Samstag, 27. November 2010

Tafeln Berlin

Ebenfalls letzte Woche war ich das erste Mal bei den Berliner Tafeln. Erstens, weil ich nicht einen Cent mehr in der Tasche hatte und zweitens, weil es mich schon seit längerem beschäftigt. Ich habe schon seit einigen Monaten das dringende Bedürfnis etwas für diese Gesellschaft zu tun, für die Menschen, denen es schlecht geht. Schlechter als mir. Wenn man nämlich, wie ich sich ständig nur mit Kunst und den schönen Dingen im Leben beschäftigt ist, kann man leicht den Bezug zur Realität da draußen verlieren. Diese Realität trat dann auch recht schnell ein, als ich mit anderen HartzIV-Empfängern und Studenten in einer Reihe für Essen stand. Anstehen für Essen. Ein wirklich seltsam krasses Gefühl, dem ich mich ganz bewusst aussetzen wollte. Ich war neugierig. Wollte sehen, wie es sich anfühlt. Sicher hätte ich mir auch bei meinen Freunden etwas Kohle borgen können, wie ich es oftmals getan habe, wenn das Geld zum Ende des Monats weniger wurde.
Letztlich hat mich dann aber noch viel mehr gefashed, dass es da soviel zu essen für mich gab, dass ich eine komplette Woche davon Leben konnte. Und das sehr gut sogar. 
Wenn alle Supermärke abends einfach das Essen rausstellen würden, was an dem Tag eben abläuft, so dass es sich die Leute eben einfach mitnehmen können, wäre das doch soviel ökologischer, anstatt alles einfach in die Tonne zu werfen. Natürlich leben wir in einer Weg-Werf- und Überflussgesellschaft, das hab ich auch vorher schon gewusst, aber es am eigenem Leibe so direkt zu erfahren, war doch was ganz anderes.

Meine Bewerbung für Tafeln ist noch am selben Tage rausgegangen, weil ich das Projekt für uneingeschränkt sinnvoll erachte. Vielleicht darf ich ja demnächst auch mal Essen verteilen und Teil dieser guten Sache sein.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen