Sonntag, 16. Januar 2011

Jürgen Teller und ich. Und bei Johann König Berlin.

Wir waren ja am Freitag zur Eröffnung von Jürgen Teller bei Johann König. Und nicht nur wir waren da, sondern noch rund 250 (!!!) Menschen, die am mehr am Kunst-Zirkus als an Kunst interessiert sind. Als letzte Woche zum ersten Mal der Name Jürgen Teller fiel, war mir nicht gleich klar, wer das eigentlich ist, denn für mein Verständnis von Kunst spielt er eher eine untergeordnete Rolle. Vergleichbar vielleicht noch am ehesten noch mit Terry Richardson. Dass diese beiden die Lifestyle-, Mode- und Porträtphotographie  irgendwie revolutioniert haben, steht außer Frage, ob diese immerhin dennnoch zweckgebundene Photographie wirklich große Kunst ist, bleibt zu diskutieren. Als mir Google auf meiner Recherche dann einige Photoergebnisse von Teller ausspuckte, staunte ich nicht schlecht. Ich hatte Jürgen Teller bereits in meine Ikonomaniewohnung integriert ohne es zu wissen, seine Photos aus einer Zeitung rausgerissen und prominent in meine Küche gehangen. Dazu zählte unter anderem die Werbekampagne mit Marc Jacobs und die Bildstrecke aus dem Zeitmagazin mit dem Schauspieler Lars Eidinger. So kam ich für mich und diese Ausstellung, was Jürgen Teller betraf schnell zu einem vagen Ergebnis, welches ich dennoch mit euch teilen und diskutieren möchte. Jürgen Teller Photographie funktioniert in Magazinen etc. unglaublich gut, weil sie hervorsticht, die Persönlichkeiten entblösst ohne in irgendeiner Weise peinlich zu sein. Selbst angesehene Schauspielerinnen entblößen sich vor ihm um im Louvre nackt vor der Mona Lisa zu posieren. Die Art von Photographie ist spritzig, neuartig, provokativ - das was man postmodern nennt und ohne es abwerten zu wollen - affirmativen Hipster-Hype-Charakter hat. Dennoch, warum man jetzt den Sprung macht und das ganze auf Gursky-Groß-Formate vergrößert und damit die Schnappschussqualität der Bilder bis ins Unerträgliche steigert, weil die Bilder irgendwann einfach pixelig werden, verstehe ich nicht. Was daran Kunst ist, auch nicht. Ich spreche der Idee Nacktaufnahmen im Louvre zu machen, vorallem im Kontrast zu den Marmorskulpturen nicht ihre Originalität ab, jedoch langweilt mich deren beliebig scheinende Umsetzung und Ausstellung bei Johann König doch sehr. Die beiden Frauen werden dadurch auch nicht sonderlich gut porträtiert. Wenn wenigstens ein paar mehr Bilder gezeigt worden wären, so hätte man sich den Louvre in Paris noch etwas besser wieder ins Gedächtnis rufen können. So bleibt nur der Nachgeschmack von Langeweile bis mich wieder eine Jürgen Teller Bildstrecke aus einem der unendlich scheinenden Lifestyle-Magazinen flasht. 
And I really like the Björk-Cover! :)

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