Schon gegen Zehn machten wir uns am Freitag auf den Weg in die Maria, um noch Tickets für Jamie XX und Magnetic Man, zu bekommen. Schon ein paar Mal war ich in der Maria, zuletzt bei dem phänomenalen Konzert von Bonobo Anfang des Jahres. Seit meinen London-Aufenthalten und den ständigen musikalischen Flash-Attitüden auf Dubstep und Grime von Maggi, die mich dann irgendwann einfach angesteckt haben, war ich sofort dabei, als es hieß der junge Jamie, der im letzten halben Jahr einfach ein paar Monster Remixe gebracht hat, legt ein Set in der Maria auf. 15 Euro schien uns fair und so einfach rein ins Gedrängel an der Spree.
Schnell war mir wieder klar, es ist einfach unglaublich, wie ansteckend diese Beats sind, die wir schon überall auf dem Notting Hill Carnival vernommen haben. Und doch bin ich an diesem Abend nicht richtig rein gekommen. Keine Ahnung, woran das jetzt lag, an dem Typen, der mir einfach meine volle Mate geklaut hat, an dem einfach zu gut gelaunten überschwenglich rumschuppendem Publikum, an meinen Kopfschmerzen oder einfach an der Location in der einfach kein Clubfeeling aufkommen will. Nun die Maria ist für Konzerte bestens geeignet, aber eben für DJ Sets irgendwie zu ungemütlich. Auch weil eben jener auf einem Podest und gefühlte 5 Meter vom Publikum weg ist. Mhhhhh. Dennoch war Jamies Set mehr als überzeugend, so deep am Anfang, experimentell und immer tanzbarer und popig elekronisch zum Ende.
Der Abend war im Ganzen dann irgendwie doch nur OKAY, was für uns alle in dieser Stadt nie wirklich auszureichen scheint. Man hat ja schließlich jede Nacht die Qual der Wahl, um diese ein Nacht zur Nacht der Nächte zu machen.
Die Nachte der Nächte sollte trotzdem noch kommen und das nicht mal 24 Stunden später. Denn viel zufriedenstellender, nämlich vollends selbstbefriedigend war der Abend mit Jimmy Edgar im Horst. Man habe ich mich auf diesen Abend gefreut, die ganze Woche habe ich seinem Gig ersehnt und schon befürchtet, dass ich mich zu sehr freue und dann sicher voll enttäuscht bin. So wie das eben meistens ist. Ebenfalls neugierig war ich aufs Mr. Horst Kreuzberg, den ich schon lange mal besuchen wollte und es sich dennoch nie wirklich ergeben hat.
Um es kurz zu machen. Der Auftritt von Jimmy um vier Uhr morgens war AWESOME. Genauso, wie das aktuelle Album, welches mich immer wieder an Prince erinnert. Genau deshalb finde ich auch das Edgar die postmoderne Reincarnation von Prince ist und sich das besser für mich auch nicht beschreiben lässt. (Wobei lebt Prince eigentlich noch?) Anyway, Jimmys Musik ist so damn funky und ganz banal gesagt, der pure Sex. Ich will einfach mit der Musik bumsen. Nicht wirklich mit Jimmy, sondern mit seiner Musik und dann mit mir selbst. Hab ich dann auch selbstbefriedigender Weise gemacht, indem ich direkt vor ihm mit meiner liebsten Nadine voll abgedänced habe, bis ich enddurchgeschwitzt den letzten Schluck aus meiner Mate nahm. Scheiß auf Make up, Schminke und Haare. Ist beim Sex schließlich auch egal, wie man dabei und vorallem danach aussieht. So hatte ich gestern Abend den geilsten musikalischen Organsmus mit mir und Jimmys Beats. Soviel dazu.
Und ganz nebenbei mein Leben scheint nahezu perfekt, wie dieser Abend. Ich wohne in einer Pornowohnung in Berlin, fliege zu meinem endheißen Freund nach London, in den Urlaub über Silvester nach Tel Aviv, habe einen Traumjob in einer international arbeitenden Galerie und die alleralleralleraller besten Freunde dieses Planeten.....UND, nein es hört nicht auf alles immer noch besser zu werden.
PS: Sara, du sollst genau jetzt zu recht neidisch sein und sofort deinen Rückflug buchen, das wäre nämlich auch mit dir ein interessanter Dreier gewesen. Nur Du, ich und die Beats von HOT, RAW, SEX!
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