Sonntag, 28. November 2010

Wooden Peak im Gelegenheiten. So war das - und die Luft die trug.


Ich wusste ja, dass es viel besser werden würde, als ich es erwartete, da hatte mich Fab schon vorgewarnt, aber dass es dann soooooooooviel besser werden würde, hatte ich dann doch nicht erwartet. Es war so unglaublich gut, dass ich eigentlich gar nichts schreiben will oder besser gesagt kann. Der Abend war dermaßen perfekt, wie es ein Abend mit seinen Freunden und guter Musik nur sein kann und Ja, ich überschlage mich vielleicht gerade wieder, aber ich denke, da müssen sich demnächst einige Bands hinten anstellen, um diese amazing Two-Man-Show wieder aus meinem Herzen zu verbannen. Die Musik der beiden Rostocker berührte mich gestern Abend so krass, dass ich meinte, sie spiegelte irgendwie mein Denken, diese ungebrochen gebrochenen komlexen Klänge, Beats und Rhythmen, die doch immer wieder schaurigschöne warme Popmelodien ergeben, melancholisch und doch überhaupt nicht traurig sind, sodass ich mein Grinsen während des gesamten Konzerts einfach nicht unterdrücken könnte. Ich schaue auf Nico neben mir und sehe ihm an, dass wir genau jetzt dasselbe denken oder gar nichts denken und einfach nur glücklich sind, jetzt zusammen hier zu sein und dieser Musik zu lauschen, die so anders ist und doch wie wir. Irgendwie banal kompliziert und anspruchsvoll einfach zugleich, zugänglich und manchmal sperrig, vielseitig und doch charakterstark. Ambivalente Popmusik - schubladenuntauglich - so mag ich das - so mag ich euch - ihr Schauspieler :D. Genau diese seltenen Momente mit Freunden zu teilen, zu sehen, dass sie über Musik gerade genau dasselbe fühlen können, ist doch irgendwie ein Wunder und dann auch noch so wunderbar, wenn es dank einer so sympathischen Band funktioniert... Ja, es war wirklich wunderbar und neben der unglaublich tollen Musik von Wooden Peak, die ich irgendwie auch nicht weiter und noch schlechter beschreiben möchte, (weil ich einfach will, dass ihr alle auf eines der unzähligen anstehenden Konzerte geht), ist es auch das charming Gelegenheiten gewesen, welches ich so langsam gerne als mein neues Wohnzimmer adaptieren möchte, wenn sie mich lassen...

So und wer das jetzt gestern trotz Ankündigungen via Facebook und so verpasst hat, der sollte ernsthaft am kommenden Donnerstag, dem 2. Dezember um 22 Uhr ins adiovisuelle Labor von Antje oeklesund kommen. Mehr gibt es dem nicht hinzuzufügen, bis auf das schlechte Video, welches ich gestern produziert hab, ich hoffe Maggi macht es das nächste Mal für mich besser...

Samstag, 27. November 2010

Dein Traum. Eine Skypekonversation.

SIE: Ja, ne im Traum gings darum, dass wir Party machen waren. Du hast ganz viele Leute auf der Party gekannt und ich hab dich irgendwann verloren.
ICH: Und dann?
SIE: Ich hab dich dann in so einem kleinen Kämmerchen wiedergefunden, wie du gegen die Wände schlägst und total ausrastest und ich will versuchen dir irgendwie zu helfen, aber du schreist die ganze Zeit und du bist total in Panik.
SIE: Und ich raffs überhaupt nicht. Dann treff ich IHN und er erzählt, dass du glaubst, du würdest vergewaltigt werden, und wenn ich es mir ganz fest vorstelle, dann sehe ich es auch.
SIE: Und dann geh ich wieder ins Kämmerchen und sehe, wie du übelst krass brutal zusammengeschlagen wirst und ich kann gar nichts tun und dann ist ER plötzlich da und versucht mich wegzuziehen und sagt, dass du krank bist und dein Kämmerchen mit Wahnsinn gefüllt ist und ich da raus muss.
SIE: Und dann musste ich da rausgehen und ich hab so geweint, weil ich dich nicht da drin lassen wollte. Dann gibts so einen Schnitt und wir sind komplett woanders und ER erzählt mir vom Wochenende und wie du wieder mit jedem Typen rumgefickt hättest und wie traurig er das fände und ich sag: Ja nee, aber sie ist doch krank, sie wurde vergewaltigt und er sagt, nene das hätte ich mir nur eingebildet... Und dann bist du auf einmal da und schreist uns voll an, dass wir schlechte Freunde sind oder irgendwie sowas.
SIE Und dann bin ich weinend aufgewacht.
ICH: Ja, das ist ein sehr krasser Traum.
SIE: Ich habe den Traum schon gedeutet.
SIE: Er sagt, bleib in Berlin.

