außerdem mit einer Bronchitis und gefühlten 40 Fieber in diesem kleinen engen Gerichtssaal, mit mittlerweile 15 Zuschauern sitze, weil wir überziehen. "Das ist so unfair! Das ist ungerecht!" schreie ich und komme mir vor wie im Film. Alle im Raum wissen das. Aber beweisen kann ich es eben nicht. Mein Anwalt nimmt mich zur Seite und will mich beruhigen. Ich glaube, er ist überfordert mit meinem plötzlichen Gefühlsausbruch - und immernoch ist alles wie im Film. Ja, ich habe die Scheiße halt unterschrieben. Aber, die hat mich verarscht und alle wissen das. Der Richter schaut mich noch einmal mitleidig an. Spätestes jetzt, wo mein Makeup total verlaufen ist, will er nicht mehr mit mir schlafen. Ich aber auch nicht mehr mit ihm. "So in Spast!", denke ich mir. Ich habe recht und das weiß er. Was für ein Spast!!! Warum holt er nicht sein leuchtend base-grünes Laserschwert raus und haut dem Base-Spasten, der mich jetzt auf noch auf Dieter-Bohlen-Niveau denunziert auf die Fresse? Ich möchte diesen Hilfsanwalt töten, platze gleich und verstehs einfach nicht! Diese Welt ist so verdammt ungerecht! Ab heute ist einiges anders in mir drin, das fühl ich. Mein Weltbild hat sich verändert. Wiedermal - für mindestens eine Woche.