Montag, 28. März 2011

Hirst-Parodie aus Casi di Ebbe entwendet!

Sachdienliche Hinweise bitte an solveigmargret@gmail.com!!!
Photo kommt übrigens von Katrin aka Kleinod auf Odyseeeeeeeeee.

Freitag, 25. März 2011

Pauschalkraft.

Es gibt immer wieder Momente, in denen die Menschen, die mir am nahesten stehen, scheinbar unendlich weit entfernt sind. Mit solchen Momenten umzugehen, fällt mir unglaublich schwer. Suche ich doch grundsätzlich Menschen, die mir ähnlich sind, mich dadurch verstehen, so wie jeder andere auch. Ich gestehe, dass ich ernsthaft überlegt habe, ein bisschen wie diese Menschen zu werden. Ich nehme mir vor vielleicht ein bisschen ignoranter zu werden, vielleicht auch ein bisschen kritischer, vielleicht auch sich selbst ein bisschen beschützender vor diesen unglaublich vielen Menschen um mich herum. Doch das bin ich nicht. Und ehrlich gesagt, will ich es auch um nichts in der Welt sein. Ich will nicht sein wie ihr, ein bisschen verachte ich euch in diesen Momenten auch dafür. Ich will mich, was das angeht hineinstürzen in Affirmativität, will sie alle kennenlernen diese Menschen, um mich herum, auch wenn sie nicht die richtige Hose oder die feschesten Sneaker tragen oder für Berliner Verhältnisse "langweilige" Berufe ausüben, auch wenn ich mich dadurch manchmal wie eine kraftlose und verlorene Seele im unendlich weiten Menschenmeer fühle. Ich will genau auch ihr dahinter, will dabei meinem Herzen und Gefühl folgen dürfen und mich dahingehend erst recht nicht professionalisieren. Natürlich bewerte auch ich die Menschen um mich herum, aber maße mir nicht an zu sagen, dass ich sie nach einem ersten Treffen in meinem Leben brauche oder eben nicht. Und das tue ich genau deshalb, weil diese "fehlerhaften" Menschen mir in den meisten Fällen irgendwie ehrlicher und authentischer erscheinen - als zum Beispiel diese ganzen supermodischen Fashionheinis und Kunstkläuse, die sich auf inhaltsleeren Vernissagen das highendcatering reinhauen. Diese Normalmenschen um mich herum erden mich, wie das meine Freunde tun, wenn ich mich selbst manchmal, wie einer von diesen ignoranten superoberflächlichen Spasten fühle.
Pauschalgelaber, welches irgendwie raus musste.


Donnerstag, 24. März 2011

Ein Samstag wie Sonntag

Meine Laune auf dem Nullpunkt, da rufst du mich an. "Komm raus, die Sonne scheint. Wir sitzen am Görli!" Ich quäle mich raus und schwinge mich auf mein Fahrrad. Und dann sind alle da, nach und nach bis zur Vollständigkeit. Die Opfer von letzter Nacht, Geschichten derselben. Literweise Minztee, Witze über Haara und Falten. Eure Anwesenheit macht mich ein bisschen glücklich an diesem verloren geglaubten Tag.

Deine Haustür spricht Bände

Klingel und du bekommst Liebe von Madine.

Meine Falte(n).

Manchmal macht es einfach Klick. Und da ist sie diese innere Stimme, die mir dann Gott sei Dank doch noch sagt, dass ich es nicht nötig habe meine geliebte Zornesfalte mit Hyaluronsäure unterspritzen zu lassen. (Nein, das ist keine Harry Potter Narbe!!!) Ihr habt tagelang versucht auf mich einzureden und es hat nichts genützt. Aber nach einer durchzechten Nacht, Füssen, die vom Tanzen schmerzen und einer Lunge, die pfeift, wenn ich meine 500 Treppen zum Casa di Ebbe besteige, verstehe ich unter leichten Katerkopfschmerzen, dass all diese Falten hart erkämpft sind, sie sind Narben von unvergesslichen Nächten, Exzessen, Gefühlen. Sie stehen für Anspannung, aber auch Konzentration. Dinge, die ich erreicht habe und Dinge, an denen ich gescheitert bin. Ich bin stolz auf diese Spuren in meinem Gesicht. Und ich habe keine Lust jetzt plötzlich zwei Liter Wasser am Tag zu trinken, das Rauchen aufzuhören und mir teure Faltencremes zu kaufen. Das bin nicht ich! Ich das bin und ist diese Falte, mitten in meinem Gesicht. Die sagt nämlich: Scheiß drauf an einem Mittwoch die Nacht durchzutanzen, wenn andere auf Arbeit müssen, Scheiß drauf eine ganze Schachtel und mehr Zigaretten wegzurauchen, Scheiß drauf den Vodka, den uns Dop engegenstreckt nicht zu trinken, Scheiß drauf mal wieder nicht Nein zu chemischen Drogen zu sagen, und Scheiß auch drauf danach den fettigsten Döner und das dickste Nutellabrötchen zu essen, und verdammt nochmal erstrecht SCHEIß DRAUF, dass ich jetzt 27 Jahre alt bin und man jetzt eigentlich erwachsen wird. Denn ab heute liebe ich es wieder heiß und innig. Mich, mein Alter und diese wunderschöne charismatische Ebben-Falte mitten in meinem noch faltigeren Rest-face. Der Termin am Freitag ist abgesagt und ich fühle mich fast schon ein bisschen erwachsen.

