Donnerstag, 29. Oktober 2009

Depressiver Donnerstag

Man wacht auf, viel zu früh. Wieder einschlafen wäre zu viel verlangt. Also denkt man nach. Ohne Konsequenz. Das Kurzzeitgedächtnis spielt dir einen Streich. Stunden später wird es hell. Letztlich erwacht auch der Körper. Routine am Morgen. Im Geiste gespannt. Die Pflichten rufen, die Stimmung schreit. Man sehnt sich nach Erholung, doch kann sie eigentlich nicht ertragen. Die Flucht scheint eine Lösung, doch der Körper verschließt die Tür. Was bleibt, ist der Impuls und die Vernunft, im Kampf gegen den Zorn.

Es gibt Tage, an denen es sehr schwer fällt zu genießen. Und zu leben.

Gefunden/Bekommen in den letzten Tagen..

damit beste Grüße an Herrn J.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Da gehen sie hin...

Es waren viele schöne Momente auf der Tanzfläche gemeinsam mit den Wighnomy Brothers. Viele wunderbare Jahre haben sie diese eine Nacht zu jener ganz besonderen gemacht. Eine davon gibts via youtube.
Für alle Thüringer: Letzte Veranstaltung des Duos ist in der Muna am 28.11.2009. Da werd ich mir den Schuppen wohl nochmal antun müssen. Der letzte Auftritt ist dann am 31.12.2009 in Hamburg im Baalsaal. Schade.

Hier stehts nochmal offiziell.


Gefühle in Endlosschleife

Seit gefühlter Unendlichkeit höre ich diesen Track.
Es nach zwei.
Ich kann nicht aufhören.
Repeatfunktion eingestellt,
reproduziert er subtile Gefühle in Endlosschleife.
Immer und immer wieder.
Musik scheint im Stande, die Zeit anzuhalten und sie gleichzeitig in ihrer Vergänglichkeit zu repräsentieren.
Dieser Track trifft dich.
Genau da.
Dort, wo man dich treffen kann,
und immer wieder getroffen hat.
In dieses seltsam ausgedachte Organ,
man nennt es Herz.
Es schlägt in diesen Minuten im Takt dieses Tracks.
Was sind Gefühle,
die so künstlich reproduziert werden können?

Gefunden bei Youssef! Future of Bloggin'


Meine Melt!Bekanntschaft von vor zwei oder drei Jahren (?) schreibt seit geraumener Zeit einen netten Blog über all die Dinge, die ihm gefallen. Oft genug finde ich hörenswerte Tracks, sehenswerte Videos und dieses Mal wieder einen interessanten Musicpodcast für unsere hauseigene Klangwolke. Danke Youssef! :)
Und Oh Gott, I totally fell in love with this Lusine-Track!!!!

Grüße nach Amsterdam! i'm with you!
http://kaputnik2012.blogspot.com/

Dienstag, 27. Oktober 2009

Worte, die niemals fallen.

Mein Kopf zerspringt.
Tausend Gedanken und keine Lösung.
Es fühlt sich an wie ein Kampf und kein Ende in Sicht.
Die Zeit rennt.
Stiche in mein Herz.
Gewollt und ungewollt.
Von mehreren Seiten.
Es zu nichts bringen. Versagen.
Ängste, die mir niemand nehmen kann.
Heimatlos und kein Ende in Sicht.
Scheine wechseln den Besitzer.
Sie trösten nicht.
Sie machen alles noch schlimmer.
Ich warte auf Worte, die niemals fallen.

Beschlagene Scheiben von Jenny Pollak

Wir alle wissen, wie befremdlich beschlagene Scheiben im Auto sind. Man fährt einfach los und bemerkt dann, wenn einem ein Auto von rechts oder links von der Seite kommt, dass man rein gar nichts sieht. Schnell wischt man mit dem Arm die Scheibe frei, kurbelt die Scheibe runter und kann wieder scharf in die einen umgebene Welt blicken. Heute morgen erst erlebt - erlösendes Gefühl.
Bei Jenny Pollack können wir uns allerdings nicht helfen, schlimm ist es dennoch nicht. Sie verschleiert absichtlich unseren Blick. Das was hinter der Scheibe liegt, lässt sie für uns im Ungewissen. Wir versuchen automatisch zu Erkennen, doch wirklich scharf stellen können wir nichts. Schon während dieses Wahrnehmungsprozesses erkennt man auch die abstrakte Schönheit dieser Photographien. Die Verwischungen auf einigen der Scheiben haben durchaus etwas Gestisches an sich, die dargestellten Landschaften werden als real-existierende unbedeutsam, sie existieren nur noch als abstrakte Bildkomponenten im Spiel von Licht und Schatten, warmer Feuchte, und dem Betrachter hinter der Scheibe. Einfach wunderschön.

