
Wir tragen das Ego um den Hals
Wenn ich gefragt werde: "Was machstn du so?", dann gerate ich in der Regel in Verlegenheit. Meist versuche ich dann das möglicherweise (und hoffentlich!) halbherzige Interesse des Gegenüber mit einem einfachen "Bin Student. Und du?" zu befriedigen. Jedoch ist diese Strategie häufig nicht von Erfolg gekrönt und auf weitere Nachfragen antworte ich dann notgedrungenerweise mit "Medizin studier ich".
Dann ist auch schon das Unheil geschehen und Reaktionen wie "Oh, Respekt!" oder "Da könnte man richtig neidisch werden" sind nicht mehr zu vermeiden. Gelegentlich ereifern sich einzelne Gesprächspartner derart, dass sie nachfragen, wie denn dieses ach so schwere Studium zu bewältigen sei, und hervorheben, was für einen tollen Beruf ich da anstreben würde.
Wenn das eintritt - und es tritt mit schöner Regelmäßigkeit ein -, dann ist meine Stimmung im Keller. Das liegt jedoch weniger an den floskelhaften Konservationen, denn an der Tatsache, dass das alles Bullshit ist.
Es gibt keinen Grund dafür, dass Medizinstudenten ein solcher Respekt entgegengebracht wird, wie ich es immerzu erlebe. Medizin zu studieren erfordert keine besonderen kognitiven Leistungen - in der Tat sind erschreckend viele meiner Kommilitonen strunzdumm -, keinen zeitlichen Aufwand, den nicht auch jeder Bachelorstudent kennt, und zu guter Letzt keine charakterlichen Eigenschaften, die den Studenten irgendwie herausstellen könnten.
Die Realität sieht in der Tat folgendermaßen aus: Die meisten, die mit 1,0 oder geringfügig schlechterer Abinote an die Uni kommen, können nur genau eines: auswendig lernen. Das war's dann aber auch schon, doch das ist im Studienalltag in Ordnung, denn das ist eine Kernkompetenz, die dem Medizinstudenten schon früh abverlangt wird. Es besteht kein Bedarf für einen herausgebildeten Intellekt, auch nicht für eine politische, soziale oder ethische Grundbildung und erst recht nicht für einen gesunden Charakter. Dass sich an der Uni ein entsprechend niveauloses Gesocks versammelt, ist freilich nicht weiter verwunderlich.
Diese Tatsache wurde gestern für mich wieder einmal besonders deutlich: Zur alljährlichen Mediziner-Weihnachtsparty spielte wie immer die hausinterne Studentenband und gab die immer gleichen Lieder zum Besten. Das sind in der Regel bekannte Songs mit neuem, medizinisch orientiertem Text. So auch die eigene Version von Mando Diaos "Dance with somebody". Man kann von dem Lied halten was man will, doch die neue Variante des Refrains "Ich bin ein Arzt, Motherfucker! Arzt, Motherfucker! Arzt! Arzt! Arzt!" sowie der beispielhafte Textschnipsel "Ich baue mir ein großes Haus" gefiel den Anwesenden sichtlich gut. Grölende Ersties und dämlich herumhopsende Studenten höherer Semester hatten ihr Vergnügen und nahmen in Gegensatz zu mir auch keinen Anstoß.
Dass diese großkotzige Bagage wieder einmal meinen Hass auf sich zog, dürfte nicht überraschen. Davon abgesehen, dass Medizinerparties entgegen ihres mir unverständlich überzogen glorifizierten Rufs zu den schlechtesten dieser Stadt gehören, gab es zu diesem Zeitpunkt nur wenige Kommilitonen, die sich mir in meiner Verachtung anschlossen. Der Rest feierte sich ja selbst.
Doch es gibt sie, die wenigen Medizinstudenten, die korrekt drauf sind. Sie sind rar gesät, aber vorhanden. Ganz normale Menschen, die weder was Besseres sind, noch sich etwas auf sich einbilden. Der ganze Rest jedoch ist eine menschliche Enttäuschung und hat alles andere als den Respekt der Gesellschaft verdient. Also hört auf mit dem Scheiß.
(Es ist vielleicht an der Zeit, mich vorzustellen. Hallo, ich bin der Matze. Ich blogge hier unter "Zu Gast" und das nur, weil ich ein so großer Fan von der Unschuld bin.)
Dann ist auch schon das Unheil geschehen und Reaktionen wie "Oh, Respekt!" oder "Da könnte man richtig neidisch werden" sind nicht mehr zu vermeiden. Gelegentlich ereifern sich einzelne Gesprächspartner derart, dass sie nachfragen, wie denn dieses ach so schwere Studium zu bewältigen sei, und hervorheben, was für einen tollen Beruf ich da anstreben würde.