Direkt nach dem Aufstehen! Unterbewusstsein? Hallo?

Eine Nacht im Watergate verlangt ihr Opfer. 10 Uhr 15 klingelt der Wecker und ich wünsche mir ein Bad aus Kokain, während ich Lady Gaga belle. Wie könnte ein Tag schöner beginnen? Born this way!

Mittwoch, 23. März 2011

Heute Nacht im Watergate - dop


Bei dem schönen Wetter kann man nur aktiv werden... FRÜHLING bei Nacht!

Samstag, 19. März 2011

Plakativ.




Neues Bibio Album im April - Mind Bokeh

Ich erinner mich kurz an das letzte Nachtdigital und diesen einen letzten Track von Bibio. Lovers Carvings. Unvergesslich.

Home Sweet Home. Mein Berlin - Vor der Haustür.


Alle Menschen sind sterblich - Simone de Beauvoir

Und ich frage ihn: „Und? Bist du durch?“ Und er nickt ohne ein Wort, öffnet die Beifahrertür und steigt aus meinem Wagen. Er dreht sich nochmal um und wirft mir einen ernsten Blick zu. Zum ersten Mal schaut auf mir auf dieser Fahrt Richtung Ostsee direkt in die Augen und zum ersten Mal spricht er und lächelt mich plötzlich an: „Willst du es lesen? Ich schenke es dir.“ Ich überlege kurz, weil ich so überrascht bin von seiner abrupten Direktheit und seinem spontanen Lächeln. „Ne, ähm - Ja Klar“ – antworte ich und starre peinlich berührt auf das schreiende siebziger Jahre Cover in Grün und Pink. „Alle Menschen sind sterblich“, Simone de Beauvoir steht auf dem Einband. Ich hatte es vor langer Zeit schon einmal in der Hand und wieder beiseite gelegt, weil ich Balzacs Fleur du Mal irgendwie interessanter fand. So lese ich jetzt die ersten Seiten und stocke, denn Jeden Morgen schaue ich wieder in den Spiegel, um mich nicht wider zu erkennen "Ach! Dachte sie, könnte ich doch aus zwei Wesen bestehen, einem, das spricht, und einem das zuhören kann, einem das lebt, und einem anderen, dass nur zuschauen darf: wie würde ich mich lieben!" Während ich mir genau das wünsche, altere ich, täglich. Echte Katastrophen passieren und meine Falten werden noch tiefer. Ich schlafe schlecht und du schaust mich an und verstehst mich nicht. Ich weine und du verstehst mich nicht. Du versuchst es und verstehst mich doch nicht. Ich fühle, dass "Wenn Leute um mich her leben, lieben und glücklich sind, (...) sie an mir einen Mord begehenund ich gehe ihnen aus dem Weg. Es ist letztlich die Sterblichkeit, der Gedanke daran, dass alles endet. Liebe, Freundschaften, Leidenschaften, all das, was mich am Leben hält, die Zeit, die es braucht nicht mehr bekommt. Die Zeit vergeht, ohne sie zufriedenstellend genutzt zu haben. Vielleicht meine größte Angst.

Das Buch es bringt mich derweil zum Umdenken.
Manchmal glaube ich gibt es keine Zufälle.

Danke an Vincent, meine MFG nach Rostock.

Freitag, 18. März 2011

Hundreds im März


Schon lange habe ich Hundreds auf dem Schirm, aber manchmal braucht Musik auch ihre eigene Zeit unabhängig von Releasedaten. Und manchmal auch den Nachdruck und die verträumte Begeisterung von Freunden. Jedenfalls bin ich es jetzt, zu 1000-Prozent infiziert, von dieser Musik, die so oft an simplen Popmelodien vorbeischrammt und dennoch brachialst-emotional ins Ohr geht. Ich höre im Moment kein Album so oft wie dieses. Nicht mal das von James Blake. 

tod.ay



Du rempelst mich an,
und ich dreh mich zu dir.
Ich drück dich mit all meiner Kraft gegen die Eingangstür und beiße dir in die Wange.
Du blutest und ich atme erregt.
Mein Herz schlägt lauter gegen meine Rippen.
Ich spüre den Puls an meiner Schläfe.
Meine Beine beginnen zu zittern und ich drücke sie zwischen deine.
Meine Hände krampfen in deine, während unter meinen Augen das Blut deinen Hals herunterläuft.
Immer noch starren wir uns in die Augen.
Du genießt die Schmerzen, die ich dir zufüge und wir küssen uns.
Ich wünsche mir, dass du stirbst. Nur für mich.
Dann berührst du mich und
ich sterbe ein bisschen mehr mit jedem Atemzug.