Nichts davon ist wahr. Nichts davon hat jemals stattgefunden, außer dass du trotzdem gegangen bist und ich dich und deine abseitigen Phantasien jetzt schrecklich vermisse.

Tafeln Berlin

Ebenfalls letzte Woche war ich das erste Mal bei den Berliner Tafeln. Erstens, weil ich nicht einen Cent mehr in der Tasche hatte und zweitens, weil es mich schon seit längerem beschäftigt. Ich habe schon seit einigen Monaten das dringende Bedürfnis etwas für diese Gesellschaft zu tun, für die Menschen, denen es schlecht geht. Schlechter als mir. Wenn man nämlich, wie ich sich ständig nur mit Kunst und den schönen Dingen im Leben beschäftigt ist, kann man leicht den Bezug zur Realität da draußen verlieren. Diese Realität trat dann auch recht schnell ein, als ich mit anderen HartzIV-Empfängern und Studenten in einer Reihe für Essen stand. Anstehen für Essen. Ein wirklich seltsam krasses Gefühl, dem ich mich ganz bewusst aussetzen wollte. Ich war neugierig. Wollte sehen, wie es sich anfühlt. Sicher hätte ich mir auch bei meinen Freunden etwas Kohle borgen können, wie ich es oftmals getan habe, wenn das Geld zum Ende des Monats weniger wurde.
Letztlich hat mich dann aber noch viel mehr gefashed, dass es da soviel zu essen für mich gab, dass ich eine komplette Woche davon Leben konnte. Und das sehr gut sogar. 
Wenn alle Supermärke abends einfach das Essen rausstellen würden, was an dem Tag eben abläuft, so dass es sich die Leute eben einfach mitnehmen können, wäre das doch soviel ökologischer, anstatt alles einfach in die Tonne zu werfen. Natürlich leben wir in einer Weg-Werf- und Überflussgesellschaft, das hab ich auch vorher schon gewusst, aber es am eigenem Leibe so direkt zu erfahren, war doch was ganz anderes.

Meine Bewerbung für Tafeln ist noch am selben Tage rausgegangen, weil ich das Projekt für uneingeschränkt sinnvoll erachte. Vielleicht darf ich ja demnächst auch mal Essen verteilen und Teil dieser guten Sache sein.


Peter Lindbergh in der C/O Berlin

Schon letzten Sonntag waren Thomas und Ich in der C/O Berlin, um uns die Peter Lindbergh Ausstellung anzusehen und erst jetzt bin ich dazugekommen, mal nach den Photos zu schauen, die dort entstanden sind. Ein volles Programm hatte ich mir am letzten Sonntag gesetzt. 1. Peter Lindbergh, 2. Nan Goldin, 3. Carsten Höller - und letztlich haben wir doch nur Lindberghs Ausstellung geschafft, die mich zugegebenermaßen sehr überraschte. Ich steh ja eigentlich überhaupt nicht auf Modephotographie und ich dachte wirklich, dass diese Lindbergh-Geschichte mich total langweilen würde. Tat sie dann allerdings überhaupt nicht, sondern ich habe mich wirklich über in die neuen Berlin-Serien des im heutigen Polen geboren Künstlers gefreut. Nicht wirklich gelungen fand ich die aufdringliche Holz-Rahmung der großen Bilder im Obergeschoss, da die Bilder auf den kruden Wänden der C/O nackt wahrscheinlich besser gewirkt hätten. Da es verboten war Bilder der Photographien zu machen, habe ich heimlich nur die Besucher im Gerhard Richter-Style photographiert, um einen Eindruck der Ausstellung zu vermitteln. Lohnenswert war außerdem die Ausstellung der Talents im Untergeschoss, die mich irgendwie an Jeff Wall, nur ohne Leuchtkästen erinnerten.
Und Danke nochmal Thomas für den Hustler-Move und Nadine für den heimatlichen Drücker :D