Montag, 26. Oktober 2009

Hotel Michelberger auf der Warschauer

Schon 'ne ganze Weile fahre ich an diesem neuen Hotel, Hostel, an der Warschauer vorbei und heute bin ich mal auf deren Webseite gelandet, die für Hotelverhältnisse ganz schön was hermacht. Die Eröffnungssauße soll ja ziemlich heiß gewesen sein, wie man anhand der Bilder auf dem hauseigenen Blog sieht. Anscheinend 'ne nette Hütte für mancheinen spontanen Berlinbesucher. Abgesehen davon, dass die Zimmer durch schlichtes, bodenständiges Berlin-Design voll heimischer Gemütlichkeit bestechen, finde ich das Leuchtschild "i'm ugly, but I glow at night" am schönsten. Prädikat: Sehr sympathisch!

http://www.michelbergerhotel.com/

Sexy Vanitasorgien von Monica Cook

Heute bei FFFFound entdeckt und ich finds gr0ßartig. Feministisch, Chaotisch, Vergänglich, und Sexy zugleich zeigt uns die Künstlerin eine Szenerie, die an dionysische Feste erinnert, zitiert wird eine körperliche Inszenierung, wie bei Caravaggio, niederlandischen Vanitas-Stillleben und klassische Aktdarstellungen, wobei die gezeigten Szenen immer das Momentane von Photographien aufweisen. Männer scheinen gänzlich aus den Bildthemen verbannt. Leider sind die anderen Arbeiten der Künstlerin nicht so mein Fall.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Berlin der 20er Jahre. Claire Waldoff.

Auf MDR Figaro kam gestern eine Sondersendung über Claire Waldoff. Was für 'ne coole Frau. Ich freu mich darauf, schon bald mehr auf die Kulturgeschichte Berlins einzugehen.

Samstag, 24. Oktober 2009

Müllers Kuh.

Es gibt immer Momente im Leben,
in denen man sich sehnt.
Sich fallen lassen.
Die Welt vergessen.
Die Trennung zwischen dem 'du' und dem 'ich'.
Dir und Mir.
Suchen. Fragen. Aber finden? Fehlanzeige.
Eher sind dies Momente, die wie Ewigkeit erscheinen und doch vergänglich sind.
Manchmal für Minuten, einige Stunden, vielleicht Jahre - aber letztlich immer vergänglich.
So ist Leben. Vergänglich.
Wie die Liebe, das Leid, das Gück, die Tage und Stunden.
Augenblick der Ewigkeit, Ewigkeit im Augenblick.
Zeit, die wir weder fühlen noch denken können.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Goldener Oktober

Die frühwinterliche Witterung lässt das Gold vielleicht etwas verblassen und schlägt definitiv auf die Stimmung. Dennoch hat auch dies seine guten Seiten. Man wird gemütlicher. Ausserdem ist die Herbst/Winter-Zeit für mich die alljährliche Reinkarnation meiner Vorliebe für experimentelle elektronische Musik. Mal mal und mal weniger rhythmisch. Einen der wunderschönsten Tracks, zwar eher weniger experimentell, möchte ich auch gern zum Probehören anbieten, "Her Tune" von Hermann & Kleine. Kauft euch das Album "Our Noise", kostet 8,99€ im iTunesStore. Ich hab die Platte als Vinyl schon einige Jahre und liebe sie einfach.

Hermann & Kleine - Our Noise (morr music)

Hermann & Kleine - Her Tune

Ich Empfehle eine entsprechende Anlage oder wenigstens mittelklassige Kopfhörer!
Feedback erwünscht!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

PSYCH

Einmal zu tief ins Glas geschaut, alle Freunde allein nach Haus gehen lassen, dann die falschen Worte zum Langhaarigen am Ausgang gesagt und ZACK!, du landest in der Psychiatrie. Lebensmüde Gedanken. Akute Suizidalität nicht auszuschließen. Fremdaggressivität. Mittelgradige depressive Episode. Endogene Psychose.
All das sind Phrasen die ich jeden Tag lese und Geschichten die ich jeden Tag höre. Ein Auffangbecken für Alkoholiker, Drogenabhängige, Depressive und Schizophrene.
Morgens viertel vor sechs. Schlüssel ins automatische Türschloß gesteckt, nach links gedreht und auf gehts in die Anstalt. Sofort dringt der durch Türen und Wände kaum zu dämpfende Schrei des vermeindlichen Epileptikers unabdingbar in den Schädel. Naja, nach einer Stunde hört mans dann auch nicht mehr, also was solls.
Bevor man den kurzen Weg in den gläsernen Arbeitsbereich begehen kann, kommt schon der erste Alkoholiker. Irgendwann nach drei Flaschen Schnaps und ein paar Bier hat sogar sein Körper nachgegeben und bei 3,7 Promille ist er umgekippt. Der Freund und Helfer in grün war natürlich als bald zur Stelle und die Notaufnahme beweist wie immer Routine. Smalltalk ohne Kurzzeitgedächtnis des Gegenüber? - Alltag. Besser als Delir und Krampfanfälle sagt man. Eine Tasse Heißgetränk später, die all morgentliche Frage nach dem Spaziergang mit der Geliebten im Garten - es sei ja so schönes Wetter in Gottes Wohnzimmer. Vielleicht später, lieber erstmal Tabletten nehmen. Ich mag die gelben, die auf der Zunge sofort schmelzen. Leider machen sie dick. Dafür verschwinden die ganzen Stimmen und abartigen Gedanken. Milchmädchenrechnung. Aber deswegen gleich Sport machen? Immernoch besser als den lieben langen Tage mieße Laune und Schmerzen im Brustbereich. Der Nächste: Stimmung? "Naja, gestern Abend vielleicht so ne 3, jetzt aber wieder 5-6". Schulnoten sind ne klasse Skala. Lachen wird sowieso überbewertet und reicht ja einmal in der Woche. Beherrschung braucht es. Kein Antrieb im Leben, keinen Sinn. Lieber schlafen. Ist auch nicht einfach! Das Wetter ist ohnehin miserabel. Da freut sich der Depressive insgeheim. Der Winter kommt, es schneit Diagnosen.
Probleme der psychisch Kranken sind teilweise schwer nachzuvollziehen und können einen selbst absolut in den Wahnsinn treiben. Punktlandung. Was soll man sagen wenn die kleine Blonde mal wieder nicht essen will, weil sie Angst hat mit dem Messer jemanden töten zu können. Tag für Tag. Dann eben der rote Saft - nein, leider schmeckt er nicht so süß wie er riecht. Ist schließlich Medizin. Es wird schon nichts passieren. Wir sind doch da! Auch noch nächsten Monat. Und übernächsten. Empathie! Danke Ulla Schmidt.