Donnerstag, 17. März 2011

Spenden für Japan?!

Meine liebste Antje hat hier ein paar Links zum Spenden angegeben, aber woher weiß man, dass das Geld dann auch dort ankommt? Wohin sollte man am besten spenden?

Mittwoch, 16. März 2011

Eiswüste statt Meer.

Warnemünde - Rostock.

Sonntag, 13. März 2011

Zu Gast: Mit der Furcht im Nacken

Eine gekürzte, beispielhafte Diskussion zum Thema

Während in Japan die jüngsten Ereignisse viel persönliches Leid verursachen, Existenzen, Familien und Leben zerstört werden, wird die Debatte im fernen Deutschland erst so richtig angeheizt: Atomausstieg jetzt!

Man kann in diesen Parolen eine leise Perversion mitschwingen hören – wenn man denn will –, aber darum soll es mir jetzt nicht gehen, mich interessieren in diesem Moment die psycho- und teils auch soziologischen Verhaltensmuster, die man dieser Tage auf Deutschlands Straßen und in einschlägigen Versammlungsorten des Internets erkennen kann. Spätestens seit "Stuttgart 21" kann man eine neue Protestkultur beobachten, die entgegen des bisherigen Demonstrationshabitus einzelner, ziemlich allein da stehender Interessengruppen die gesamte Öffentlichkeit involviert. Im Gegensatz zu schwäbischen Bauvorhaben betrifft die neu aufgewärmte Atomdebatte ein nationales, wenn nicht gar globales Thema; zumindest ist der Stein des Anstoßes unumstritten ein übernationaler.

Dazu ist in diesem Falle allerdings eine Vorbemerkung vonnöten: Die wenigsten von uns haben keine fundierten und diskursfähigen Kenntnisse über Energiewirtschaft und Atomtechnologie. Davon nehme ich mich nicht aus; mein ganzes diskussionstaugliches Wissen beschränkt sich auf medizinische Aspekte radioaktiver Strahlung. Ob Atomkraft wirklich wegzudenken ist und welches Sicherheitsrisiko sie darstellt, kann wohl keiner von uns wissenschaftlich begründet darlegen. Dennoch werden Standpunkte mit einer Vehemenz vertreten, die unter diesem Gesichtspunkt teils ungerechtfertigt, teils lächerlich erscheint.

Wie funktioniert also die Argumentation derer, die in diesen Stunden die Ereignisse in Fernost für deutsche Debatten (miß-)brauchen?
Es scheint viel Furcht im Spiel zu sein. Fakt ist: Die Menge der Strahlung, die derzeit in Fukushima austritt, ist medizinisch gesehen besorgniserregend, jedoch kein Vergleich zu dem, was gemeinhin unter einer atomaren Katastrophe im großen Maßstab angesehen wird*. Was weiß also der Laie über radioaktive Strahlung? "Ist krebserregend, hat damals '45 ganze Städte zerstört." Da ich an dieser Stelle nicht großartig über statistische Zusammenhänge zur Krebsentstehung referieren und den offenkundigen Unterschied zwischen einer Atombombe und radioaktiver Strahlung per se nicht weiter erörtern will, darf man mir an dieser Stelle einfach mal glauben, daß diese emotional aufgeladene Assoziation reichlich unreflektiert ist. Die Furcht steht jedoch unbestreitbar im Raume und scheint eine treibende Kraft zu sein, wenn Forderungen zum Atomausstieg laut werden. Jetzt kommt die Vorbemerkung ins Spiel: Furcht und Unwissenheit über die energiewirtschaftliche Relevanz der Atomkraft führen zu in meinen Augen überschießenden Reaktionen, die ohne diese Konstellation nicht aufgetreten wären.

