Mittwoch, 2. Februar 2011

Gehen Sie nicht über Los, bleiben Sie doch lieber gleich daheim.




Heute kam die postalische Benachrichtigung, daß ich nicht nach Stockholm gehen können würde. Die Bemerkung, daß ich es im kommenden Jahr nochmal probieren solle, liest sich für mich wie blanker Hohn, wo doch klar ist, daß aus Gründen des Curriculums diese Möglichkeit einmalig war. Nachdem also meine erste, bedenklich soziopathische Reaktion auf diese Nachricht abklang, traten Intellektualisierungsmechanismen hervor, die den Umgang mit dieser neuen Situation erleichtern. (Wenn man es mit den Psychoanalytikern nimmt, ist das immerhin ein Zeichen von Intelligenz. Yay.) Das heißt freilich noch nicht, daß ich wieder ein Normalmaß sozialer Kompetenz aufbringe. Aber dafür habe ich ja diese ideale Plattform gefunden, meiner allgemeinen Antipathie freien Lauf zu lassen. (Hej Maria, echt cool von dir; danke für alles.)

Ich bin zwar ob dieser Entscheidung mäßig aus der Bahn geworfen, aber wenn ich es mir recht überlege, hat es auch einige gute Seiten, ab dem kommenden Herbst nicht für ein Jahr lang Berlin den Rücken zu kehren und mein Glück da oben in der Fremde zu versuchen. Denn einerseits kommt die halbe Welt oder besser gesagt: der wichtigere Teil davon – lies: Sara und Martin –, wieder zurück nach Berlin, was mehr als nur richtig gut, junge! ist, andererseits warten auch hier Herausforderungen auf mich, die in Stockholm an mir vorbeigezogen wären.

Zunächst ist die zukünftige Existenz des eigenen Blogs gesichert, außerdem kann auch dessen Professionalisierung vorangetrieben werden. Zudem muss ich jetzt nicht mehr bei jedem engeren Beziehungsaufbau mit Frauen bzw. potentiellen neuen Freundinnen in der Furcht vor einer elenden Fernbeziehung den Schwanz einziehen. Top. Außerdem sieht alles danach aus, daß mein Opa, an dem ich sehr hänge (warum und wieso ein andermal), das kommende Weihnachten nicht miterleben wird; was bedeutet, daß ich nicht eines Tages abgehetzt in einen überteurten Flieger sürzen muss um dann doch wenige Stunden zu spät an seinem Sterbebett anzukommen. Man sieht, in Sachen abgebrühter Intellektualisierung bin ich verdammt nochmal ein verschissenes Naturtalent.

Und überhaupt kann ich mich hier in Berlin besser mit der Frage konfrontieren, wohin eigentlich dieses elende Studium führen soll oder ob es nicht besser ist, mich ab sofort jedes Semester für Kunstgeschichte und/oder Bildende Kunst zu bewerben und zu hoffen, daß bald eine Zusage kommt.

Genug jetzt der überrationalen Prognostik, es ist wieder Zeit für die nötige Dosis Soziopathie. Wer kommentiert, nimmt das in Kauf.

Euer euch liebender, aber heute doch eher hassender Matthias. Over and out, ihr häßlichen Maden.

13 Kommentare:

  1. wen interessierts?

    im ernst...

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  2. Deine Mudder hat's interessiert, als sie sich erst mal ne Zigarette anstecken musste.

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  3. @torben. mich...du made. more hate, büdde.

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  4. hierbleiben
    http://www.myspace.com/allespanda

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  5. Matze, wenn ich eins gelernt habe (hach, wie viele Dinge habe ich gelernt): Das alles zu seiner Zeit da ist. Und Stockholm ist kalt, honey. Ich weiß, Berlin auch. Aber es macht gar keinen Unterschied ob hier oder da. Der einzige Unterschied ist was du damit machst. Ich freue mich, dass du da bleibst, und ich freue mich, wenn du gehst (weil du erstens dann froh bist, und zweitens weil du wiederkommst).

    anders ausgedrückt: uns werden in den kommenden Jahren nicht mehr viele Entscheidungen abgenommen. Wir müssten uns eigentlich freuen, wenn die Zeichen uns in bestimmte Richtungen deuten. Ich wünschte, ich könnte dir sagen, wohin es geht-- aber ich muss auch noch warten, darauf, dass eine Entscheidung fällt, die nicht in meiner Hand lag.

    Im Übrigen, Mary, dieser Song, Hotel, ist einfach der HAMMMMMMER.

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  6. ihr schreibt euern blog also nur für euch selbst?

    ernsthaft, mir erschliesst sich euer prinzip nicht. genauso wenig wie der witz.