re: Ein Herz für Blogs #2 mbum edition

Soso. Die Blogosphäre und ich sind eine intermittierend interagierende Gemeinde. Mal mehr mal weniger. Abgesehen von wenigen Ausnahmen. Ich möchte vorwegnehmen das ich jetzt Sites wie de:bug, derfreitag, ffffound usw. mal außen vor lasse. Erstens kennt die jeder, und zweitens entsprechen diese meinen Vorstellungen eines Blogs der websozialen mittelschicht nicht mehr. Die Reihenfolge spielt auch keine Rolle, Nummer eins ist mir eben zuerst eingefallen und so weiter.

swissmiss
tina roth eisenberg - eine schweizer designerin welche in NYC lebt. Postet vielleicht etwas zu viel, sind jedoch hin und wieder sehr sehr schöne Dinge dabei.

about a riot in 36 - keine Ahnung wer das ist und so weiter, finde aber sie hat Geschmack.

yvan rodic - ja der Facehunter. Nicht jedoch der Facehunter Blog, nein. Nur die Bilder von seinen Reisen. Warum? Ist einem mal langweilig und das Fernweh drückt kann man sich viele verschiedene Eindrücke aus den Metropolen der Welt reinfahren. Mag ich.

rivva - mein Nachrichtenportal. Super Konzept. Heisst nicht das ich spiegel.de und derfreitag nicht auch lese. Ihr wisst schon.

stilsucht - viele schöne Dinge die ich mir vielleicht irgendwann mal leisten werde/kann.

That's it. Den Kunstbereich überlass ich ebbé. Anmerken muss ich jedoch weiterhin: Seit dem es Twitter gibt haben Blogs für mich an Bedeutung verloren, vorallem die Suche danach. Twitter bringt eben alles zusammen.
Ausserdem: Beim nächsten mal kommt knicken vielleicht wieder mit dazu, wenns da wieder mehr gibt als Freikarten und Bilder. *Gähn*.
Der einzige Blog den ich tatsächlich verfolge KANN natürlich nur WELCHER sein? Richtig.

Jeder der jetzt meiner Suggestion entsprechend denk darf sich diesen Song von YACHT runterladen.

Weekend Review

Freitag Lecker Frühstück mit der kleinen Schwester inner Kaufbar in Fhain. Das ganze Mobiliar kann dort erworben werden, dementsprechend riecht es dort wie bei Oma.
Abends dürfte ich for free zu PrincessSuperstar ins Rodeo gehen. Leider der totale Reinfall. Die Location ist erstmal ganz imposant, jedoch ist man schnell ernüchtert, wenn man den absolut indiskutablen Sound langer als 'ne halbe Stunde ertragen muss. Da bringt auch 'ne Prinzessin, die das gnadenlos ignoriert keine Punkte. Also verabschiedeten wir uns ziemlich schnell von der Mitte-Schickeria und stolperten in Richtung Jannowitzbrücke zu einer Afterparty von einer der anscheinend inflationär werdenden Streetartausstellungen in Berlin. Die Ausstellung hab ich leider auch nicht mehr gesehen, dafür legte T.Raumschmiere auf. Irgendwie hatten wir aber viel mehr Bock auf HipHop und House und so tanzten wir die ersten zwei Stunden ausgelassen zu Classics anstatt zu Techno. War schön, wirklich.

Kategorie: Täglich Ungesehen Gesehen. #gerhardmarcks

Ich glaube es wird Zeit hier eine neue Kategorie zu eröffnen. Und zwar betrifft diese Kunst im öffentlichen Raum. Eigentlich täglich begegnet sie uns, wir nehmen sie war und halten dennoch nicht inne, weil wir im Auto sitzen, auf dem Fahrrad fahren mit Musik im Ohr, einfach schnell von A nach B müssen. Dieses Mal habe ich angehalten und festgestellt: Es hat sich gelohnt. "Der Rufer" von Gerhard Marcks in Kommunikation mit dem Brandenburger Tor. Kunst ist einfach überall, nicht nur in teuren Ausstellungen. Augen auf!