Die demokratischen Grundrechte sind an dieser Stelle eine Sache, ihre Einforderung eine andere: Es gibt doch allen Ernstes Leute, die glauben, sie könnten den Atomausstieg herbeiführen, wenn sie in Grüppchen von fünfzig, sechzig Leuten unter der Weltzeituhr lahm herumlungerten oder gar Facebook-Gruppen gründeten. Das verstehe ich nicht. Ist da das Grundverständnis für Realpolitik verloren gegangen? Oder kann man den Facebook-Aktivisten den Greenpeace-Effekt attestieren, daß formale Mitgliedschaften in solchen und ähnlichen Gruppierungen nicht selten nur zur Befriedigung des eigenen Gewissens geschehen? Veränderungen – ob sinnvoll oder nicht – kann man so jedenfalls nicht herbeiführen. Die neu erwachte Protestkultur der Deutschen läuft hier ins Leere und karikiert sich so selbst.
Wie man es auch dreht und wendet: Die Debatte bleibt nach wie vor undurchsichtig weil unwissenschaftlich, in einigen Punkten populistisch und unvernünftig und zudem durch Verhalten bekräftigt, daß man nicht anders als lächerlich bezeichnen kann. (Der letzte Kommentar aus obigem Facebook-Ausschnitt bringt das im Übrigen wunderbar auf den Punkt.)

* Um es konkret festzuhalten: Die tägliche Strahlenbelastung direkt am Reaktor von 24 Millisievert entspricht dem Sechsfachen der jährlichen Dosis eines durchschnittlichen Deutschen oder zwölf Kopf-CTs. Das ist viel, aber angesichts der getroffenen Schutzmaßnahmen zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr.

PS: Laut tagesschau.de wurde nun eine Strahlendosis von 400 mSv/h gemessen, was die obige Rechnung um ein Vielfaches sprengt. Das entspricht dem Hundertfachen der Dosis des Durchschnittsdeutschen, verursacht dennoch bei einem kurzen Aufenthalt kaum Akutsymptome.

Samstag, 12. März 2011

Wir haben Angst. Atomunfall in Japan!

Quelle Landesamt für Umwelt

Ob diese Grafik echt oder nicht echt ist, spielt keine Rolle. Wir haben Angst. Panikmache zu recht.

Japan und das Beben.

Jedes Mal bei solchen Meldungen, werde ich mir des Glückes in einer ungefährlichen Gegend der Erde zu wohnen. All das wieder aufzubauen, wird sicher Jahre dauern.

Freitag, 11. März 2011

Verpasster Flug, verpasste Liebe.

Viel zu wenig Zeit. Viel zu wenig.

Jimmy Edgar in der Panoramabar (next Friday)


...und Efdemin ist auch da. Es gibt doch einen Gott. Ey Antje, biste am Start?

We are


Donnerstag, 10. März 2011

Berlinische Galerie - Nan Goldin "Berlin Work" und Freunde

Schon seit gefühlten Monaten nahmen wir uns vor die Ausstellung von Nan Goldin in der Berlinischen Galerie zu besuchen. Meistens ist die Erwartungshaltung dann viel zu hoch, gehört Nan Goldin ja auf jeden Fall zur Spitzenklasse der zeitgenössischen Photographie. Ich möchte hier ihre Leistung auch nicht mindern, sondern nur erwähnen wie unzeitgemäß, ja fast altmodisch und unspektakulär dies Photographie mittlerweile auf Menschen wirkt, die sich täglich im Internet bewegen und sich bewusst überästhetisierenden Bilderfluten aussetzen. Fast jeder der heute Menschen photographiert, zitiert, kopiert, ahmt in einer  Art Nan Goldin nach, im besonderen die Fashionphotographie bedient sich dieses Stils. Ob bewusst oder unbewusst. Die Ästhetik der Bilder von Nan Goldin ist zwanzig Jahre später zur Massenästhetik des Jetzt geworden, Massenware, die leider nichts Besonderes mehr suggeriert. In Anbetracht der Tatsache, in welchem Kontext diese Photos entstanden sind, bleiben sie aus zeitdokumentarischer Sicht spannend.

"Eingeladen von Alf Boldt (†), dem damaligen Programmleiter des Arsenal-Kinos, reiste sie 1982 erstmals nach Berlin. In der Folge kam sie jährlich in den Westteil der damals geteilten Stadt. Sie fotografierte 1984 das Plakat für die Berliner Filmfestspiele und freundete sich mit Elke Kruse, Nikolaus Utermöhlen und Wolfgang Müller an, den Mitgliedern der Band Die Tödliche Doris. Diese fotografierte sie sowohl in West-Berlin als auch bei deren Auftritten im MoMA 1987 und The Kitchen in New York 1984."

Nur ein bisschen ernüchtert, trösteten uns die interessanten Werke von Baselitz, Kienholz "Art Show", Bernd Zimmers "1/10 Sekunde vor der Warschauer Brücke, 1978" und Emilio-Vedovas "Absurdes Berliner Tagebuch von 1964. Immer wieder beeindruckend, diese Exponate der Dauerausstellung.