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  7. Über was denn sonst, lieber Torben? Authentizität erwächst nicht aus Collagen meines Googlereaders und Berichten von 'ach wie tollen aber belanglosen Youtube und vimeo videos'. Erlebnisse meines eigenen belanglosen Lebens, sowie dem meiner Freunde bestimmen diesen Blog. Wen das nicht interessiert, verpisse sich auf die unzähligen für mich noch belangloseren Fashion- und Hipsterblogs. Hier gibts für dich nur Herzen und langweilige Geschichten. Wer trotzdem gerne bleibt, den backe ich einen Kuchen. <3

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  8. dann fehlt euch - für die jüngeren leser - leider viel zu oft eine einleitung und ein klarer standpunkt - und sei es nur für diesen einen artikel.

    wen interessiert es, dass gerade du nicht ins ausland kannst. damit bist du nicht allein...warum sollte es einen, der dich nicht kennt, mitnehmen? und wenn ihr nur für euch selbst schreibt - warum kannstes deinen freunden nicht auf ner tasse kaffee erzählen, sondern musst es im internet breit treten?!

    vielleicht erwarte ich von euch prickelndere themen, nichts darüber verfasstes, was ihr mit unzähligen anderen menschen eh schon teilt, was tausendfach dagewesenes. die unterhaltende ausdruckweise das zu einer gut lesbaren explosion zu machen, hättet ihr - nutzt sie jedoch nur für ich-bezogenes getexte.

    mit "jünger" seien die gemeint, die nicht seit anbeginn der geburt dieser seite, mitlesen.

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  9. hallo unschuld.

    ich lese euren blog regelmäßig. klar.
    ich bin gerade nur irrtiert wie unkonstruktiv und flaps ihr argumentiert.
    seid doch sonst nachvollziehbar reflektiert...

    wär mal wieder geil: weg vom zickenterror, hin zu wahren argumenten!

    silke

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  10. Liebster Torben,
    deine argumentation ist schlüssig, weshalb ich auch darauf so ausführlich antworte und dir deine Einführung gebe. Aber das soll hier ja keinesfalls ein 'professioneller' Blog sein. Davon gibt es viele, die du sicher auch schon liest. Es ist und bleibt mein persönliches Diary, ein Spiegel meiner Erfahrungen, Erlebnisse. Dokumentation in Fragmenten. Die Explosionen, wie du sie 'verlangst', tragen wir im heimischen Wohnzimmer bei Tee und Kaffee aus. :)
    Und nur ganz nebenbei habe ich genau über diesen dir anscheinend unsympathischen Blog sehr sehr gute Freunde, vielleicht die besten - gefunden, die jetzt auch hier ab und zu dokumentieren können, was in ihren Köpfen abgeht, ohne den Druck irgendwas abliefern zu müssen. Denn das müssen wir alle.

    Und falls du es noch nicht weiß, das Internet gehört mir ganz allein. Muahhahaha. Und ich will genau hier nicht gut sein müssen. Wer clickt, der clickt. Wer nicht, der nicht. Freiheit ist ein großes Wort.

    Liebste Grüße

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  11. Liebe Silke,
    schön, dass du Unschuld liest, obwohl du mich gar nicht kennst. Das verblüfft ich immer wieder. :)

    Aber manchmal ist es doch schön einfach mal oberflächlich zu sein und auch sein zu dürfen? Oder?

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  12. hallo .ebbé.,

    zuerst 2 kurze antworten zu deinem kommentar:
    1. ich lese gerne euren blog. unsympathisch - woher du das auch immer schlussfolgerst - ist er mir nicht.
    2. ich verlange keine explosionen, ich vermisse sie, da sie hier möglich wären und das ganze ungemein aufwerten würden. dass leser hier nichts verlangen und erwarten können, habe ich jetzt verstanden.

    auf deine letzten zwei zeilen gehe ich nicht weiter ein...

    ich vermute, dass du hingegen meine worte nicht richtig gelesen hast oder ich mich uneindeutig ausdrückte. es geht mir weniger darum WORÜBER ihr schreibt. dass steht euch ganz sicher frei. wenn du meine vorherigen kommentare nochmal genau prüfst hatte ich mehr nach dem FÜR WEN gefragt.

    schreibt ihr nur für euch selbst komme ich nicht wieder.

    schreibt ihr auch für mich finde ich es schade, dass du kritik so schwer oder gar nicht annimmst.

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  13. Mensch Torben, eigentlich könnten wir doch Freunde werden. :)
    Wenn du schreibst: "Wen interessierts?" - muss ich einfach ausflippen, weil es mich natürlich am meistens interessiert, wenn jemand, den ich sehr liebe, sein größter Traum verloren geht. Das pisst mich an und weil ich emotional unkontrolliert bin, kann das auch mal ausschweifen in Beleidigungen. Aber so sind wir halt. Wir Menschen.
    In diesem Sinne: Ja, ich schreibe eigentlich nur für mich und Matthias nur für sich - um's rauszulassen, was er woanders vor lauter Professionalität nicht mehr kann. Hehe. Hier dürfen "Fehler" gemacht, Hass provoziert, Liebe verschenkt werden. Es ist meine kleine naive Welt, die von Cklickzahlen und Followern weitestgehend verschont bleibt. (Ach mir gefällt mein Konzept. :))
    Wenn du trotzdem weiter teilhaben möchtest, bist du recht herzlich dazu eingeladen. Affirmative Leute mag ich eh nicht. Also kritisiere weiter, was das Zeug hält, denn davon lebt die Welt und ihr Fortschritt.

    Noch mehr liebe Grüße.

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