Dienstag, 20. Oktober 2009

"At Crossroads" vorm Brandenburger Tor.

Da ich fast täglich auf dem Weg in die Bib daran vorbeifahre, ist es mir heute mal einen Post wert. Die Installation der Griechin Kalliopi Lemos steht direkt vorm Brandenburger Tor. Zu einem 13 Meter hohen Turm werden neun türkische Holzboote, die an der griechischen Küste mit Flüchtlingen aus dem Nahen Osten gestrandet sind, in einem Gerüst aufeinandergestapelt. Falsch rum natürlich.
»At Crossroads« ist der dritte Teil einer Trilogie. Die vorangegangenen Installationen in Elefsina und Istanbul werden in einer umfassenden Dokumentation im Foyer der Akademie der Künste filmisch und mit Fotografien präsentiert. Leider konnte ich kein wirklich gutes Bildmaterial der vorangegangenen Installationen im Internet finden. Zeit für die Ausstellung, die noch bis zum 30.Oktober läuft hab ich auch nicht wirklich. Schade. Aber vielleicht doch am Sonntag?

Montag, 19. Oktober 2009

In Vorfreude aufs Wochenende - Freude am Tanzen im Watergate! Ich will euch alle da sehen!


Für alle die nicht so recht in die Woche kommen wollen und immer noch im Wochenende feststecken. Hier ein kleiner aber feiner Streifen über den die Macher selbst sagen:
Das Video von Douglas Greed zur "GLUE EP" auf Combination Records ist ein melancholisch-naives Miteinander von Musik und Bild. Die rotzig-düstere Atmosphäre macht von Anfang an klar das dies keine übliche "Bling Bling - After Efects" Lawine ist sondern vielmehr der Versuch der Schlichtheit der Musik eine Schlichtheit des Bildes gegenüber zu stellen.
Mit naivem Charme entsteht eine Welt auf Tapete und Mauer die dem Untergang geweiht ist.

Das lassen ich jetzt einfach mal so stehen.


Wenn es einen Track der Woche gäbe, dann...


wäre das Florence + the Machine - You've Got The Love (The XX Remix)

das ist das Cover von Florence and the Machine 'n Sch*** dagegen! Mal ehrlich, dieses Video geht gar nicht und diese Webseite noch weniger.


Sonntag, 18. Oktober 2009

Für alle die nach Inhalten suchen - Hyperalleric!

Wahnsinn, als hatte man meinen Schrei vor ein paar Tagen erhört, finde ich jetzt eine Seite, die endlich mal CONTENT verspricht. Die New York based Redaktion von Hyperallergic besteht aus Kunsthistorikern und Philosophen und versteht es ernsthaft Kunstkritik zu veröffentlichen. Ich kann nur wärmstens jedem Kunstliebhaber und Pseudoästheten ans Herz legen sich hier ein paar Minütchen aufzuhalten und sich deren Texte mal anzuschauen. Da macht das Lesen wieder Spass und das Denken gleich mit. Geplant ist auch ein Printmag. Man wird schauen! Ab in die Blogroll damit!

This is Berlin not New York!

They aren’t commercial but they brand themselves.

Samstag, 17. Oktober 2009

Auf die Ohren

Als ich Anfang letzter Woche das Haus verließ, genervt von Regen und Kälte den iPod aus der Tasche und meine geliebten AKG K420 aufsetzen wollte, passierte es: der linke Speaker brach. Katastrophe! Am selben Tag öffnete ich den Briefkasten. Darin fand ich einen Brief von GMX. Verwundert, da ich kein GMX Konto besitze, steckte ich das Teil ein und ging in die Wohnung. Als ich den Umschlag dann öffnete freute ich mich umso mehr! GMX verteilt 50€ Mediamarkt-Gutscheine an alle Neukunden von DKB Cash. Super Sache. Neue Headphones ich grüße euch.

So kann ich berichten das es sich definitiv NICHT lohnt Produkte von Sennheiser oder Bose zu kaufen. Sicher, beide sind renomierte Marken. Dennoch, das Preis-Leistungs-Verhältnis bei beiden ist meines Erachtens miserabel. Unter 100€ ist im Bereich faltbarer Miniheadphones nichts zu machen. Selbst diejenigen um und über 100€ sind in Qualität und Komfort wenig überzeugend. Lohnenswerte Produkte von Bose beginnen bei 169€. Drama.
Also habe ich mich natürlich erneut für AKG entschieden. Diesmal das Topmodel der Miniserie: AKG K450 navy. Kostenpunkt 70€ inklusive mehrerer Adapter und Case. Der Klang ist unschlagbar und steckt die Konkurenz von Sennheiser und Bose locker in die Tasche.
Was soll ich sagen: Vollkommen!

Meine Freude darüber feier ich mit diesem Track. Glanzstück von Hefty Records. Viel Spaß!