Freitag, 26. November 2010

Montag, 22. November 2010

Wer will schon - Part II

"Das durch Häufung und Leichtigkeit der Eindrücke aufgezwungene Zusammenhanglose, die unmittelbare Vulgarisierung und die Applikation von industriellen Methoden auf die Produktion, die Bewertung und die Aufnahme der Früchte des Geistes - das alles führt zur Änderung der höchsten und bedeutendsten intellekuellen Tugenden: Der Aufmerksamkeit, der meditativen und kritischen Fähigkeit und dessen was man die Gedanken großen Stils nennen könnte, die vertiefte Suche und Einbringung des ersten und stärksten Ausdrucks seines Objekts."

Zitat von Paul Valéry aus seinem Aufsatz von 1937(!) "Notre destin et les lettres"



Sonntag, 21. November 2010

Sonntags in Berlin - Aufm Canapé mit Kanapé


Es ist einer dieser Sonntage, an denen man aufwacht und sich einfach nochmal umdreht und es darf. Dann langsam aufsteht, benommen aber glücklich in die Küche wandert, um sich einem Monster-Kaffee mit ganz viel Vollfettmilch und Honig zu servieren. Dann ein Mixtape anmacht, um gemütlich Zeitung zu lesen und den Googlereader zu durchforsten. Aber stop, diesmal und heute handelt sich jetzt nicht um irgendein Mixtape, welches mir den Berliner Sonntag versüßt hat, sondern um das von Kanapé - einer Kollaboration von Carina Posse und jemandem, den ich leider wieder vergessen habe. Ah ja, Dj Lutz Hartmann (Sorry...) Anyway, (mein neues Lieblingswort) das Projekt kommt aus dem Stall von Analogsoul und ist für den Sonntag und especially für dein Canapé wie gemacht. 

So und jetzt haut das Ding in euren digitalen CD-Player voll Apfelschorle und lauscht den Jazzy-Deep-House-Geschichten, die einen mal wieder voll runterholen, vom Stress der letzten Tage. Es sind echt ein paar ganz schöne alte Hits dabei, auf die ich schon vor zehn Jahren chillen konnte. Vielleicht auch nur vor 5...ANYWAY, anscheinend war das eine sehr sehr gute Zeit. Danke für diese musikalische Assoziationsstütze. 

DOWNLOAD FREE

Wer will schon...