Wenn das eintritt - und es tritt mit schöner Regelmäßigkeit ein -, dann ist meine Stimmung im Keller. Das liegt jedoch weniger an den floskelhaften Konservationen, denn an der Tatsache, dass das alles Bullshit ist.
Es gibt keinen Grund dafür, dass Medizinstudenten ein solcher Respekt entgegengebracht wird, wie ich es immerzu erlebe. Medizin zu studieren erfordert keine besonderen kognitiven Leistungen - in der Tat sind erschreckend viele meiner Kommilitonen strunzdumm -, keinen zeitlichen Aufwand, den nicht auch jeder Bachelorstudent kennt, und zu guter Letzt keine charakterlichen Eigenschaften, die den Studenten irgendwie herausstellen könnten.
Die Realität sieht in der Tat folgendermaßen aus: Die meisten, die mit 1,0 oder geringfügig schlechterer Abinote an die Uni kommen, können nur genau eines: auswendig lernen. Das war's dann aber auch schon, doch das ist im Studienalltag in Ordnung, denn das ist eine Kernkompetenz, die dem Medizinstudenten schon früh abverlangt wird. Es besteht kein Bedarf für einen herausgebildeten Intellekt, auch nicht für eine politische, soziale oder ethische Grundbildung und erst recht nicht für einen gesunden Charakter. Dass sich an der Uni ein entsprechend niveauloses Gesocks versammelt, ist freilich nicht weiter verwunderlich.
Diese Tatsache wurde gestern für mich wieder einmal besonders deutlich: Zur alljährlichen Mediziner-Weihnachtsparty spielte wie immer die hausinterne Studentenband und gab die immer gleichen Lieder zum Besten. Das sind in der Regel bekannte Songs mit neuem, medizinisch orientiertem Text. So auch die eigene Version von Mando Diaos "Dance with somebody". Man kann von dem Lied halten was man will, doch die neue Variante des Refrains "Ich bin ein Arzt, Motherfucker! Arzt, Motherfucker! Arzt! Arzt! Arzt!" sowie der beispielhafte Textschnipsel "Ich baue mir ein großes Haus" gefiel den Anwesenden sichtlich gut. Grölende Ersties und dämlich herumhopsende Studenten höherer Semester hatten ihr Vergnügen und nahmen in Gegensatz zu mir auch keinen Anstoß.
Dass diese großkotzige Bagage wieder einmal meinen Hass auf sich zog, dürfte nicht überraschen. Davon abgesehen, dass Medizinerparties entgegen ihres mir unverständlich überzogen glorifizierten Rufs zu den schlechtesten dieser Stadt gehören, gab es zu diesem Zeitpunkt nur wenige Kommilitonen, die sich mir in meiner Verachtung anschlossen. Der Rest feierte sich ja selbst.
Doch es gibt sie, die wenigen Medizinstudenten, die korrekt drauf sind. Sie sind rar gesät, aber vorhanden. Ganz normale Menschen, die weder was Besseres sind, noch sich etwas auf sich einbilden. Der ganze Rest jedoch ist eine menschliche Enttäuschung und hat alles andere als den Respekt der Gesellschaft verdient. Also hört auf mit dem Scheiß.
(Es ist vielleicht an der Zeit, mich vorzustellen. Hallo, ich bin der Matze. Ich blogge hier unter "Zu Gast" und das nur, weil ich ein so großer Fan von der Unschuld bin.)
(Den Respekt, den ich dadurch einspare, kommt nämlich der Mensakassiererin zugute, die es schafft, bei all dem Gesindel, das bei ihr ein und ausgeht, ihr frohes Gemüt aufrecht zu erhalten. Big Props, Fr. Sawicki!)
AntwortenLöschenna du machst mir hoffnung.
AntwortenLöschenobwohl, eigentlich weiss ichs ja.
da freu ich mich auf den sarkasmus.
laaaaaangweilig...
AntwortenLöschenhat der typ minderwertigkeitskomplexe oder aufmerksamkeitsprobleme... hat deine mutter dich geschlagen und wen intressiert sowas
AntwortenLöschenmich hats interessiert. schöne sarkastische streifen in deinen sätzen!:)
AntwortenLöschenderartige muster lassen sich wirklich mit vielen lebensläufen konstruieren.
freu mich schon, wenn mbum mit derartigen respektfloskeln kommt:D