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Warp 20 Box Set

Das ist sie, die Warp20 Jubiläumsbox.
Enthalten sind zwei DoppelCDs, eine MixCD, fünf Schallplatten und das gesamte Artwork aller Warpreleases von Forgemasters - "Track with no name" 1989, bis Clark - "Totems Flare" 13.7.2009. Herrlich.
Für mich ist die Box etwas ganz besonderes weil ich mit der Musik von Warp quasi aufgewachsen bin. Viele der Stücke erinnern mich an meine Teenagerzeit, die Schule, Dresden, heimischer Jugendclub, Drogen und vorallem Spaß.
Sehr imponierend: die MixCD [warp20 Elemental]. 65 der besten Warp Tracks geflochten von Osymyso. Alles in allem eine Reise durch die Geschichte des Labels. [warp20 Chosen] bringt zum einen die Top10 der durch WarpFans gewählten Songs auf Scheibe eins, und die Top14 von Co-Founder Steve Beckett auf der zwei. [Warp20 Recreated] beinhaltet insgesamt 21 Warp Klassiker, jedoch neu aufgelegt durch aktuelle Warp Interpreten, wie man durch den Namen erahnen kann. Welche Titel sich hinter den Vinyl verstecken werde ich nicht verraten.
Ich kann nur sagen dass sich die 120€ für das Box Set definiv lohnen. Vorallem wenn man sie geschenkt bekommt!

Einen kleinen Vorgeschmack will ich natürlich nicht verwehren. HIER ein Track aus dem Elemental Mix mit Titeln die eigentlich jeder erkennen und lieben sollte!

Die 100 mächtigsten im Kunstbetrieb laut Artreview. Wen's interessiert.

Das "ArtReview"-Ranking

1. Hans Ulrich Obrist
2. Glenn D. Lowry
3. Sir Nicholas Serota
4. Daniel Birnbaum
5. Larry Gagosian
6. Francois Pinault
7. Eli Broad
8. Anton Vidokle, Julieta Aranda & Brian Kuan Wood
9. Iwona Blazwick
10. Bruce Nauman

11. Iwan Wirth
12. David Zwirner
13. Jeff Koons
14. Jay Jopling
15. Marian Goodman
16. Agnes Gund
17. Takashi Murakami
18. Alfred Pacquement
19. Fischli & Weiss

20. Mike Kelley
21. Barbara Gladstone
22. Steven A. Cohen
23. Dominique Lévy & Robert Mnuchin
24. Adam D. Weinberg
25. Marc Glimcher
26. Brett Gorvy & Amy Cappellazzo
27. Tobias Meyer & Cheyenne Westphal
28. Ann Philbin
29. Matthew Higgs

30. Matthew Marks
31. Tim Blum & Jeff Poe
32. Gavin Brown
33. Ralph Rugoff
34. Liam Gillick
35. Anne Pasternak
36. Dakis Joannou
37. John Baldessari
38. Isa Genzken
39. Paul McCarthy

40. Michael Govan
41. Eugenio López
42. Cindy Sherman
43. Ai Weiwei
44. Patricia Phelps de Cisneros
45. Annette Schonholzer & Marc Spiegler
46. Diedrich Diederichsen
47. Richard Prince
48. Damien Hirst
49. Bernard Arnault

50. Massimiliano Gioni
51. Amanda Sharp & Matthew Slotover
52. Joel Wachs
53. Victor Pinchuk
54. Udo Kittelmann
55. Marina Abramovic
56. Michael Ringier
57. Gerhard Richter
58. Richard Serra
59. RoseLee Goldberg

60. Kasper König
61. Roberta Smith
62. Monika Sprüth & Philomene Magers
63. Germano Celant
64. Emmanuel Perrotin
65. Peter Schjeldahl
66. Beatrix Ruf
67. Okwui Enwezor
68. Nicolas Bourriaud
69. Karen & Christian Boros

70. Isabelle Graw
71. Maurizio Cattelan
72. Charles Saatchi
73. Jerry Saltz
74. Jasper Johns
75. Louise Bourgeois
76. Thaddaeus Ropac
77. Mera & Don Rubell
78. Thelma Golden
79. Sarah Morris

80. Carolyn Christov-Bakargiev
81. Anita & Poju Zabludowicz
82. Paul Schimmel
83. Jose, Alberto & David Mugrabi
84. Sadie Coles
85. Daniel Buchholz
86. Victoria Miro
87. Maureen Paley
88. Johann Konig
89. Nicolai Wallner

90. Maria Lind
91. Massimo De Carlo
92. Mario Cristiani, Lorenzo Fiaschi & Maurizio Rigillo
93. Rirkrit Tiravanija
94. Toby Webster
95. Long March Space
96. Nicholas Logsdail
97. Harry Blain & Graham Southern
98. Claire Hsu
99. Peter Nagy
100. Glenn Beck

Soviel dann zum Thema: Namedropping. ;-)

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Verlorene Kunstkinder!

"Die Wirklichkeit gibt ihre ontologische Dignität zugunsten des allgemein beklatschten Scheins auf."