...Borderline, wenn man ADS haben kann.
So wie die Wurst ohne zwei Enden.
Die Sonne, die ohne Regen scheint, weil morgen Dienstag ist und das Barbietraumhaus morgen grün statt lila gestrichen wird.
Wo ist Peter, wenn ein Pan sich seine Nuttenstiefel streichelt.
Und wo ist morgen, wenn heute heute ist.
Weil alles soviel bunter ist, wenn eine Farbe dominiert, was einst in Klängen bunter schien.
Und sonst?
Da ist Berlin, der Ort, wo Menschen sterben, verschlafen und nie wieder kommen, weil sie längst gegangen sind.
Ohne die Tauben zu fragen, warum sie soviel Scheiße fressen.
Hast du jemals eine Babytaube gesehen, frage ich dich und beobachte den implodierenden Teebeutel, der sonst so langweilig Geschmäcker verdirbt, weil gepunktete Bettdecken von Ikea schlecht für die Augen sind, die suchend immer nach etwas suchen.
Finden - Finden!
Bäume tragen Lichter, die sie selbst niemals anziehen würden, weil sie viel zu bescheiden sind, Chanel aus dem letzten Jahrhundert zu tragen.
Hippies unter den Lebewesen, die sich sonst für stylish halten. Sich ausziehen, wenn es kalt wird - unlogisch und so ungesund, weil Herzen Herzen wärmen und nicht umgedreht.
Ungesund, weil Menschen Tiere essen und umgedreht, weil Gras auf Bäumen wächst und Kühe Milkyway am liebsten essen.
Kalt macht das, statt warm.
Bäume mit Nadeln pieken und sollten nicht für blutige Massaker in Wohnzimmern mit Rauhfaser sorgen. Die Fasern sind gefährlich genug, weil Reibung stets zu Überhitzung führt.
Familien zerhacken sich, weil morgen der andere Hase, haarige Hoden zum Sonderpreis bei Aldi verkauft und behinderte ADS-Blogger weiter Sondermüll für Silikonimplantate Mitte-Vierziger-Muttis produzieren. Gerade in dieser Stadt. Ein Trauerspiel mit Potenzial, denn
das Land ist bereit für Mac. Mac Big, nein Mac, Mac Gyver. Mac Geiz. Mac Scheiß.
Am besten ist, es rette sich wer kann, die Titanic würde heute nicht mehr untergehen.
Beschimpfe jeden, so laut du nur kannst!
Kotze auf das Gesicht deines Nächsten!
Ficke jeden, so brutal du nur kannst,
denn ich kann nicht mehr...

...das alles, weil du da bist und weil du fehlst.
Paradoxe Paradoxien, die sich hinter GZSZ verstecken und in Wirklichkeit Avantgarde mimen, weil sie wiedermal die Zähne mit Aronal statt mit Elmex geputzt haben. Das ist das Übel alles Bösen.
Das Chaos mimt Ordnung, die Ordnung faked das Chaos.
Die Welt ist blau, welches in Wirklichkeit Gelb heißt, weil du das einfach so bestimmt hast, in deiner ewigen Zurückhaltung, die zum kotzen aufdringlich ist.
Lass uns leise schreien, so dass es niemand hört außer der Rest der Welt, der in reudigen Marmorhütten lebt und niemals eine Babytaube sehen wird, so, wie wir sie einst gesehen haben,
bevor wir erblindet sind,
vor lauter Aufmerksamkeitsdefiziten.

Samstag, 20. November 2010

Das erste Mal

Da war sie, 'meine' erste Eröffnung in der Galerie. Ich möchte behaupten, ein voller Erfolg. Viele sympathische Gäste, von denen vor allem ihr dagewesen seid - meine Freunde.
Mit euch zusammen auf dem Boden der Galerie rumzuhängen und ein Mammut auf einer Wolke schweben zu sehen, war für mich der spannendste Moment des Abends. Das Einzige, was ich diesem Moment wollte war, dass es euch gefällt und ihr genausoviel Spass daran habt, wie ich.
Vielen Dank, dass ihr tatsächlich alle für Egill und mich gekommen seid. Das war das Allergrößte. Ich proste auf die hoffentlich vielen Ereignisse dieser Art, die folgen werden und darauf, dass Maggi weiter Stillleben im White Cube photographiert. :D
Als musikalisches Schmankerl reiche ich außer Egill auch Peaches, ihr wisst warum... ;)

Dienstag, 16. November 2010

Wiedermal verschlafen - Ein Herz für Blogs


Ja und schon wieder hab ich die allseits bekannte gestrige Aktion verpennt und möchte das dennoch schnellstens nachholen. Wie immer empfehle ich, Ebbe, dieselben Blogs, aber da doch immer ein paar neue Leser dieses Ebbentagebuchs hinzukommen, schleuder ich einfach nochmal meine persönliche "Das-Lese-Ich-Immer-Liste" raus. Herausgestellt hat sich, dass ich nur Blogs lese, deren Autoren ich auch persönlich kenne oder zumindest kennengelernt habe. Und ich bin stolz, wie Oskar euch hier meine besten (Online) Freunde präsentieren zu dürfen. Wenn auch in dürftiger Art und Weise. Ich traue euch zu die erwähnten Sachen selbst zu googlen. :)