Wurden früher nur Theaterstücke in Szene gesetzt, wird heute alles inszeniert, Mainstream-Ausstellungen, Sexualität, Körper, Lebensformen, Karrieren, Beziehungen, Politik, und das alles im Internet, genau wie hier in diesem Blog.
Man stellt sich zur Schau, als postmodernes Frauchen, mit Interesse für alles und Jeden, natürlich auf dem gewünschten intellektuellem und selbstironischen Niveau in Form von Dialektik between Britney und Simone.
Diese allseits praktizierte Vermischung zwischen Kunst und Alltag könnte zur Banalisierung von Kunst führen und ich finde, das hat sie bereits schon. Look at FFFFound, Lookbook, Twitter, Wordpress undBlogspot. Fuck! Einfach überall im Reich der Möchtegernästheten und ihrern Pseudo-Kunstblogs. Macht sich auch mal irgendwer Gedanken über den daily Kunstkonsum und was dieser aus uns macht?
Verlorene Kunstkinder, sind wir. Addicted to consume Kunst like Mc Donalds. Daily FastFood und völlig Gratis im Internet. Nur leider eben nur visuell und nicht haptisch. Geht doch mal wieder ins Museum und versucht euch auf ein Bild zu fokussieren, anstatt ständiges Namedropping zu praktizieren. ADHS ist die postmoderne Krankheit, manische Depressionen als Pop zelebriert die Folge. Kokain und Speed lassen uns runterkommen vom ständigen Artflash. Konzentriert denken, das ist das Ziel. Einmal die Vielheit ausblenden und die Einheit leben.
Ja und warum machen wir das überhaupt? Weil wir auf der Suche sind nach Freiheit in allen Varianten, kurz dem strukturierten Alltag entfliehen. Den wachsenden Funktionen, die uns das selbstforcierte System auferlegt hat. Die Realität von Kapitalismus und dritte Welt, Gentrification, schwarz Gelb entfliehen und Fair Trade bei Lidl ohne Nachhaken hinnehmen.

Und ich glaube das bleibt die Chance von Kunst, beziehungsweise die Lösung aus der Verlorenheit innerhalb ihrer Bilder - Die Rückbesinnung auf Gott weiß was. :D

Die Welt wird Kunst! Passt auf euch auf. Heiligt eure Kunstlosigkeit. Seid nicht Kunst, sondern Kunstkritiker. Kunst ist die nächste große Sucht des Menschen. Realitätsverlust und Google zugleich.
Ich warte ja auf die Wiedergeburt eines Klaus Kinski, der uns allen mal wieder richtig ins Gesicht spuckt. So genug gehatet für heute.

(PS to magislav: Wie krass das sogar das Graffiti jetzt einen postmodernen Antistil präsentiert, der gänzlich hässlich und trotzdem als schön, weil cool, deklariert wird. (#dissonanteSchönheit)

Herzlich Willkommen in der Postmoderne. Was kommt danach?

Was ist eigentlich diese Postmoderne?
Irgendwie grenzt sich das von der Moderne ab, indem der Fortschrittsbegriff abgelöst wird. Das heißt Kunst wird jetzt nicht mehr geschichtsphilosophisch gedeutet, sondern pluralistisch. Erfunden hat das Wort Jean-Francois Lyotard 1979 in dem Text "Über die Lage des Wissens in den höchst entwickelten Gesellschaften". Unser Wissen nannte er dort erstmals postmodern. Er stellt dort fest, dass wir das Vertrauen in ein einheitliches, allgemeines und allgemeingültiges Wissen über das Wesen des Menschen und seine Geschichte verloren haben. Es geht jetzt, so sagt Welsch, um radikale Pluralität, (die wir alle täglich zu spüren bekommen und dessen dazugehörige Freiheit uns immer wieder aufs Neue fertig macht und zugleich aufbaut). Diese Pluralität meint, dass es hochgradig differente Wissensformen, Lebensentwürfe, Handlungsmuster, ja völlig eigenständige und unterscheidliche Arten von Vernunft gibt. Die Postmoderne pladiert für also für Vielheit und tritt dem "Pars-Pro-Toto", ein Teil steht für das Ganze, damit der Einheit entschieden entgegen. Es geht jetzt, genau jetzt, um die Vielheit heterogener Konzeptionen und Lebensformen. Jeder macht was er will und das ist cool so. Unter genau diesem Fokus der Pluralität wird die Postmoderne aber irgendwie auch wieder zu Einheit.
In der Kunst, sagt Jencks, zeigt sich die Postmoderne als dissonante Schönheit oder disharmonische Harmonie, Pluralismus heißt auch nicht nur, dass es die unterschiedlichsten Stile parallel gibt, wie man zum Beispiel auf'm Artforum gesehen hat, sondern es geht auch um die innere, ja immanente Zerstplitterung der Kunstwerke selbst (So wie die meisten von uns innerlich zerissen sind). Das Stilprinzip der Postmoderne ist nach Jencks durch einen radikalen Eklektizismus geprägt, das heißt überall darf geklaut und kopiert werden, wenn man nur daraus etwas Neues entsteht. Die Rückkehr zum Ornament und zu Formen des menschlichen Körpers, meist ironisierend eingesetzt, haben den Hype der Leipziger Schule erst möglich gemacht und damit eine Rückkehr zum Inhalt bewirkt. Erzähl doch mal, was da auf dem Bild dargestellt ist? Erzähle mir die verloren geglaubte Geschichte!!! Das meint der doch nicht ernst, ne? Es ist die Sehnsuch nach etwas Greifbarem, die Neo Rauch gegenüber Imi Knoebel vor allem für die Amerikaner so attraktiv macht. (Da die im New York der 20,30,40er Jahre von Abstraktion eingekesselt waren). Ähhm ja, zurück zum Thema...
Postmoderne Kunst ist also gekennzeichnet durch eine Doppelkodierung im Sinne von Ironie, Mehrdeutigkeit und Widerspruch. Entschlüsselbar nach mehreren Codes gleichzeitig, die sich auch mal gegenseitig ironisieren, aufheben, widersprechenfunktioniert das alles auf individueller Basis. Eine eigentliche Ikonographie gibt es also nicht. Jeder schreibt seine eigene. Das wird dann "Multivalenz" genannt, die der Deutung Umberto Ecos von der Offenheit des Kunstwerkes entspricht und eine prinzipielle intendierte Vieldeutigeit meint. (wie ich sie zuletzt auch schon abschließend bei Wols feststellte.)
Die Kunst der Postmoderne ist letztlich der Wunsch nach einem Gemeinschaftsraum und das Eingeständnis, dass es in der modernen Gesellschaft ebensolchen nicht mehr gibt. Um diesen Gemeinschaftsraum zu erzeugen, werden diese Sehnsüchte danach zitiert und errinnert. Ganz nach dem Motto, jetzt holen wir uns die "Verlorene Mitte", die Sedlmayer beschrieben hat, zurück, koste es was es wolle. (Man sind wir spießig.)
Die gute alte moderne Ästhetik (Klee, Kandinsky, Mondrian) zeigte das Nicht-Darstellbare durch den abwesenden Inhalt, Abstraktion bis zum GetNO, irgendwie hat letztlich nur die Form geflashed, zum Beispiel bei Rothko oder Newman, Pollock usw.
Und die Postmoderne zeigt uns jetzt in der gegenständlichen Darstellung durch Ironie das Nichtdarstellbare. (die Dissonant-Schönen Wim Delvoye, Gilbert&Gerorge, Tracey Emin, Cindy Sherman, Leipziger Schule endlos fortsetzbar und eigentlich ganz schon banal).
Mal ehrlich, man ist ja selbst ständig auf der Suche nach diesem Undarstellbaren, was man in dieser verrückten Welt nicht mehr fühlt. Gebt mir doch mal bitte dieses Gefühl zurück, das da noch mehr ist! Irgendwas woran ich glauben kann?
Ich selber ertappe mich deshalb und vielleicht trotzdem dabei, wie ich eher die Klassiker genieße und die postmoderne Grütze abstempel, zu eben solchen platten Zitaten vergangener Zeiten degradiere. Wahrscheinlich ist man als Kind der DDR einfach nur zu sehr an den alten, tradierten Freiheitsbegriffen orientiert und muss da noch was aufholen. Erklärt irgendwie, warum es die Klassiker immer wieder schaffen durch ihrer Endoffenheit, und dieser greifbaren Begrifflichkeit zu fesseln. Man kann sie kontrolliert genießen, ohne ständig an die Verlorenheit dieser Postmoderne erinnert zu werden, was mir sowieso täglich beim Lesen der Nachrichten und der Bilderflut in Medien bewusst ist. Naivität kennt nicht die Grenzen ihrer eigenen Naivität.
Grenzt an gewollten Realitätsverlust Frau Ebbe. Hoch lebe die Kunst!

PS: (Einmal Freiheit und Zurück. Einheit vs. Vielheit. Organismus vs. Rhizom. Oder vs. Oder-So-Ähnlich.) Never-Ending-Lovestory.

The XX im Lido.




Gestern Abend war es soweit. The XX im Lido. Zum ersten Mal betrat ich einen der besten Liveclubs Berlins und fand's gleich äußerst sympathisch da. Kein Szene-Schnick-Schnack, sondern einfach 'ne Bühne und 'ne Bar. Fertig. Nachdem wir kurz verwirrt waren über die Vorband, die einfach mal Eins-zu-Eins wie Feist klangen, sonst aber nach drei Tracks ziemlich langweilig waren, freuten wir und mit vielen anderen auf das ausverkaufte Konzert der DoppelXXn. Das Konzert begann mit ihrem wohl größten Schlager 'Crystalised' und dann folgten alle weiteren Songs des Albums in exakt gleicher Reihenfolge ohne große Pausen und Ansagen. Die beiden charismatischen Xblätter Oliver Sim und Romy Madley klangen live wirklich überzeugend, wobei Oli eine so extrem spezielle, subtile Ausstrahlung und Stimme an den Tag legte, dass die ebenfalls gesangsstarke Romy, an eine leicht erschlankte Gossipkopie errinnerte. Ganz zu Schweigen vom Beatstypen Jamie und der Keyboardfrau Baria, die fast gänzlich untergingen. Viel Impro beim Sound gabs bis auf zwei Ausnahmen (Basic Space, Teardrops) leider auch nicht, ebenso wie 'ne Zugabe, die trotz tosendem Beifall ausblieb. Schade. Wirklich Schade. Schön war's, aber leider nicht besonders. Das Album bleibt trotzdem eines der Besten aus 2009, ohne Frage, aber live konnten die vier weniger überzeugen. Irgendwie wollte der Funke nicht recht auf die erwartungsvolle Masse überspringen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Liebe auf den zweiten Blick - Brice Marden




Als ich damals mit Vero im Hamburger Bahnhof abhing, halfen wir ein bisschen bei der Ausstellung von Brice Marden. Ich fand seine Bilder weniger spektakulär. Dass sich das ändern kann, merke ich heute. Würde ich sofort kaufen. Irgendwie die entspannte Variante zu Pollock und a little bit struktureller als Cy Twombly. Oder? LOVE IT.