Love Leipzig - Baumwollspinnerei - from cotton to culture

Definitiv zu den ersten Anlaufpunkten Kunst betreffend, gehört die alte Baumwollspinnerei in Leipzig. Schon vor ein paar Monaten war ich dort erstmals unterwegs, um mir ganz gemütlich das Gelände und die Ausstellungen in den ansässigen Galerien anzuschauen. Wiedermal war ich geflashed von den vielen kleinen abgefuckten Ecken, die den Charme des Kulturgeländes ausmachen und hoffentlich nicht so schnell weg renoviert werden, wie man das in ganz Leipzig beobachten kann. Bite entschuldigt die schlechte Qualität der Bilder, die ich euch dennoch nicht vorenthalten möchte. Ein Besuch in Leipzigs Herz für zeitgenössische Kunst lohnt sich auf jeden Fall!

Eine Übersicht über die Galerie gibts hier.
Allgemeine Infos über die Geschichte des Geländes und laufende Ausstellungen gibts hier.

Sonntag, 14. November 2010

Früher, da gab es dich und mich.

Früher, da gab es dich und mich.
Auf einer Schule.
Wir haben uns täglich gesehen und ignoriert, obwohl wir uns kannten.
Wir beide waren besonders. Irgendwie. Du für mich und ich für Dich.
Da war etwas zwischen uns. Das haben wir beide gemerkt,
doch bestimmen konnten wir es nicht
und so hat jeder von uns für sich gelebt, obwohl wir den einen Mann gemeinsam hatten.
Du als Freund und ich als besten Freund.

Fünf Jahre später treffen wir uns wieder. Auf einer Wiese mitten in Berlin. Wir beide sind hier gelandet.
Ich trage meine Gürtel, wie du sie trägst.
Wir rauchen denselben Tabak.
Erzählen uns ähnliche Geschichten, als würden wir uns ewig kennen
und das tun wir auch.
Wir beide sind jetzt entspannt und irgendwie erwachsen.
Lachen über die Ignoranz von damals.
Plötzlich ist alles so klar. Wir sind uns jetzt so nah, wie wir uns selbst damals fern gewesen sind.
Ein 'wir' war unmöglich.

Gestern sitze ich in deiner Aufführung.
Sehe dich spielen und fühlen und wünschte ich wäre, so wie du.
Heute sind wir in der Galerie, in der ich arbeite und du wirst zur Eröffnung kommen.
Wir bewundern und akzeptieren uns, für das was wir sind.
Und ich behaupte erst jetzt, hier durch diese Stadt war das möglich.
Ein Kennen- und sich lieben lernen in neuem Kontext.
Und dafür liebe ich Berlin,
und diese Wiese auf der wir uns vor drei Monaten ganz spontan getroffen haben,
denn ab diesem Tag gab es ein 'wir',
das mich bis heute sehr glücklich macht.

Für Nadine.