Die Geschichte der modernen Linie.

Heute erzähle ich euch die Geschichte der modernen Linie. Sie beginnt mit Klee, der als erster checkt, dass die Linie zwei Gesichter hat. Nämlich eins, was etwas Bestimmtes abbildet, ein Lächeln zum Beispiel (irreversible Gegenstandsreferenz) und eins was einfach nur das ist und uns anguckt mit seinen unverrückbaren physiognomischen Merkmalen. (konstruktive Eigenständigkeit).Bei Kandinsky wird's dann noch ein bisschen verrückter. Seine Linie entfaltet sich freier als die Klees, ist aber gelegentlich ornamental gebunden, meist aus kompositorischen Gründen. (Kandinskys Improvisionen haben kompositorisch oft große Ähnlichkeit zu Wols Gemälden durch ihre starke Mitte).
Pollock gibt der Linie eine unerreichte Alleinstellung auch in ihrer Materialität, seine fließenden Linien nehmen nur noch untereinander Bezug aufeinander. Die wollen nichts mehr darstellen außer sich selbst. Sind ja auch nur durch so olle aufgehängte Dosen entstanden, die man mal anstößt. Die Handschrift des Künstlers ist auf manchen Bildern komplett weg. Die Linie zeigt den Prozess.
Bei Cy gehts dann nochmal in eine ganz andere Richtung. Bei ihm ist wie bei Pollock, die Farbe der Linie wichtig. Twombly fängt aber wieder an, die Linie zu konrollieren, und dennoch ohne etwas Konkretes darstellen zu wollen. Zeigt quasi die Linie in ihrer mechanischen und individuellen Bewegung als Geste mit der Hand. So wie sie eben vom Mensch aus geschaffen und definiert wird. Deswegen finden wir Twombly auch so schön, glaub ich. Damit's dann noch inhaltlich schön wird, beläd er diese Theorie der Linie mit historischen Pathos von Feinsten und zeigt wie die einfache Linie in Form von Schrift und Schriftzeichen ausreicht, um die detailiertesten Bilder in unseren Hirnen zu erzeugen.

Die Lücke zwischen Kandinsky und Pollock ist schon ziemlich groß, findet ihr nicht?Deshalb hab ich beschlossen, dass Wols so 'ne Art Vermittlerrolle einnimmt zwischen Kandinsky/Klee und Pollock. Hat man irgendwie bisher verdrängt, übersehen, was auch immer. Nicht erst bei Pollock wird die Farbe wichtiges Attribut der Linie, schon bei Wols wird durch haptische Farbigkeit Linie erzeugt, die in ihrer Materialität für sich selbst steht. Die Linie von Wols hat aber immer noch, wie die von Klee, zwei Eigenschaften, sie kann etwas konstruieren, wie hier eine Windmühle, oder für sich selbst stehen als Bündel von Linien in einer Bildmitte). Wols, der crazy Typ, hat aber auch schon vorgegriffen auf Twombly und verschiedenste Schriftzeichen in seine Bilder integriert. Das ist schon verrückt. Er verbindet daher die Doppeldeutigkeit der Linie von Klee, ohne ornamental zu werden, wie Kandinsky, mit dem mechanischen Bewegung der Hand, die alles ausdrücken kann, ohne jemals so absolut zu werden, wie Mr. Pollock, der auch seine Berechtigung hat - genauso wie Wagner. Die Gemeinsamkeit zu Pollock ist die Prozesshaftigkeit, die an Bedeutung gewinnt, ebenso wie sie immante Zeit der Enstehung und der damit einhergehenden Dynamik, die die Linie hervorruft. (Beide habe die Leinwand auf'm Boden behandelt.)

Toni, bitte zerhacke mich. :D

Nice Typo!

Meistens finde ich Typographie langweilig. Aber das ist echt mal 'ne Idee. Gesehen bei The Junction.

Rituale - Sturm der Liebe.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und braucht seine täglichen Rituale. Mein Ritual Nummer 1 ist es, sich nach einem morgentlichen schwarzen Kaffee eine Stunde Sturm der Liebe reinzuziehen und in diese Fakee-Welt von Kitsch und wahrer Liebe einzutauchen. Nebenbei wird immer Müsli gefrühstückt, ziemlich oft singe ich "Guten Morgen liebe Sorgen", dann werden Mails gecheckt und die täglichen Schönheitspflege zelebriert. Anscheinen teile ich meine Affinität zu Sturm der Liebe mit Mbum, zumindest signalisiert mir das Facebook. Welche komischen Rituale lebt ihr? :D

Sonntag, 11. Oktober 2009

Sonntachsdepression und ihre Folgen.

Unbenutzt.
Ungesehen.
Ungegessen.
Unterbelichtet.
Unbewusst.
Ungekehrt.
Unterschätzt.