Jamie XX @Maria am Ostbahnhof & Jimmy Edgar @Horst Kreuzberg

Schon gegen Zehn machten wir uns am Freitag auf den Weg in die Maria, um noch Tickets für Jamie XX und Magnetic Man, zu bekommen. Schon ein paar Mal war ich in der Maria, zuletzt bei dem phänomenalen Konzert von Bonobo Anfang des Jahres. Seit meinen London-Aufenthalten und den ständigen musikalischen Flash-Attitüden auf Dubstep und Grime von Maggi, die mich dann irgendwann einfach angesteckt haben, war ich sofort dabei, als es hieß der junge Jamie, der im letzten halben Jahr einfach ein paar Monster Remixe gebracht hat, legt ein Set in der Maria auf. 15 Euro schien uns fair und so einfach rein ins Gedrängel an der Spree.
Schnell war mir wieder klar, es ist einfach unglaublich, wie ansteckend diese Beats sind, die wir schon überall auf dem Notting Hill Carnival vernommen haben. Und doch bin ich an diesem Abend nicht richtig rein gekommen. Keine Ahnung, woran das jetzt lag, an dem Typen, der mir einfach meine volle Mate geklaut hat, an dem einfach zu gut gelaunten überschwenglich rumschuppendem Publikum, an meinen Kopfschmerzen oder einfach an der Location in der einfach kein Clubfeeling aufkommen will. Nun die Maria ist für Konzerte bestens geeignet, aber eben für DJ Sets irgendwie zu ungemütlich. Auch weil eben jener auf einem Podest und gefühlte 5 Meter vom Publikum weg ist. Mhhhhh. Dennoch war Jamies Set mehr als überzeugend, so deep am Anfang, experimentell und immer tanzbarer und popig elekronisch zum Ende. 
Der Abend war im Ganzen dann irgendwie doch nur OKAY, was für uns alle in dieser Stadt nie wirklich auszureichen scheint. Man hat ja schließlich jede Nacht die Qual der Wahl, um diese ein Nacht zur Nacht der Nächte zu machen.
Die Nachte der Nächte sollte trotzdem noch kommen und das nicht mal 24 Stunden später. Denn viel zufriedenstellender, nämlich vollends selbstbefriedigend war der Abend mit Jimmy Edgar im Horst. Man habe ich mich auf diesen Abend gefreut, die ganze Woche habe ich seinem Gig ersehnt und schon befürchtet, dass ich mich zu sehr freue und dann sicher voll enttäuscht bin. So wie das eben meistens ist. Ebenfalls neugierig war ich aufs Mr. Horst Kreuzberg, den ich schon lange mal besuchen wollte und es sich dennoch nie wirklich ergeben hat.
Um es kurz zu machen. Der Auftritt von Jimmy um vier Uhr morgens war AWESOME. Genauso, wie das aktuelle Album, welches mich immer wieder an Prince erinnert. Genau deshalb finde ich auch das Edgar die postmoderne Reincarnation von Prince ist und sich das besser für mich auch nicht beschreiben lässt. (Wobei lebt Prince eigentlich noch?) Anyway, Jimmys Musik ist so damn funky und ganz banal gesagt, der pure Sex. Ich will einfach mit der Musik bumsen. Nicht wirklich mit Jimmy, sondern mit seiner Musik und dann mit mir selbst. Hab ich dann auch selbstbefriedigender Weise gemacht, indem ich direkt vor ihm mit  meiner liebsten Nadine voll abgedänced habe, bis ich enddurchgeschwitzt den letzten Schluck aus meiner Mate nahm. Scheiß auf Make up, Schminke und Haare. Ist beim Sex schließlich auch egal, wie man dabei und vorallem danach aussieht. So hatte ich gestern Abend den geilsten musikalischen Organsmus mit mir und Jimmys Beats. Soviel dazu. 
Und ganz nebenbei mein Leben scheint nahezu perfekt, wie dieser Abend. Ich wohne in einer Pornowohnung in Berlin, fliege zu meinem endheißen Freund nach London, in den Urlaub über Silvester nach Tel Aviv, habe einen Traumjob in einer international arbeitenden Galerie und die alleralleralleraller besten Freunde dieses Planeten.....UND, nein es hört nicht auf alles immer noch besser zu werden. 

PS: Sara, du sollst genau jetzt zu recht neidisch sein und sofort deinen Rückflug buchen, das wäre nämlich auch mit dir ein interessanter Dreier gewesen. Nur Du, ich und die Beats von HOT, RAW, SEX!

Donnerstag, 11. November 2010

Long Distance Relationship

"and now im thinking of you.
your pretty face,
your cute little wrinkles that appear when you smile,
your tiny cold feet on my legs while in bed
and the wonderful way you talk.
specially now when its rainy and cold and so good to be home
i fell so lonely.
i miss you,
i truly do."

Und alles ist gut.

Feuerpudel im Gelegenheiten Berlin Neukölln

Soeben komme ich aus dem Gelegenheiten, eine weitere Perle auf der Weserstraße Ecke Elbestraße. Neben dem Ä und dem von mir heiß geliebten Tier, eine weitere Option in Neukölln, die sich auf jeden Fall lohnt zu besuchen, auch wegen der schönen Legosteine, die liebevoll in die Wand gepuzzelt wurden. Die Vorlese-Veranstaltung Feuerpudel, nein kein Poetryslam, fügt sich ebenso liebevoll in das Ambiente ein, wie die eben genannten bunten Steinchen aus Plastik. Bunt sind außerdem, die Murmeln mit denen man den besten Text bewertet und den Sieger kürt. Da passt wirklich eins zum anderen. Gerne wieder und hoffentlich das nächste Mal mit dem versprochenen Pudel.

LL - Love Leipzig - 'Karli' aka 'Karl-Liebknecht-Straße' - Hotel Seeblick


Ich parke mein Auto an der Peterskirche und staune über solch moderate Parkpreise. Gerne schmeiße ich ein paar Euro in die Maschine, denn ich habe vor mir hier alles mal ein bisschen genauer anzusehen. Ich schlendere so die Karli entlang, mache ein Haufen Bilder von allem, was mir so ins Auge springt. Streetartpieces, alte Bruchbuden neben gentrifizierten Altbauten, Bioläden und das Feinkost. Ein Hippischuppen mit abgeranzten Feinkost-Flair zieh mich in seinen Bann. Man kennt das alles irgendwie  aus Berlin. Der neue Photoautomat direkt daneben ist der neue Hit hier in Leipzig, erzählt mir Missy am Abend. Eine nette Katze kreuzt meinen Weg. Ich darf ihr schönes Fell streicheln und sie reibt sich an meinen Beinen, sowie an Nicos Tasche. Eine wirklich schöne Katze ist das, am liebsten würde ich sie stehlen. Ich malker sie ein bisschen, um ein schönes Photo von uns zu machen, dann gehe ich weiter. Ein Haufen Bars und Geschäfte gibt es hier, doch ein nettes Charakter-Cafe mit W-Lan finde ich erst nach gefühlten zwei Kilometern. Ich lande im Hotel Seeblick, wo ich im jetzigen Moment in die Tasten klopfe. Ich verschiebe meine Rückkehr nach Berlin noch um einen Tag, weil ich hier in diesem Cafe bestens arbeiten kann und endlich all die schönen Photos aufarbeiten kann, die in London, Bremen, München usw. entstanden sind. Großartig ist das, hier zu sitzen bei dem leckersten Haus-Kräuter-Tee und kostenlosem W-Lan (was allerdings leider nicht zum Cafe gehört, und ein bisschen tricky ist). Noch viel besser ist, das hier die ganze Zeit meine I-Tunes-Playlist zu laufen scheint. Neben Beirut, läuft Caribou, The Whitest Boy Alive, Fever Ray, Two Door Cinema Club und Chew Lips. Ich kann also jedes einzelne Lied mitsingen. Mehrer Stunden verweile ich und genehmige mir zum Schluss einen leckeren vegetarischen Grünkernburger mit Mangosauce und selbst gemachten Pommes, bevor ich im Dunkeln mit Missy in Richtung Könneritzstraße düse.  Das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung ist an diesem einen Tag omnipräsent. Ich kann wählen und ich werde mich wohl in nächster zeit öfter für Leipzig entscheiden.

HOTEL SEEBLICK:
Karl-Liebknecht Str. 125
04277 Leipzig
Tel.: 0341 / 30 32 45 8
Kneipe und Gaststätte
geöffnet: 09.00-05.00 Uhr täglich
(wie gesagt es gibt ein offenes Netzwerk, dieses ist allerdings tückisch.)

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Ein ähnlich schönes Cafe hatte ich schon am Montag Abend auspiziert, das Cafe Cantona in der Windmühlenstraße. Diesmal mit legalem sehr gut funktionierendem W-LAN und leckerem Chai Latte. 

Cafe Cantona
Windmühlenstraße 29, 04107 Leipzig
0341 22 54 302
www.cafecantona.com

Montag-Freitag von 9.00-2.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag ab 9.00 Uhr

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Kennst du noch ein Cafe mit W-LAN und gemütlicher Atmosphäre in Leipzig? Dann schreib mir einfach. Ich freu mich!